Riding fpr the son

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Riding for the Son...unterwegs

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Reflektionen

Zum Jahreswechsel sollte man innehalten, sich eine Auszeit gönnen, um über das zu Ende gehende Jahr 2009 zu reflektieren. Wie war das Jahr? Wie ging es mir dabei? Haben sich Hoffnungen erfüllt? Oder war das Jahr von Enttäuschungen geprägt?
Zum Beginn eines Neuen Jahres habe ich mir eigentlich angewöhnt, mir nichts besonders vorzunehmen. Oft überdauern die sogenannten "guten" Wünsche nicht den darauf folgenden Januar. Aber im Rückblick kann ich sehr wohl feststellen, ob es ein besseres und schlechteres Jahr war. In diesem Jahr hielten sich die Höhen und Tiefen fast die Waage. Traumhaft schöne Urlaubsmomente, Unsicherheiten am Arbeitsplatz wegen Stellenabbaus, plötzlicher Verlust von Menschen durch den Tod, gesundheitliche Einschnitte, aber immer wieder auch Ermutigungen... Dankbar möchte ich daraufhin weisen, das JESUS für mich sorgt und mich durchbringt. Das kann man nur im Glauben fassen und verstehen.
"Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen" (Psalm 103)
Oft erfahre ich gerade durch IHN Ermutigung, Stärkung, Hilfe, aber auch Vergebung und Zurechtbringung. So freue ich mich dankbar auf den Jahreswechsel.

Samstag, 26. Dezember 2009

Weihnachten

Das Wetter, strahlend blauer Himmel, lockte uns frühzeitig aus dem Bett. Ich wollte meine Runde laufen und meine Frau schnappte sich die Walkingstöcke. Der Schnee war kümmerlich zusammengeschmolzen. 3 Grad plus und Sonne. Die Luft tat sehr gut und nach dem Weihnachtsschmaus war es mehr als richtig, dem Körper und Geist eine Bewegung zukommen zu lassen. Beim Laufen kamen mir wieder viele Gedanken in den Sinn. Erst dachte ich an den "alten" Simeon, den der Heilige Geist in den Tempel getrieben hatte. Er hatte Jesus, als Baby auf dem Arm und wußte auf einmal ganz klar, dass ist der Heiland und Helfer für die ganze Welt!!! Nicht nur für das Volk der Juden! Ich hatte den Text heute morgen aus dem Lukasevangelium (Kap. 2) gelesen und machte mir so meine Gedanken. Wie wichtig ist heute JESUS noch für das Weihnachtsfest in Deutschland? Dreht sich nicht doch alles um Essen, Trinken und Kommerz? Ich mußte auf einmal an meinen Kollegen denken, der vor ein paar Monaten mir eröffnete, dass die heutigen Menschen in Deutschland genauso gleichgeschaltet und gesteuert sind, wie kurz vor der Machtergreifung der Nazis im 3. Reich. Er hatte irgendeinen Philosophen gelesen und war erschüttert über dessen Bestandsaufnahme. Aber die Masse Mensch schwimmt mit dem Strom der Zeit. Lebendige Fische schwimmen gegen den Strom. Ein wirkliches Protestpotential ist in unserem Volk wirklich nicht mehr vorhanden. Wir lassen alles mit uns machen - Hauptsache der Rubel, der Euro rollt. In diesem Zusammenhang fiel uns auch das nachfolgende Zitat ein. Wußte allerdings erst nicht von wem es war. Hatte Hermann Hesse vermutet. Jetzt nach der Rückkehr vom Lauf und dem Gang unter die Dusche, bekam ich Klarheit. Bin überrascht, das das Zitat von Pastor Martin Niemöller war.

Als die Nazis die Kommunisten holten....."
(Das Zitat
Viel zitiert, oft abgewandelt, manchmal missbraucht, immer noch aktuell: das berühmte Zitat Martin Niemöllers)
Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,habe ich geschwiegen,ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen,ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr,der protestieren konnte.“


Ich bin dankbar, dass ich mir noch ein rebellisches Potential erhalten habe. Aber vielleicht hat mir das auch GOTT geschenkt, damit ich wach bleibe und mich nicht nur nach dem Kommerz ausstrecke - ja andere Werte im Blick habe, auf jeden Fall nicht mit der Masse schwimme.

Sonntag, 20. Dezember 2009

Schneeflöcken, Weißröckchen

Weiße Weihnachten wird es wohl nicht geben, aber diese Tage sind wunderschön. Frische kalte Luft, vielleicht ungewohnt kalt. Gestern Abend kamen meine Frau und ich gegen 21.00 h vom Griechen und wanderten durch den Schnee nach hause. Der Schnee knirschte wunderschön unter den Schuhen. Als wir nach einer 1/4 Std. zu hause ankamen, war es uns schon recht kalt geworden. - 15 Grad. Nach dem relativ kurzen Weg hatte ich schon Eis im Bart. Aber Toll.
Schneeflöcken, Weißröckchen.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Das Fest

Als ich letztens in Celle am Bummeln war, fiel mir ein Buch auf, dessen Titel mich irgendwie ansprach. John Grisham "Das Fest". Wer kennt nicht John Grisham und seine spannenden Triller, die stellenweise auch sehr gut verfilmt wurden. Kann er eine Komödie schreiben?
Mit dem Titel "Das Fest" geht es natürlich um das Weihnachtsfest. Ich kaufte das Buch spontan und hatte eigentlich vor es meiner Frau zu Weihnachten zu schenken. Aber dann kam es anders.
Zum 1. Advent schenkte ich meiner Frau das Buch und wie es schon ab und an geschieht, liest sie mir auch aus diesem Buch vor. Klingt bald wie die Vorleserin. Nein, was war das für ein fröhliches Erlebnis Eheleute Luther und Nora Krank zu entdecken.


Vielleicht sind ja die Amis schräger wie wir Deutsche! Das Weihnachtsfest mal ausfallen lassen und eine Kreuzfahrt wagen, das ist ja eigentlich nicht schlimm. Weihnachten kann man ja auch auf dem Schiff feiern. Aber die Art und Weise, wie Grisham die Menschen der Straße beschreibt, die partout Eheleute Krank zwingen wollen, ihr Haus übertrieben (typisch amerikanisch) zu schmücken - ist schon fröhlich heftig. Wir fiebern mit und ich hätte am liebsten Eheleute Krank die Seereise gegönnt. Aber es kommt bei Grisham ganz anders. Aber auch sehr gut.

Nach gut 205 Seiten endet das Buch. Es ist eine Empfehlung - einmal Grisham ganz anders - aber sehr gut.

Samstag, 12. Dezember 2009

Wann ist der Mann ein Mann?

Am Freitag Mittag war ich am Laufen - da ich frei hatte. Oft passiert es mir dabei, das ich mir irgendwelche Gedanken mache - sinnvolle und weniger sinnvolle. Schreibe jetzt einfach mal die Gedanken auf.
Ich stellte mir die Frage: Wann ist der Mann ein Mann? Inspiriert vielleicht durch den Grönemeyer Song. Aber dann fiel mir auch der Song von Ina Deter aus den 80er Jahren ein:
"Neue Männer braucht das Land."

Da ich geschlechtsspeziefisch zur Gattung Mensch, insbesondere Mann gehöre - kann man sich wirklich die Frage stellen, was macht einen Mann heute aus? Es gibt da ja keine Schablone.

Hat ein Mann Muskeln? Braucht ein Mann Muskeln?
Hat ein Mann Mut, Durch-
setzungs-
vermögen?
Muss ein Mann zärtlich sein oder muss er sogar ein Frauenversteher sein?
Ist der Mann als Bartträger in?
Oder trägt er gar langes Haar?
Bruce Willis oder Mario Barth?
Arnold Schwarzenegger oder Hugh Grant?
Braucht ein Mann Humor?
Wie ist es mit dem Sex?
Fährt er Porsche oder Opel?
...und was bin ich von all dem?

Stoppok & Worthy in Menden II.


Blues-Konzert : Stoppok und Worthy sind dem Blues verfallen
Menden, 11.12.2009, WP-Redaktion

Menden. Mit ihrem neuen Konzert-Programm „Grundblues-Tour 2009” begeisterte das Musikerduo „Stoppok plus Worthy” am Donnerstagabend das Publikum der Wilhelmshöhe.
„Alle Besucher, mit denen ich schon gesprochen habe, sind sehr gespannt auf das, was sie gleich erwartet”, erklärte der Veranstalter Peter Nagelschmidt zufrieden vor Beginn des Konzertes.Mit vielen neuen, aber auch altbekannten Liedern, wartete das Duo dann auf. Ganz dem Blues gewidmet, setzte es instrumental neben Gitarren auch auf Fußtrommeln und diverse Kleininstrumente.
Von Anfang an begeisterte die durch jahrzehntelange Bühnenerfahrung gekonnte Lockerheit von Stefan Stoppok und Reggie Worthy das Publikum. Dabei bezog das Duo die Zuhörer mit ein und nahm sich selbst nicht zu ernst. Die Songtexte handeln von Alltagsgeschichten, gepaart mit Witz und Ironie. Die beiden Künstler bringen ihre eigenen Akzente mit in die gemeinsame Musik, was bei dem Amerikaner Reggie Worthy zum Beispiel durch seine Soulstimme zum Ausdruck kommt.
Nachdem eigentlich nur ein einmaliges Zusammenspiel der beiden Musiker in dieser Form geplant war, touren die Künstler jetzt seit knapp einem Monat durch ganz Deutschland. Als kleine Besonderheit für die langjährigen Fans gab es vor Ort die Möglichkeit, das neue Album mit zwölf neuen Liedern zu erwerben, das im Handel erst ab März erhältlich sein wird.
Peter Nagelschmidt, der „neue Musik” nach Menden holen möchte (die WP berichtete), zeigte sich mit dieser Veranstaltung zufrieden: „Für einen Wochentag sind 300 Besucher ein gutes Ergebnis.”

Stoppok & Worthy in Menden



Stoppok plus Worthy machen beste Laune-Blues

11.12.2009 · Von Karin Drolshagen
MENDEN Wer "Blues" hört und an "schlechte Laune" denkt, hat noch nicht erlebt, wie Stoppok plus Worthy mit dem Blues umgehen. Stefan Stoppok empfiehlt: immer schön vor sich herschieben. Wenn das dann auch noch in dem Tempo geschieht, das Stoppok plus Worthy meist anschlagen, kann nichts schief gehen.
Die beiden kommen auf die Bühne, greifen ihre Instrumente, und Stoppok (bottle)neckt einmal seine Gitarre - und schon ist selbst dem unerfahrenen Stoppok plus Worthy-Hörer klar: kein Jammerlappen-Blues. Das macht Laune, aber richtig. Fast schon ist man verführt, nur den Texten lauschen zu wollen, denn was Stefan Stoppok "aus dem Kopf fällt", ist Zeile für Zeile hörenswert. Doch dann wechselt der Schwerpunkt zur Musik, und es wird klar: Dieser "fette" Sound unterstreicht, malt aus, intensiviert, was er da singt.
Stoppok plus Worthy-Musik ist auch hörenswert, wenn keiner singt. Zurück zum Blues, der beste Stimmung verbreitet: Da geht es nicht um Liebesleid, wenn die Frau weg geht. Es gehen ja auch die 50 Paar Schuhe. Und auch Reggie Worthy merkt innerhalb eines einzigen Stückes, dass, "wenn sie weg ist", das Leben auch jede Menge neue Freuden bereit hält... Ärger ist dazu da, sich über ihn lustig zu machen.
Und lustig macht er sich gern, über Willi, den Afrika-Reisende zum Beispiel, der den schwarzen Kontinent nur aus Tarzan-Filmen kennt. Über Mütter, die echt (oder ein Stück weit?) ihre eigenen pädagogischen Ziele definieren und die lieben Kleinen mit Feuer spielen lassen - bis zum Learning by Burning.
Stoppok plus Worthy nehmen den Blues und machen das Beste daraus. Sie beweisen, dass "amerikanische" Musik mit deutschen Texten funktioniert. Und das hängt wohl auch damit zusammen, dass die beiden ihre musikalischen Fähigkeiten, ihre Instrumente mit größtem Vergnügen einsetzen.
So etwas möchte man öfter mal auch im Radio hören - vielleicht lässt man dafür mal ein "Last Christmas" aus?!
Ach, was Stefan Stoppok den Rest gibt, wenn er mal wirklich nicht gut drauf ist: Aufgesetzte gute Laune, na, davon gab's am Donnerstag auf der Höhe nun wirklich kein einziges bisschen. Nur gute Laune in echt.
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Natascha und ich, wir waren total begeistert. Tolle neue Songs gepaart mit "alten" Stücken.
Stefan und Reggie harmonieren sehr gut. Beide sind sehr humorvoll und können spontan über sich selbst lachen. Bestes Beispiel gab dazu Stefan ab, als er sich 2x textlich vergaloppierte.
Einfach klasse der Abend. Bestückt mit der neuen CD, einem T-Shirt und einem Poster traten wir gegen 23.20 h die Heimfahrt an.

Freitag, 11. Dezember 2009

Todestag der Familie Jochen Klepper


Es muss so 1989 oder 1990 gewesen sein: Jeden Freitag abend trafen wir uns im Hauskreis bei Wilfried und Irene. An einem Themenabend bereitete Verena das Thema und Lebensbild von Jochen Klepper und seiner Familie vor. Verena selbst war große Hobbyorganistin in der Kirche und kannte sich mit der geistlichen Musik gut aus - im Gegensatz zu mir. Am Ende des Abends war ich irritiert, verstört, auch verheult. Diese Biografie und manche Textbetrachtung seiner Lieder nahm manchen von uns mit. In den Tagen danach besorgte ich mir 2 Bücher über Jochen Klepper - seit dem bin ich Klepperfan.
2003 waren wir auf unserer Hochzeitsreise 10 Tage auf einer Freizeit im Monbachtal von der Liebenzeller Mission. Wir lernten einen relativ jungen Pfarrer aus Bayern kennen, der an einem Abend ein Klepperreferat hielt. Auch da haben wir noch lange über die Texte seiner Lieder nachgedacht....und heute morgen schlage ich meine Andacht auf und stolpere über das Sterbedatum von Jochen Klepper und seiner Familie. Sie starben als Märtyrer in einer menschenverachtenden Zeit.

Die nachfolgenden Zeilen sind aus Wikipedia:










Jochen Klepper (* 22. März 1903 in Beuthen an der Oder; † 11. Dezember 1942 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und einer der bedeutendsten geistlichen Liederdichter des 20. Jahrhunderts.
Jochen Klepper wurde als Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren. Er besuchte das Gymnasium in Glogau und studierte dann zunächst Evangelische Theologie in Erlangen und Breslau. Rudolf Hermann brachte ihm Martin Luther nahe und wurde sein väterlicher Freund. Wegen seines labilen Gesundheitszustandes verzichtete er jedoch darauf, Pfarrer zu werden. Er begann, beim Evangelischen Presseverband für Schlesien in Breslau unter Leitung von Kurt Ihlenfeld als Journalist zu arbeiten. Währenddessen belastete ihn ein Konflikt mit seinem Vater schwer.
Am 28. März 1931 heiratete er die um 13 Jahre ältere jüdische Kaufmannswitwe Johanna Stein geb. Gerstel, die ihn bei der Realisierung seines Zieles einer Betätigung als freier Schriftsteller unterstützte. Sie brachte ihre Töchter Brigitte und Renate mit in die Ehe. Klepper leistete erfolgreiche Pressearbeit und bemühte sich um ein anspruchsvolles Rundfunkprogramm.
Im Herbst 1932 zog die Familie nach Berlin; Jochen Klepper fand eine Anstellung beim Berliner Rundfunk, sein Vorgesetzter dort war der Schriftsteller und Filmregisseur Harald Braun.
Sein erster Roman, Der Kahn der fröhlichen Leute, der das Leben an und auf der Oder beschreibt, wurde bei der DVA angenommen und 1933 veröffentlicht. Er gilt als anspruchsvolle Heimatdichtung.
Mit der Machtergreifung Hitlers im Januar 1933 begann die Gleichschaltung des Rundfunks. Da Klepper bis zum Oktober 1932 Mitglied der SPD gewesen war, wurde er Mitte 1933 aus Rundfunk und Verlag entlassen. Er hatte seinerzeit im Vorwärts eine Reihe von Reportagen zum Leben der Kinder 1932 geschrieben. Zu dieser Zeit lebte Klepper im Berliner Ortsteil Südende, wo sich heute der Jochen-Klepper-Park mit einem Gedenkstein befindet.
Im Juli 1933 erhielt er eine Stelle im Redaktionsbüro einer Funkzeitschrift. Er konnte auch die Aufnahme in die Reichsschrifttumskammer mit Datum vom 24. Februar 1934 erreichen.
Da Johanna und ihre beiden Töchter Jüdinnen waren, geriet die Familie ab 1933 zunehmend unter Druck. Jochen Klepper sah in der wachsenden Judenfeindlichkeit Frevel an Gott. Er verfolgte das Zeitgeschehen und auch den Weg der Evangelischen Kirche zwischen Anpassung und Bekennender Kirche mit großer Anteilnahme und Sorge.
Seit 1933 stellte er seinen Tagebuchaufzeichnungen die Herrnhuter Losungen der Brüdergemeine voran und lebte viel bewusster mit dem Bedenken des Wortes Gottes.
Im Oktober 1934 besuchte er seinen sterbenden Vater in Beuthen.
Drei Jahre lang arbeitete er im Verborgenen an seinem neuen Roman Der Vater. In diesem Roman bearbeitete er nicht nur anhand des Konflikts zwischen dem preußischen Soldatenkönig, Friedrich Wilhelm I., und dessen Sohn Friedrich II. dem Großen seinen eigenen Vater-Sohn-Konflikt, sondern entwirft im Bild eines Königs, der in allem nach Gott fragt und sich als „ersten Diener im Staat“ begreift, das Gegenbild zum Führerkult des Nationalsozialismus. Der Roman erschien im Februar 1937 im Buchhandel und wurde ein Verkaufsschlager, besonders in preußisch gesinnten Kreisen; er wurde Pflichtlektüre für Offiziere der Wehrmacht. Andererseits erfolgte kurz nach Erscheinen des Romans am 25. März 1937 der Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer, was einem Berufsverbot und Arbeitslosigkeit gleichkam. Er erwog die Flucht ins Ausland, konnte sich aber nicht dazu überwinden.
Per Ausnahmegenehmigung konnte er 1938 den Gedichtband Kyrie herausgeben.
Jochen Klepper liebte die Stadt Berlin, Naturerleben, eine gepflegte Häuslichkeit, Blumen und Musik, pflegte Freundschaften. Er litt darunter, keine eigenen leiblichen Kinder zu haben, war oft schwermütig.
Am 18. Dezember 1938 ließ sich Johanna Klepper in der Dorfkirche von Berlin-Mariendorf von Pfarrer Kurzreiter taufen. Anschließend wurde das Ehepaar Klepper kirchlich getraut.
Seine ältere Stieftochter, Brigitte, konnte kurz vor Kriegsausbruch über Schweden nach England ausreisen. Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs verschärfte sich die Verfolgung der Juden.
Ab 1938 wohnte die Familie in Berlin-Nikolassee im Teutonenweg 23.
Jochen Klepper erhielt am 25. November 1940 die Einberufung zur Wehrmacht und war vom 5. Dezember 1940 bis 8. Oktober 1941 Soldat. Er wurde in Polen, auf dem Balkan und im Bereich der Sowjetunion eingesetzt. Im Hinblick auf seine „nichtarische Ehe“ wurde er jedoch schließlich wegen „Wehrunwürdigkeit“ entlassen.


Ende 1942 scheiterte die Ausreise der jüngsten Tochter ins rettende Ausland und ihre Deportation stand unmittelbar bevor. Überdies musste Klepper nach einer persönlichen erteilten Auskunft des Reichsinnenministers Wilhelm Frick davon ausgehen, dass Mischehen zwangsweise geschieden werden sollten und damit auch seiner Frau die Deportation drohte. Die Familie nahm sich in der Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1942 durch Schlaftabletten und Gas gemeinsam das Leben. Die letzte Eintragung im Tagebuch Kleppers lautet:„Wir sterben nun, auch das steht bei Gott. Wir gehen heute nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des Segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“ – Die Familie Klepper wurde auf dem Friedhof Nikolassee bestattet.
Der geplante Roman Das ewige Haus blieb Fragment; er sollte von der Flucht Katharina von Boras handeln. Bleibende Bedeutung dürfte auch den Tagebuchaufzeichnungen Kleppers zukommen, der akribisch genauen beklemmenden „Anatomie“ des nationalsozialistischen Systems, beginnend mit den „kleinen Schritten“ der „Gleichschaltung“ bis zum finalen Inferno des Rassenwahns und des totalen Kriegs.
Seine geistlichen Lieder in der Sammlung Kyrie wurden bald u.  a. von Johannes Petzold und Samuel Rothenberg vertont und haben in großem Umfang Eingang in den Kanon der evangelischen Gesangbücher gefunden; er ist nach Martin Luther und Paul Gerhardt der dritthäufigste Autor.

Montag, 7. Dezember 2009

Frankie & Johnny

Heute Abend hatte ich Zeit für eine DVD. "Frankie & Johnny", eine Komödie von 1991 mit
Michelle Pfeiffer und Al Pacino. Eigentlich ist die Komödie zeitweise sehr traurig und dann wieder zart verletzlich. Es geht stellenweise um vereinsamte Menschen, die in einem griechischen New Yorker Coffee Shop arbeiten.























Johnny kommt frisch aus dem Knast und fängt eine Beschäftigung als Aushilfskoch in dem Restaurant an, in dem Frankie als Kellnerin arbeitet.
Al Pacino und Michelle Pfeiffer verleihen dieser herzergreifenden romantischen Komödie einen ganz besonderen Glanz. Johnny ist relativ schnell in Frankie vernarrt. Diese blockt aber erst mal alle Annäherungsversuche ab, da sie nach vielen gescheiterten Beziehungen Verletzungen davon getragen hat. Aber Johnny läßt nicht locker.....












Nach manchen Traurigkeiten gibt es ein Happy End. Hector Elizondo (Nick) spielt den Restaurantbesitzer (bekannt als Geschäftsführer des Hotels bei Pretty Woman). Länge des Filmes: 113 Minuten, Paramount Pictures.




Sonntag, 6. Dezember 2009

Nikolaus von Myra

Heute am 2. Advent, der dieses Mal gleichzeitig auch der 6. Dezember ist, wird Nikolaus gefeiert.
Wo kommt dieser Brauch her? Gab es denn den Nikolaus wirklich?

Nikolaus von Myra, heute Demre (Türkei) starb um 350 n. Chr. als Bischof. Geburtsdaten und Sterbedaten konnten nicht genau überliefert werden, da die damalige Aufschreibung viele Lücken enthielt und unser heute bekannter Kalender und die Zeitrechnung noch nicht erfolgt waren. Die Zeitrechnung nach Christi Geburt (n. Chr.) wurde von dem Benediktinermönch
Beba Venerabilis 731 n. Chr. eingeführt. Unser bekannter gregorianischer Kalender erlebte erst im 16. Jahrhundert eine benötigte Reform, auf die aber schon Beba Venerabilis hinwies.

Nikolaus der Geschenkebringer
Es ist vor allem ein Tag der Kinder, da Nikolaus seit Jahrhunderten als Wohltäter der Kinder verehrt wird; das Brauchtum zum Nikolaustag ist regional äußerst unterschiedlich ausgeprägt. Manche der Bräuche hängen ursprünglich mit der Perikopenordnung der Kirche zusammen. Am 6. Dezember war verbindlich die Stelle Mt 25,14–23 EU vorgesehen. Dort wurde das Gleichnis von den anvertrauten Talenten erzählt: Drei Knechten wurden Geldstücke entsprechend ihrer Fähigkeiten anvertraut. Nach der Rückkehr des Herrn musste jeder Rechenschaft ablegen, was er mit dem Geld gemacht hatte. Der bekannte Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, geht auf diese Praxis zurück. Der Einlegebrauch, das heißt das nächtliche Füllen der Schuhe oder ähnliches, basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Mit den meisten anderen Bräuchen verhält es sich ähnlich. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung. In einigen Ländern ist er dies auch heute noch. Erst wegen der Haltung der Reformatoren (z.B. Martin Luther) gegen die Heiligenverehrung wurde die Bescherung in vielen Ländern auf den Weihnachtstag verlegt, und infolge dessen wurde Nikolaus als Gabenbringer mancherorts vom Christkind abgelöst.

Um den Nikolaus von Myra ranken sich bis heute viele Legenden. Bei Wikipedia sind 12 Wunder namentlich aufgeführt. Auf jeden Fall, verteilte Nikolaus sein geerbtes Vermögen stellenweise an die Armen der damaligen Zeit. Er kümmerte sich um zu Unrecht verurteilte Menschen oder um Menschen, die in irgend eine andere Not geraten waren. Er lebte christliche Mildtätigkeit und Barmherzigkeit vor, was bis heute eigentlich Kennzeichen von "echten Christen" sein sollten.

Freitag, 4. Dezember 2009

STOPPOK plus Worthy....


.....Menden, Wilhelmshöhe
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Einlass Uhrzeit
19:00 Uhr
Beginn Uhrzeit
20:00 Uhr

"Blues ist das Beste was es gibt, wenn man in der Lage ist ihn konsequent vor sich herzuschieben!"Eigentlich war nur eine Stoppok plus Worthy Tour geplant, doch bei den Proben bemerkte man, dass sich schon wieder so viele Songs angesammelt hatten, die nach einer Veröffentlichung schrieen. Es reichten 2-3 Absprachen und man beschloss noch vor der Tour ins Studio zu gehen. Pünktlich zum Tourstart ist das Werk fertig und wird exklusiv bei den Konzerten zu haben sein. Die Songs von Stoppok hatten ja schon immer einen hohen Bluesanteil, doch diesmal wird es Blues in Reinform geben. Warum, kann Stoppok gar nicht beantworten. "Sowas ergibt sich einfach", sagt er. "Noch vor kurzem hätte ich Bedenken gehabt mich der reinen Bluesform zu bedienen, aus Angst in Klischees zu rutschen. Mit mal geht eine Tür auf und eine Stimme sagt: Komm doch mal rein! Und siehe da, es sieht da drinn´ ganz anders aus als ich dachte. Fabelhaft!" Diesmal zusätzlich zu ihrem Gitarreninstrumentarium bewaffnet mit Fußtrommeln und diversen Kleininstrumenten, gibt es eine groovige Mischung aus Country Blues a la Blind Lemon Jefferson und schwärzestem New Orleans Blues. Es ist die optimale Mischung des schwarzen und des weissen Blues. Während Reggie Worthy mit der Musik von Mississippi John Hurt, Elmar James, Memphis Minnie und Ike Turner, bei dem er nachher in der Band spielte, aufwuchs, waren für Stoppok Leute wie Alexis Korner und Peter Green die Übermittler des Blues. Natürlich werden auf der Tour auch die Highlights der letzten Jahre gespielt und Geschichten gibt es noch gratis oben drauf! Stoppok hat den Blues - Worthy sowieso. Irgendwann kapiert jeder Musiker (ausgenommen Klassiker und Stadlstampfer), dass alles, was wir heute lieben, vom Blues herkommt oder beeinflusst ist. Stoppok hat es kapiert und verneigt sich gemeinsam mit Reggie Worthy vor dem Ursprung aller populären Musik. Wer das Duo Stoppok und Worthy schon von ihrem ersten Album "Grundvergnügen" kennt, weiß, dass ihn musikantisches Handwerk der lässigsten und dennoch allergekonntesten Art erwartet - viel Bio, wenig Elektro, viel Freude, keine Langeweile, Texte, die vom wirklichen Leben erzählen und in der Wohnküche so zünden wie in der Waschstraße, in der U-Bahn per Ohrstöpsel oder beim Drachenfliegen - egal wo, wenn es nur die echte Welt ist. Gute Musik braucht gute Hörer - Sie sind eingeladen, sich an der ästhetischen Weltverschwörung zu beteiligen - Herr Stoppok und Herr Worthy legen ihr Angebot vor - es lohnt sich. Und es macht Spaß. Auch das kann der Blues. Vorausgesetzt Stoppok steht drauf und Stoppok ist drin.
Es ist das 7. Mal, das ich Stoppok live erleben darf. 1x in Köln mit Christoph, 2x in Bochum mit Christoph, 1x in Bochum mit Natascha und 2x in Lüdenscheid mit Natascha und Christoph.
...und jetzt soll es nach Menden gehen. Natascha und ich, wir freuen uns schon riesig. Wird ein fröhlicher Abend werden.

Montag, 30. November 2009

Bibelstudientage

Ich wollte ja noch davon berichten, was ich in der vergangenen Woche so gemacht habe.

Als ich Mitte der 80er Jahre zum Glauben kam an JESUS CHRISTUS (komisches Deutsch), wuchs ein paar Jahre später der Wunsch in mir heran, noch besser die Bibel verstehen zu können und meinen christlichen Glauben zu vertiefen. Im Freundeskreis erfuhr ich, das es sogenannte Bibelschulen in Deutschland und auch der Schweiz gibt, wo Laien Schulungs- und Unterrichtseinheiten buchen konnten. Sabine, eine Urlaubsbekanntschaft aus dem Schwabenländle lud mich zu einem Schnuppertag in das Seminar von Bad Liebenzell ein (Liebenzeller Gemeinschaftsverband, Liebenzeller Mission). Das Thema an diesem Tag war "der Heilige Geist".
Ich war von diesem Unterricht so begeistert, das ich eigentlich sofort mehr wollte. Ich erlebte einen guten alten Pastor als Lehrer, dessen Namen weis ich leider nicht mehr. Dazu kam noch eine sehr gute Gemeinschaft von Christen in meinem Alter. Gesagt getan.
1994 meldete ich mich zum erstenmal im GRZ Krelingen für 14 Tage Bibelschule an. Im Februar/März wurde dort immer eine Einheit von 4 Wochen angeboten, die man aber unterschiedlich lange belegen konnte.
Viele gute Kontakte zu anderen Christen sind inzwischen gewachsen. Das "alte Testament" (Buch Torah der Juden) kommt mir jetzt nicht mehr spanisch vor. GOTT hat es dann geschenkt, das ich seit 1994 regelmäßig zum Bibelstudium unterwegs bin. Zwischendurch war ich auch für 3 Jahre im Seminar in der Diakonissengemeinschaft Puschendorf bei Nürnberg.

So war ich in der letzten Woche von Montag an bis einschl. Freitag in Krelingen. Das Thema der Bibelstudientage lautete: Was kommt nach dem Tod? Volkstümlich heißt das ja, man ist bei JESUS im Himmel. Aber zu diesem Thema gehörte auch der Bereich der Seelsorge, Sterbebegleitung, eigenes Testament, Bestattungsformen, Patientenverfügung, nichtchristliche Riten, biblische Aussagen des alten Testamentes und des neuen Testamentes, sowie die Wiederkunft Christi. Die Gemeinschaft war sehr schön und trotz des Themas auch sehr fröhlich. Wir hatten auch Zeit für Spaziergänge, morgendliches Lauftraining, Weihnachtsmarktbesuch in Celle.
Unseren Referenten, Herrn Dr. M. Dreytza schätze ich mittlerweile sehr. Er ist in Krelingen auch der Studienleiter für die Studentenarbeit. Seine ruhige liebenswerte Art erreicht mich sehr.
Vielleicht bin ich im nächsten Herbst wieder in Krelingen. Dann soll es um das Matthäusevangelium und die
Bergpredigt gehen. (ein Foto von 2008)



http://www.grz-krelingen.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Geistliches_R%C3%BCstzentrum_Krelingen

Konzert von Missing Links


"The Missing Links"
Golden Oldies im Alt Werdohl
29.11.2009, Harald Rösner (WR)
Werdohl.
Man sah es den Musikern der heimischen Combo „The Missing Links” auch Samstag bei ihrem Auftritt in der Musikkneipe „Alt Werdohl” so richtig an – es macht den Jungs einfach Spaß, Oldies mit dem echtem Beat- und Starclub-Sound der 60er und 70er Jahre zu spielen.
Eigentlich kein Wunder, sind Sänger und Drummer Wolfgang Lahme, sowie die Gitarristen Klaus Friese, Reinhold (Bombastico) Basso und Jörg Holwe doch in Sachen Musik fast ebenso lange im Geschäft wie die Urgesteine guter und perfekter (handgemachter) Rockmusik. Rolling Stones, Hollies, Beatles, Kinks, CCR und natürlich die Lords waren bereits in den 60er Jahren die Vorbilder der nun ebenfalls in die (Alters)Jahre gekommenen heimischen Vollblutmusiker.
Damals als junge Burschen griffen sie in muffigen Kellern und auf staubigen Dachböden in die Saiten ihrer Gitarren, bearbeiteten mit Feuereifer das Schlagzeug und probten Hits wie „My Friend Jack”, „Lola”, „Roll over Beethoven” und „Poor Boy” die sie nun auch im „Alt Werdohl” vor einem begeisterten Publikum zum Besten gaben.
Mitgliedschaften in zahlreichen Bands (Lajos Fa Group, Halber Liter, Without Names, Birth Control und viele andere mehr) pflasterten seitdem ihren musikalischen Weg, der die Freunde des öfteren trennte, aber letztlich in „The Missing Links” wieder zusammenbrachte.
Seitdem in der „Schießbude” und immer wieder für den Gesang zuständig Wolfgang Lahme, der auch am Samstagabend in der Musikkneipe in doppelter Hinsicht Schwerstarbeit zu leisten hatte. Da waren sie plötzlich wieder für ein paar Stunden zurück, die ewig gern gehörten „Golden Oldies".

Sonntag, 29. November 2009

The Missing Links.....

.....oder ich könnte auch sagen, es liegt ein Abend hinter mir, der kurzzeitig eine Verjüngungskur mit mir gemacht hat.
The Missing Links spielten am Samstagabend im ALT WERDOHL in Werdohl auf. Die Musiker haben sich spezialisiert auf den Sound der 60er Jahre. "Starclub" Zeit. Grob eingeteilt von 1963 bis 1973.
Ach, was habe ich mich wohlgefühlt. Natascha auch, aber ich vermutlich mehr. Viele Songs von den Beatles, Kinks, Stones, C.C.R., Hollies, Troggs, Them. Höhepunkt für die Anwesenden im Lokal war "Whiskey in the Jar" von Thin Lizzy. Mir hat auch noch sehr sehr gut "You ain´t seen nothin yet" von Bachman-Turner Overdrive gefallen. Schwierig zu singen - aber sehr gut gelungen. Mit "Route 66" und "Back in the USSR" ging es in die zweite Pause und wir machten uns fröhlich vom Acker. So viel Freude und Spaß für 6 - 8€ Eintritt.

http://www.themissinglinks.de/

Freitag, 27. November 2009

Mein Lieblingsmusikvideo

http://www.youtube.com/watch?v=SmVAWKfJ4Go

Buchtip: CASH

Die letzten 5 Tage ver-
brachte ich auf einer Bibel-
schule in der Lüne-
burger Heide.

Eine Auszeit zum Nachdenken, Beten und Auftanken. Aber demnächst mehr dazu....

In den Stunden, die mir zur freien Verfügung standen, bin ich nach Celle gefahren, um mir die sehr schöne Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, den frisch eröffneten schönen Weihnachtsmarkt und ein paar Buchläden anzuschauen. Als großer Johnny Cash Fan habe ich schon 2 sehr gute Biografien in meinem Bücherschrank. Aber beim Wühlen und Blättern stieß ich auf dieses Buch aus dem Heyne Verlag (ISBN 978-3-453-60116-1; 14,00 €). Die Redaktion des "Rolling Stone" hat dieses Buch herausgebracht.
Es enthält fast unendlich viele, schöne und interessante Fotos aus dem Leben von Johnny Cash.
Die ersten beiden Berichte von Tochter Rosanne Cash und Jason Fine haben mich sehr angerührt. Meine Augen wurden recht feucht. So freue ich mich sehr darüber, dass ich in diesem Buch in den nächsten Tagen und Wochen lesen darf.

Freitag, 20. November 2009

The Roaring Silence


Freitag Abend, die beste Zeit für einen Kaffee und eine Flasche Bier. Christoph ist da und wir unterhalten uns leidenschaftlich. Da klingelt es gegen 21.00 h an der Tür. Der Hermes Versand bringt mir eine frisch ersteigerte gebrauchte LP: "The Roaring Silence" von Manfred Mann.
Kurz nach 22.00 h ist Christoph weg und ich springe gespannt an den Plattenspieler und lege die LP, die 1976 erschienen ist, auf. ProgRock in einer tollen Version.
Als Teenager hatte ich diese Aufnahmen mal auf Cassette und bin jetzt froh und dankbar, die LP zu haben. Ab und an ein kleiner Knacker - wie ich es als Plattenfreak liebe.
Chris Thompson als Sänger ist klasse.
Überhaupt diese ganze Instrumentierung.
Als Gastmusikerin spielt Barbara Thomspon ein Saxophonsolo auf "Singing the Dolphin through". Klasse. "Blinded by the light" ursprünglich von Bruce Springsteen geschrieben, glänzt hier in einer langen ProgRockversion. Ich bin glücklich. Guter Gesang, klasse Gitarrenriffs, gute und spannende Keyboards, klasse Stereoeffekte. 33 Jahre später ein gutes Stück Rockmusik. ...und dann noch dieses geniale Cover.

Mittwoch, 18. November 2009

Buß- und Bettag

Als Kinder konnten wir den Namen des Feiertages nicht verstehen. Wir nannten ihn immer ziemlich respektlos "Knutsch und Knettag". Ich bin im nachhinein sehr dankbar, dass sich meine Einstellung da geändert hat. Der staatliche Feiertag ist uns aus wirtschaftlichen Gründen genommen worden. Aber seit 3 Jahren pflege ich meine private Praxis so, dass ich mir einen Tag Urlaub nehme um mich selbst auf GOTT hin zu reflektieren. Das tut mir sehr gut. Heute morgen bin ich mit dem Rad zu Walter gefahren und wir hatten eine Zeit des gemeinsamen Gebets.
Wir sind da sehr dankbar für, dass wir unsere Fragen, Sorgen, Freuden und Dankbarkeit JESUS sagen dürfen. Heute abend geht es dann in die Gemeinde zu einer Buß- und Bettagsandacht mit anschließender Gemeindeversammlung.

Bei Wikipedia habe ich ein paar interessante Ausführungen gefunden, für die Menschen, denen dieser Tag unbekannt ist.

Buß- und Bettag

Der Buß- und Bettag in Deutschland ist ein Feiertag der evangelischen Kirche, der auf Notzeiten zurückgeht. Er wurde im Lauf der Geschichte für besondere Anliegen angesetzt, aber oft nicht am selben Datum. Im 20. Jahrhundert wurde er wie auch heute meist am Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag (dem letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres) begangen, also elf Tage vor dem ersten Adventssonntag bzw. am Mittwoch vor dem 23. November.
Das Wort „Buße“ lässt allerdings unrichtige Assoziationen aufkommen. Es geht bei diesem Tag nicht um Büßen für begangene Vergehen im Sinne von „bestraft werden“, sondern um eine Haltungsänderung, eine Umkehr zu Gott hin.
Zu dem Feiertag in der Schweiz siehe den Artikel Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag.

Vorgeschichte
In der Bibel steht die Geschichte von Jona, der von Gott nach Ninive geschickt wird, um der Stadt ihren Untergang zu verkünden (Jona 3,4–10 LUT):
„Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen. Da glaubten die Leute von Ninive an Gott und ließen ein Fasten ausrufen und zogen alle, groß und klein, den Sack zur Buße an. Und als das vor den König von Ninive kam, stand er auf von seinem Thron und legte seinen Purpur ab und hüllte sich in den Sack und setzte sich in die Asche und ließ ausrufen und sagen in Ninive als Befehl des Königs und seiner Gewaltigen: Es sollen weder Mensch noch Vieh, weder Rinder noch Schafe Nahrung zu sich nehmen, und man soll sie nicht weiden noch Wasser trinken lassen; und sie sollen sich in den Sack hüllen, Menschen und Vieh, und zu Gott rufen mit Macht. Und ein jeder bekehre sich von seinem bösen Wege und vom Frevel seiner Hände! Wer weiß? Vielleicht läßt Gott es sich gereuen und wendet sich ab von seinem grimmigen Zorn, daß wir nicht verderben. Als aber Gott ihr Tun sah, wie sie sich bekehrten von ihrem bösen Wege, reute ihn das Übel, das er ihnen angekündigt hatte, und tat’s nicht.“
Gemeinsame Bußzeiten waren schon in der Antike bekannt. Theologisch sind sie dreifach begründet. Zunächst als Tage des fürbittenden Eintretens der Kirche für die Schuld der Gläubigen vor Gott. Dann soll die Kirche an den Bußtagen ihre Wächterfunktion den Sünden der Zeit gegenüber ausüben. Und schließlich sollten Bußtage dem einzelnen dazu dienen, sein Gewissen vor Gott zu prüfen. In Rom gab es zum Beispiel die „feriae piaculares“, die Not und Kriegsgefahr abwenden sollten.
Im Mittelalter gab es zweierlei Bußtage: Die einen wurden bei Bedarf von der Obrigkeit angeordnet, die anderen, die Quatembertage etwa, ergaben sich aus der kirchlichen Ordnung. Beide wurden von der evangelischen Kirche aufgenommen und fortgeführt. Den ersten Bettag feierte sie, auf kaiserliche Anordnung hin und wegen der Türkengefahr, im Jahr 1532 in Straßburg.

Samstag, 14. November 2009

Ein Platz fürs Gedenken


Als die Nachricht vom Tode Robert Enkes am Dienstagabend bekannt wurde, ging eine Schockwelle durch Deutschland. Selbst Menschen, die Robert Enke, sein Leben und seine Karriere als erfolgreicher Torwart, bisher nur kaum oder gar nicht kannten, waren betroffen von diesem Ereignis, das gleichermaßen urplötzlich und unfassbar war. „Warum?“ war die Frage, die sich wohl jeder stellte.
Aber schon am folgenden Tag, als Enkes Witwe Teresa zusammen mit dem Psychotherapeuten ihres Mannes vor die Kameras trat und die Einzelheiten seiner Depressionserkrankung schilderte, mischten sich in die Urteile über die „tapfere, starke Frau“ die ersten kritischen Stimmen: „Darf man so etwas machen?“ In die Öffentlichkeit gehen, mit derart privaten Sorgen und Details? Den Leidensweg des eigenen Mannes so ausbreiten vor den Kameras und Mikrophonen, nur wenige Stunden nach seinem Freitod?
Die Kritik steigerte sich noch, als am Freitag die Einzelheiten zur Trauerfeier bekannt wurden: Enkes Sarg wird im Mittelkreis der AWD-Arena aufgebahrt, im Stadion werden 45 000 Menschen dabei sein, außerhalb des Stadions wird die Andacht auf Großleinwänden übertragen, auch hier rechnet die Polizei mit mehreren zehntausend Menschen. Fünf Fernsehsender übertragen die Trauerfeier live, über tausend Journalisten werden berichten. Beinahe schon bangend appellierte Hannover 96 an die Fans, sich dem Ereignis gemäß zu verhalten.
Angesichts dieser Dimensionen, es ist die Rede von der größten Trauerfeier in Deutschland seit dem Tod von Konrad Adenauer, sind viele Menschen irritiert, verstört, sogar fassungslos. Von der „Ausschlachtung eines Schicksals“ wird da in Leser-Kommentaren und Straßenumfragen gesprochen, einer „pietätlosen Vermarktung“, sogar von „reiner Show“. Enke sei schließlich nur einer von vielen Selbstmördern, die es jedes Jahr in Deutschland gibt, und deren Schicksal kaum jemanden interessiere.
Dieser Empörung aber liegen viele Irrtümer zugrunde: Es gibt eben nicht den einen, allgemein verbindlichen Kodex, wie MAN zu trauern hat. Jede Familie muss für sich selbst angesichts der Umstände entscheiden dürfen, wie öffentlich, wie groß und mit wem die Trauerarbeit zu verrichten sein sollte.
Zudem: Wie sollte man denn „richtig“ umgehen mit der gewaltigen Resonanz, die sich nach Enkes Tod in Deutschland und vor allem in Hannover zeigte? Spätestens als sich 35 000 Menschen am Mittwochabend zum Trauerzug durch die Stadt versammelten, war klar, dass es sich um ein Ereignis handelte, das mehr Menschen mehr bewegte, als sich irgendjemand das hätte vorstellen können.
Diesen Menschen, viele von ihnen Fans, die Enke Woche für Woche zugejubelt hatten, nun falsche Emotionen oder gar Eventmentalität vorzuhalten, ist ebenso töricht, wie der Familie zu unterstellen, sie habe sich von falschen Beratern zu der Großveranstaltung an diesem Sonntag drängen lassen.
Eine Gesellschaft muss Fehler verzeihen
Und natürlich verbieten sich jetzt bei der Kritik an der Größe der Trauerfeier auch Sätze wie: „Es war ja nur ein Torwart!“ – so, als gäbe es ein moralisches Gesetz, dass Ausmaß von öffentlicher Trauer nach Nobelpreisen, Kanzlerämten oder sonstiger Wertigkeit für die Gesellschaft regeln würde.
Für viele Menschen, auch Nicht-Fußballfans, bedeuten Robert Enke und sein Tod eben etwas Besonderes für ihr Leben. Das mag man verstehen oder nicht – aber respektieren sollte man es auf jeden Fall.
Denn Robert Enkes Tod wird nicht nur deshalb so betrauert, weil es einen populären sympathischen Sportler getroffen hat – sondern wohl auch vor allem, weil die Leidensgeschichte, die ihn in den Tod getrieben hat, jahrelang so perfekt verborgen unter seiner Oberfläche lag. Weil er glaubte, seine Ängste vor der Öffentlichkeit verstecken zu müssen, um als Mensch akzeptiert zu werden. Es scheint, als wollten die Menschen mit ihrer beinahe überbordenden Anteilnahme nun auch beweisen, dass es eine Gesellschaft geben muss, die eben diese Ängste, Schwächen und Fehler verstehen und verzeihen kann.
In diesem Sinne kann eine Trauerfeier gar nicht groß genug sein.


(C) Ralf Klassen


Für mich stellt sich einfach die Frage: Wie gehen wir Menschen in unserer Gesellschaft z.B. am Arbeitsplatz mit einander um, wenn Schwäche, Krankheit, Unvermögen deutlich werden?
In unserer Gesellschaft gilt scheinbar nur das Starke. Aber wir sind nicht immer alle stark.
Diejenigen die das noch von sich meinen, werden auch noch ihre Schwächen und Nöte entdecken. Was dann? Wir bejubeln das Starke und Großartige - auch gerade im Sport - aber was ist mit den Verlierern? Jetzt nach dem Freitod Robert Enkes ist offenkundig geworden unter welchen Nöten und unter welcher Krankheit er litt. Vor seinem Tod sollte keiner davon wissen und jetzt wissen es alle, die die Zeitung aufschlagen. Lasst uns aus diesem Drama lernen. Lasst uns Barmherzig werden mit den Nöten und Schwächen der anderen, aber auch mit unseren eigenen.

Freitag, 13. November 2009

Mein momentaner Lieblingsgitarrist...

... ist Walter Trout.



Trout gilt als einer der besten Gitarristen überhaupt, vielfach wird er in einem Atemzug mit Eric Clapton oder Jimi Hendrix erwähnt. Seine Musik stellt eine gelungene Synthese zwischen Blues und Rock dar.Seit 1968 spielte Walter Trout bei verschiedenen Bands und Musikern, so z. B. von 1979-1980 beim legendären Bluesmusiker John Lee Hooker. Von 1980 bis 1984 war Trout Mitglied in der Band Canned Heat, bevor er sich 1984-1989 John Mayall anschloss. 1989 gründete er die Walter Trout Band, die sich ab 1999 in Walter Trout & the Radicals umbenannte.Dank seiner faszinierenden Technik, pausenloser Touraktivität (Trout spielt über 200 Konzerte pro Jahr) und einer mitreißenden Bühnenshow hat es Trout mit seinem ersten US-Livealbum „Live Trout“ (Ruf Records, 2000) auf Anhieb auf Platz 15 der Billboard Blues-Charts gebracht.1951 geboren in New Jersey, hörte Trout schon in jungem Alter den Ruf der Musik. Sein erstes Instrument war die Trompete. Eine zufällige Begegnung mit dem großen Duke Ellington während seiner Kindheit bestärkte Trouts Interesse am professionellen Musizieren. „Das war der Wendepunkt in meinem Leben“, erinnert er sich. „Ich war dort zwei Stunden lang, während Duke, Cat Anderson, Johnny Hodges und Paul Gonsalves in einem Kreis saßen und mir über die Musik und das Leben erzählten. Sie waren so warmherzig, großzügig und nett zu mir. Ich war total beeindruckt“.1960 wechselte Trout von der Trompete zur elektrischen Gitarre. Er schloss sich über Monate in seinem Zimmer ein, und übte bis ihm die Finger bluteten. Ab dem Zeitpunkt als er seine Gitarre an den Verstärker angeschlossen hatte, gab es kein zurück mehr. Es dauerte nicht lange, bis er in die oberste Liga vordrang.Unter der Flut der sogenannten Gitarren-Heroen gibt es nur wenige, die diesen Namen auch verdienen, doch bei Walter Trout sind sich alle einig: ein ganz Großer an der Gitarre!!! Dazu singt der Kerl auch noch verdammt gut und hat ein ausgezeichnetes Händchen für das Songwriting. Das klingt übertrieben? Ist es aber nicht!Nachdem Trout sich durch ausgedehnte Tourneen und diverse Album-Releases in Europa bereits einen Namen erspielt hatte, folgte 1998 mit dem Release von "Walter Trout" auf Ruf Records endlich auch der Durchbruch auf dem heimischen US-Markt. Es folgten sechs weitere CD-Releases, die ihrerseits von intensiven Touren beiderseits des Atlantik begleitet wurden.Im Juni 2008 erschien nun mit "The Outsider" sein neues Album bei Mascot Provogue.Trout wird von der internationalen Presse zurecht gefeiert und ist ohne Zweifel einer der ganz Großen des Blues. In einer Radioumfrage des BBC wurde er auf Platz 6 der 20 Spitzengitarristen aller Zeiten gewählt (ein paar Stimmen mehr hätten ihn zusammen mit Jimi Hendrix und Jimmy Page unter die Top 5 gebracht).
1987 konnte ich Walter Trout das erste Mal wahrnehmen. Ich war auf einem Blueskonzert von John Mayall in der Siegerlandhalle in Siegen. Walter Trout und Coco Montoya spielten im Konzert die Gitarren. Wahnsinnig bis genial. Zu meiner großen Freude stellte ich fest, dass meine Frau die Musik von Walter Trout auch sehr mag. So kam es auch, das wir ihn zweimal in der Kaue in Gelsenkirchen erleben konnten. Habe heute über EBAY seine vorletzte Produktion zugesandt bekommen. "The Outsider" , tolle Produktion mit unterschiedlichen Bluesstilen, hart und rauh, aber auch romantisch sanft.
Dem Inlet konnte ich entnehmen, das Walter GOTT und Jesus Christus dankte. Das freut mich sehr.
Ich wünsche Ihm noch viele kreative Ideen und glückliche Jahre mit seiner Familie.

Donnerstag, 12. November 2009

Sie wäre heute 80 Jahre alt geworden....















.... wenn sie nicht am 14. September 1982 einen tragischen tödlichen Autounfall in Monte Carlo / Monaco gehabt hätte.


Grace Kelly war eine US-amerikanische Filmschauspielerin, die 1956 den Fürsten Rainier III von Monaco heiratete.

So bleibt sie mir nur in unvergessenen Filmrollen auf DVD in Erinnerung:

12 Uhr Mittags (High Noon) mit Gary Cooper
Das Fenster zum Hof mit James Stewart
Über den Dächern von Nizza mit Cary Grant




(hier mit Cary Grant in "Über den Dächern von Nizza").

Neil Young hat Geburtstag

Auch auf die Gefahr hin, dass Sie diesen BLOG nicht lesen, möchte ich Ihnen doch einen schönen
Geburtstag wünschen. Ich wünsche Ihnen viel Freude am Leben, Schaffens- und Willenskraft für alles was im neuen Lebensjahr ansteht. Viel Liebe und Geduld für Familie und Freunde.




Um der vielen Fans Willen wünsche Ich Ihnen noch viel Power, trotz des
anbrechenden 65. Lebensjahres.
Liebe Grüße, der Cowboy aus Ohle

Dienstag, 10. November 2009

Zeeland

Durch unterschiedliche Gründe war es uns in den Jahren 2006, 2007 und 2008 nicht möglich in den Sommermonaten Urlaub zu machen. Aber eigentlich sind wir eh keine Sonnenanbeter. Eine Bekannte von meiner Frau verfügte über ein kleines Ferienhaus in einem Ferienpark in Ellemeet auf der Insel Schouwen-Duiveland. Also war es ganz klar, dass wir uns nach den jeweiligen Herbstferien für 14 Tage dort einquartierten. Beim ersten Mal waren wir alleine unterwegs. 2007 und 2008 kamen meine Schwester Petra und ihr Freund, bzw. späterer Mann Olaf mit. Zwergpudel Guy war auch dabei. Ellemeet liegt 2-3 km von Renesse entfernt.



Hier sind wir an
unserem (2007)
Lieblings-
leuchtturm
in Nieuw-Haamstede.
Dazu die überwucherte Dünenlandschaft. Einfach
herrlich.






Hier bin ich am nahen Strand von Ellemeet.
Keine 5 Minuten mit dem Rad unterwegs. In all den 3 Jahren hatten wir sehr schönes Wetter. Olaf und ich sind sogar 2008 ins Wasser gegangen - aber das war schon frostig verrückt. Beim ersten Urlaub 2006 waren wir bis zum 4.11. in Zeeland. Pünktlich um den 1.11. schwenkte das Wetter in Richtung Herbst, Regen und Sturm um. Aber ansonsten immer mild und sonnig.
Mit Blick auf Westkapelle (auf Walcheren).
Natascha und ich unterhalb des Kais in Zierikzee vor der Windmühle. Zierikzee ist "die" kleine Traumstadt für mich. Alte Häuser, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Kopfsteinpflaster, kleine Gassen, freundliche Holländer, viele Lokale, 2 Windmühlen, 4 unterschiedlich hohe und dicke Türme prägen das Stadtbild. Wir haben das Städchen liebgewonnen und könnten jedes Jahr dort sein.
Aldi und Lidl hat es auch und wir haben als Christen auch eine gute "freie Gemeinde" dort zum Gottesdienst gefunden.

Ich bin gerade dabei die Fotos aus diesen 2 letzten Jahren einzukleben. Bin bis jetzt noch nicht dazu gekommen.
Aber jetzt werden fröhliche Erinnerungen wach.
Hier der Leuchtturm von Hoek van Holland.

BILL BRYSON




Heute möchte ich mal einen meiner Lieblingsautoren vorstellen. Mein erstes Buch, dass ich von Bill gelesen habe, war: Picknick mit Bären. Eine fröhliche Beschreibung wie er mit seinem leicht übergewichtigen, aber gutmütigen Kumpel Katz für mehrere Wochen den Appalachian Trail abwandern wollte. Da ich ja ohnehin ein Nordamerika Fan bin, hat mich einfach das Titelfoto erst einmal neugierig gemacht. Ich habe das Buch auf meiner Hochzeitsreise 2003 in Tübingen entdeckt.
Seitdem habe ich manche Bücher von ihm verschlungen. Manchmal bleibt einem sogar das Lachen im Halsen stecken - so heftig kann er schreiben. Ich verdanke ihm viele fröhliche Stunden.
Weitere Bücher, die ich auch von ihm verschlungen habe:
Streifzüge durch das Abendland (Europa für Anfänger und Fortgeschrittene)
Streiflichter aus Amerika (Die USA für Anfänger und Fortgeschrittene)
Straßen der Erinnerung (Reisen durch das vergessene Amerika)



Anbei ein kleiner Steckbrief von Bill Bryson:

Bill Bryson
(aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)


William „Bill“ McGuire Bryson (* 8. Dezember 1951 in Des Moines, Iowa) ist ein US-amerikanischer Journalist und Schriftsteller. Bryson ist seit 2005 „Chancellor“ der renommierten britischen University of Durham, die ihm auch die Ehrendoktorwürde verlieh.

Bryson, Sohn einer Journalistenfamilie in Des Moines, studierte an der Drake University, unterbrach sein Studium und kam 1973 erstmals als Rucksacktourist nach England. Er arbeitete zwei Jahre lang in einer psychiatrischen Klinik in Virginia Water in Surrey. Dort lernte er Cynthia Billen, eine Krankenschwester in Ausbildung, kennen. Nach der Heirat 1974 zog er mit seiner Frau zurück in die USA, um seinen Hochschulabschluss an der Drake University (1975 bis 1977) nachzuholen. Zurück in England, schrieb er zwei Jahre lang für das „Bournemouth Evening Echo“. Anschließend siedelte er nach London um und arbeitete hier für die „Financial Weekly“ sowie später für The Times und The Independent. 1995 zog er mit seiner Frau und den vier Kindern von North Yorkshire nach Hanover, New Hampshire. 2003 kehrte er mit seiner Familie wieder nach England zurück. Er wurde 2005 Nachfolger von Peter Ustinov als Kanzler der Universität Durham im Nordosten Englands und lebt derzeit in Wymondham, Norfolk.
Seit 1985 verfasst Bryson Bücher. Der internationale Durchbruch als Schriftsteller gelang ihm 1989 mit dem Englandbuch „Reif für die Insel“ (engl: „Notes from A Small Island“). Darauf folgten mit weiteren Titeln zahlreiche Platzierungen in den englischen, amerikanischen und zuletzt auch deutschen Bestsellerlisten, die ihm den Ruf einbrachten, einer der populärsten Sachbuchautoren der Gegenwart zu sein. Seine Leserschaft erfreut vor allem der äußerst humorvolle Tonfall seiner Bücher. Er beschreibt mit Witz geschichtliche Ereignisse, selbst erlebte Anekdoten und kleine Abenteuer, die das Sachbuch schnell in einen fesselnden Roman verwandeln.

Auszeichnungen
2004 Aventis Prize for Science Books für „A Short History Of Nearly Everything
2005 Descartes-Preis der Europäischen Kommission für „A Short History Of Nearly Everything“

Montag, 9. November 2009

Philipp Lahm

Uli Hoeness war ja am Wochenende schwer am toben, wegen eines Interviews, das Philipp Lahm der BILD Zeitung gegeben hatte. Natürlich war das Interview vom Vorstand wie auch immer, nicht genehmigt. Strafe: 50.000 €, laut einem Bericht im WDR 2 Rundfunk am gestrigen Sonntag.

Den Vorgesetzten ist sicherlich im Großen und Ganzen Gehorsam zu leisten. Muss ich am Arbeitsplatz auch. Es sei denn ich hätte eine Gewissensbelastung.

Das Geld wird Philipp sicherlich auch bezahlen - vielleicht fließt es auch für einen wohltätigen Zweck.
Ich habe mir das Interview bei Bild.de mal durchgelesen. Spontan würde ich sagen, Philipp könnte in den meisten Punkten sogar Recht haben. Will Uli Hoeness nur seine Fehler verbergen?

Mittlerweile fällt auf, dass in vielen Branchen Topmanager mit Topgehältern ganz schön viel Blödsinn verzapfen. Wer trägt den Schaden? Meistens die "kleinen" Leute, Arbeiter und Angestellte, wie auch immer. Die "hohen Herren" tun sich überall schwer mit dem Eingeständnis des eigenen Versagens.
Siehe z.B. Deutsche Bank, Bundesregierung in Sachen Opel, GM, Arcandor, Karstadt, Fc Bayern, Fc Schalke 04......

Aber vielleicht holt ja die Krise des Fc Bayern den Herrn Uli Hoeness noch ein und er kann sich mit den Aussagen seines Angestellten Philipp Lahm auseinandersetzen. Es wäre ihm zu wünschen!

Mauerfall 1989

Heute am 9. November 1989 fiel die Mauer. 20 Jahre Jubiläum.
Freuen sich alle Deutschen darüber?

Ich freue mich immer noch sehr, zumal das "ganze" ja ein Wunder ist.
Wie sollte ich sonst damit umgehen?

Waren das nur Verdienste von klugen und umsichtigen Politikern? Sicher nicht. Warum ist kein Grenzsoldat der NVA ausgetickt?
5 Monate vorher wurden ja z.B. alle Reformforderungen in China auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking mit den Panzern niedergewalzt. Viele, sehr viele Tote. Genaue Zahl wird man wohl nie erfahren. Warum lief der Mauerfall so friedlich bei uns ab?

Auch auf die Gefahr hin, das man mich für übergeschnappt halten sollte,
so möchte ich doch meine Ansicht weitergeben.

Am 9.11.1938 starteten die Nazis offiziell ihren Vernichtungsfeldzug gegen das jüdische Volk.
Das dt. Volk verehrte damals einen Diktator und späteren Massenmörder. Hitler war vielleicht auch ein dämonisch besetzter Mensch gewesen, der sich zusätzlich noch göttlich verehren lies. Die Bibel bezeugt, dass "wer den Augapfel Gottes antastet, der tastet GOTT direkt an".
(Sacharja 2, 12) Der Augapfel Gottes ist das jüdische Völk. Die Konsequenz war, das GOTT das deutsche Volk mit der Kriegskatastrophe bestrafte. Genau 51 Jahre später fällt die Mauer.
GOTT hatte mit dem dt. Volk Erbarmen und führte unser Volk wieder zusammen. Ganz ohne Blutvergießen. GOTT sei Dank.




Am 10.11.89 sah ich beim Mittagessen bei meinen Eltern die Berichte im TV.
Auch für mich war "das" damals kaum vorstellbar gewesen. Tränen der überwältigenden Freude standen uns in den Augen.

Mittwoch, 4. November 2009

Ostberlin, den 4.11.1989



Der vergessene Jahrestag des 4. November 1989
"Wir haben die DDR-Führung weggelacht"


4. November 1989, Ost-Berlin: Rund 500.000 Menschen demonstrieren auf dem Alexanderplatz. Auf bunten Plakaten werden die Mächtigen aufs Korn genommen. Das DDR-Fernsehen überträgt live. Mit dabei sind sind auch der Journalist Siegbert Schefke und der Pfarrer und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer. Im Gespräch mit tagesschau.de erzählen sie von der größten genehmigten Massendemonstration in der Geschichte der DDR - fünf Tage vor dem Mauerfall.


(Von Wenke Börnsen, tagesschau.de)
Mit einem beklemmenden Gefühl geht der Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer am Morgen des 4. November zum Ost-Berliner Alexanderplatz. "Ich hatte noch große Angst. Zum einen, weil ich nicht wusste, wie viele Menschen kommen würden. Zum anderen, weil ich befürchtete, dass die Stasi-Leute Gewalt provozieren würden", erzählt er im Gespräch mit tagesschau.de.
Auch der Journalist und Bürgerrechtler Siegbert Schefke macht sich an diesem Morgen auf dem Weg zum Alex. Prügelorgien wie noch vor vier Wochen in Leipzig befürchtet er nicht mehr. "Die Angst war längst weg." Im Gegenteil: "Es war richtig lustig. Die Demo hatte Volksfestcharakter", erinnert sich Schefke im Gespräch mit tagesschau.de. Es sei eine völlig andere Atmosphäre gewesen als auf den abendlichen Leipziger Montagsdemonstrationen. "In Leipzig war es immer schon dunkel, man hatte Angst vor der Gewalt des DDR-Staates." Schefke hatte die Prügeleien am 2. Oktober in Leipzig am eigenen Leib miterlebt. "Am 9. Oktober wurde schon nicht mehr geprügelt. Da wusste ich, dass es bei uns nicht so endet wie damals in Peking auf dem Platz des Himmlischen Friedens."


Der 4. November ist fast vergessen
Auch bei Schorlemmer legt sich im Laufe des Vormittags die Angst: "Die Demo wurde zu einem politischen Volksfest“, bestätigt er. Mehr noch: „Es war für mich ein Tag der Freiheit, den ich nie vergesse." Andere schon. Im offiziellen Wende-Gedächtnis findet dieser 4. November im Revolutionsherbst 1989 fast nicht statt. 9. Oktober, Leipzig, 9. November, Berlin - aber der 4. November? Fast vergessen. "Ich halte das für Geschichtsklitterung", empört sich Schorlemmer. Seine Erklärung: "Alles wird vom 9. November überstrahlt." Dabei sei der 4. November der Versuch gewesen, eine demokratisierte DDR zu schaffen.
Es geht an diesem Tag um Pressefreiheit, um Reisefreiheit, um freie Wahlen – nur um eines geht es nicht an diesem 4. November: um die deutsche Einheit. "Die stand überhaupt nicht auf der Agenda", erinnert sich Schorlemmer. "Wir wollten ein anderes Land aufbauen. Wir wollten eine grundlegende Veränderung der DDR."


Die DDR-Führung wankt
Künstler und Kulturschaffende haben die Demonstration organisiert. Die DDR-Führung wankt zu diesem Zeitpunkt bereits. "Da war richtig Druck im Kessel", beschreibt Journalist Schefke die Situation Anfang November 89. In Leipzig demonstrierten Montag für Montag Zehntausende, täglich flüchteten tausende DDR-Bürger in den Westen. SED-Chef Erich Honecker war schon nicht mehr im Amt und Nachfolger Egon Krenz ohne Autorität. Die Protestdemonstration auf dem Alex wird offiziell genehmigt. Das DDR-Fernsehen überträgt erstmals live.


Auf der Rednerliste stehen mehr als 20 Namen – nicht nur die von SED-Gegnern und Bürgerrechtlern. Neben den Schriftstellern Christa Wolf und Stefan Heym, Schauspieler Ulrich Mühe, Regimekritiker Jens Reich und den Kirchenvertretern Marianne Birthler und Friedrich Schorlemmer sprechen auch die SED-Mitglieder Gregor Gysi und Lothar Bisky, Ex-Stasi-General Markus Wolf und Politbüromitglied Günter Schabowski zu den Demonstranten. Sie versuchen es zumindest. "Sie wurden lautstark ausgepfiffen", erinnert sich Schefke. "Die müssen in einer völlig verklärten Welt gelebt haben." Ihm ist es unbegreiflich, "dass Mauerverantwortliche, wie Schabowski oder Wolf, an diesem Tag vor das Volk treten konnten."
[Bildunterschrift: "Warum reißen die nicht schon heute die Mauer ein?" Der Journalist Schefke. ]Als eine "krasse Fehleinschätzung der Lage" bewertet Schorlemmer die Entscheidung der DDR-Oberen, sich den Massen zu stellen. "Sie wurden vor den Fernsehaugen von der Bühne gelacht." Zusammen mit Schabowski oder Markus Wolf auf der Rednerliste zu stehen, stört Schorlemmer bis heute nicht."„Nein, ich habe Respekt davor, dass sie gekommen waren."

"Der DDR-Staatsapparat wurde ausgepfiffen"
Bei diesem "Fest der Demokratie", wie Jens Reich diesen 4. November später einmal beschreibt, haben die DDR-Oberen nichts mehr zu melden. "Der ganze DDR-Staatsapparat wurde plattgemacht, ausgepfiffen, lächerlich gemacht", sagt Schefke. Mutig und frech geht es auf Plakaten gegen Partei und Politiker: "Glasnost statt Süßmost", "Reformen, aber unbeKrenzt", "Neue Männer braucht das Land" und immer wieder "Keine Gewalt". "Wir haben die DDR-Führung von der Macht gelacht", sagt Schorlemmer.
Die Massendemonstration bleibt friedlich – vielleicht auch, weil niemand zur Mauer ging. "Es war eine erhebliche Zahl an Sicherheitskräften zusammengezogen", erinnert sich Schorlemmer. Die DDR-Führung habe wohl damit gerechnet, dass die Massen zur Mauer strömen würden. "Dann wäre es nicht friedlich geblieben."

Schefke sieht das anders. Warum gehen diese Menschenmassen nicht einfach zur Mauer, zum Brandenburger Tor?, habe er sich damals auf dem Alex gefragt. "Warum reißen die nicht schon heute die Mauer ein?" Er versteht das bis heute nicht.
Der Pfarrer und Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer geht nach der Kundgebung glücklich nach Hause."Nie habe ich mich mit der DDR so identisch gefühlt wie an diesem Tag", sagt er."Ich dachte, wir können mit dem klugen Volk der DDR ein demokratisches, ein freies Land aufbauen. Der Wunsch wird bald schon von der Realität überholt: Fünf Tage später ist die Mauer offen.

Zur Person:
Friedrich Schorlemmer, Jahrgang 1944, ist evangelischer Theologe, Bürgerrechtler und Publizist. Von den siebziger Jahren an war er Mitglied der Friedens-, Menschenrechts- und Umweltbewegung in der DDR. 1989 gehörte zu den Mitbegründern des "Demokratischen Aufbruchs". Schorlemmer unterzeichnete den Aufruf "Für unser Land" vom 26. November 1989, in dem sich die Initiatoren und Unterzeichner gegen eine deutsche Wiedervereinigung und für eine Eigenständigkeit der DDR aussprachen. 1993 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Schorlemmer ist Mitglied der SPD.

Zur Person:
Siegbert Schefke, Jahrgang 1959, studierte an der Hochschule für Bauwesen. 1986 war er Mitbegründer der Umweltbibliothek in Berlin. Ab 1987 arbeitete er als freiberuflicher Fotograf, Journalist und Kameramann für verschiedene politische TV-Magazine und westliche Zeitungen. Er dokumentierte die Umweltzerstörung und den sich formierenden Widerstand in der DDR. 1989 lieferte er zusammen mit Aram Radomski die ersten Bilder von den Leipziger Montagsdemonstrationen. Heute arbeitet Schefke für den MDR und ARD-aktuell.
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Voller Dankbarkeit bin ich, dass endlich das deutsche Volk wiedervereinigt ist. Ich konnte mir das damals zwar nicht vorstellen, aber ich muss auch gestehen, dass ich da früher nie groß drüber nachgedacht hatte, zumal wir keine Verwandten im Osten hatten. Das ist erst anders geworden als ich Ende der 70er Jahre zum ersten Mal vor der Mauer, den Todesstreifen und am Check Point Charlie stand. Sehr bewegend waren damals die Stunden im Check Point Charlie Museum. Im November 1990 hatte ich Freunde in Berlin besucht. Auf dem ehemaligen Todesstreifen stand mitten in Berlin ein großer Zirkus. Die Vorstellung ging gegen 23.00 h zu Ende und das Orchester spielte "Oh du fröhliche...".

Claude Brousson...

....ein Hugenottenmärtyrer
Gedenktag: evangelisch,
4. November


Name bedeutet: der Hinkende / aus dem (altröm.) Geschlecht der Claudier (latein. - französisch)
Prediger, Märtyrer * 1647 in Nîmes † 4. November 1698 in Montpellier

'Der in Toulouse lebende Rechtsanwalt Claude Brousson verteidigte Hugenotten, die unter Einschränkungen und Verfolgung litten. Er protestierte - u.a. vor dem Parlament in Bordeaux - gegen die Schließung von protestantischen Kirchen und arbeitete von Mai bis Juli 1683 mit Gleichgesinnten in Toulouse und Umgebung am Aufbau einer gewaltfreien Widerstandsgruppe. Dies löste neue Verfolgungen aus, Brousson musste in die Schweiz fliehen, wo er in Lausanne lebte. Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes durch König Ludwig XIV. 1685 setzte er sich für die Flüchtlinge ein und verfasste Briefe an die französischen Pfarrer, die in protestantische europäische Länder geflohen sind. Darin warnte er vor dem Rationalismus von Descartes und vor sophistischen, philosophischen modernen Gedanken: das sei Philosophie, deren Maximen offensichtlich gefährlich und bösartig sind.
Brousson reiste nach Berlin und Amsterdam, um Unterstützung für die französischen Prostestanten zu organisieren. Im Sommer 1689 kehrte er in seine Heimat zurück und zog predigend und aufmunternd durch die reformierten Gemeinden in Südfrankreich. Nach einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz begab er sich 1695 in die Normandie und wirkte dort im Verborgenen, bis er vor den Verfolgungen nach Holland floh. Hier versuchte er sich bei den Friedensverhandlungen von Rijswijk - heute ein Stadtteil von Den Haag - für eine Duldung der reformierten Kirche in Frankreich einzusetzen, was aber misslang. Seine Familie ließ er nun in Sicherheit in Holland zurück, er selbst ging im August 1697 wieder nach Südfrankreich und zog erneut als Prediger durch die reformierten Gemeinden, bis er im Herbst 1698 verraten, in Oloron und Béarn gefangen gehalten, dann zum Tod verurteilt und vor einer über 10.000-köpfigen Menschenmenge hingerichtet wurde.
Sein Henker habe gesagt: Ich habe mehr als 200 Menschen gerichtet. Keiner hat mich beeindruckt wie Brousson. Ich bin sicher, er ist als Heiliger gestorben. Die aufsehenerregende Hinrichtung bestärkte die französischen Protestanten in ihrer Haltung; sie organisierten sich nun erst recht in geheimen häuslichen Versammlungen.


Montag, 2. November 2009

Einsteigen

Der weit gereiste und hochgebildete Arzt und China-Missionar Hudson Taylor (1832-1905) wurde von Studenten nach seinem Umgang mit der Bibel gefragt. Er sagte: "Meine Herren, wenn Sie morgen mit der Bahn nach Hause fahren wollen, dann schlagen Sie das Kursbuch auf. Darin steht Ihr Zug, der zu einer bestimmten Zeit abfährt. Was machen Sie nun? Prüfen Sie nach, ob das einen historischen Kern hat? Fragen Sie nach, ob das literarische Zusätze eines Bahnoberinspektors sind? Fragen Sie nach, ob das für alle Zeiten so gilt? Gewiss nicht, meine Herren! Sie gehen doch zum Bahnhof. Sie finden ihren Zug. Sie kommen ans Ziel. So mache ich es mit der Bibel. Ich nehme Ihre Anweisungen und Verheißungen ernst und merke:
So geht es. So kann man fahren. So kommt man ans Ziel".
Wie am ersten Tag der Welt hat uns GOTT heute etwas zu sagen. Das ist sicher. Das ist alles.
Er sagt:"Steig ein und verlass dich drauf. Ich bringe dich nach Hause."


(C) Neukirchener Kalender 2009, vom 1.11.


Es gibt sicher manche Bibelstelle, die durchaus einen historischen Hintergrund hat, den wir beachten müssen. Das sollte uns aber nicht veranlassen, die Bibel als alt und verstaubt abzutun. GOTT spricht darin zu uns und ER möchte uns begegnen, mit uns leben und uns lieben und nach unserem Tod uns nach hause bringen. Das gilt und ist verlässlich wahr, deswegen glaube ich.

Sonntag, 1. November 2009

Erhard Schnepf


Erhard Schnepf
Gedenktag evangelisch: 1. November
Name bedeutet: mit starker Ehre (althochdt.)
Pfarrer, Reformator, Professor * 1. November 1495 in Heilbronn in Baden-Württemberg † 1. November 1558 in Jena in Thüringen

Erhard Schnepf, Sohn eines Schuhmachers, studierte in Erfurt und Heidelberg Theologie und Jura und hörte hier 1518 die berühmte Disputation Luthers mit Johann Eck über die Rechtfertigungslehre, die ihn von der Lehre des Reformators überzeugte. Er wurde Pfarrer in Weinsberg und dort 1520 der erste Prediger, der sich der neuen Lehre verpflichtet fühlte, weshalb er 1522 aus der Stadt vertrieben wurde. 1524 wurde er als Prediger in die Reichsstadt Wimpfen berufen, 1526 an den Hof in Hessen-Nassau, 1528 durch Landgraf Philipp von Hessen an die neu gegründete Universität Marburg und zu seinem Berater auf den Reichstagen in Speyer 1529 und Augsburg 1530, wo die Reichsstände Kaiser Karl das Augsburger Bekenntnis überreichten.
1535 bestelle Herzog Ulrich ihn nach Stuttgart zum Generalsuperintendenten der württembergischen Kirche, um hier die Kirche gemeinsam mit Ambrosius Blarer zu reformieren, wobei Blarer für die südlichen, Schnepf für die nördlichen Landesteile zuständig war. Der Lutheraner Schnepf geriet mehrmals in scharfe Auseinandersetzungen mit dem eher reformiert gesinnten Blarer; deren heftigste auf dem Götzentag in Urach verlor Schnepf: der Herzog erließ ein Bilderverbot, das die Schwaben viele wertvolle Kunstwerke gekostet hat. Als dem Herzog das Vorgehen Blarers zu radikal wurde, setzte er diesen 1538 ab und Schnepf wurde nun mit der Verantwortung für die Reformation im ganzen Land betraut. Mit seiner Kirchenordnung von 1536 konnte er ein gemäßigtes Luthertum in ganz Württemberg durchsetzen, das auch heute noch die württembergische Landeskirche prägt.
1543 wechselte Schnepf als Professor nach Tübingen. Als Gegner des Interims, mit dem die württembergische Kirchenordnung in der Folge des Schmalkaldischen Krieges aufgehoben wurde, legte er 1548 sein Amt nieder und ging als Dekan und Lehrer am Colleg nach Jena; dort wurde er 1557 auch Gründungsrektor der neuen Universität.
Schnepf wurde in Jena bestattet. 1982 wurde sein Grabstein in der dortigen Stadtkirche aufgestellt.