Mittwoch, 10. Februar 2010

Gitarre

Seit den 70er Jahren habe ich angefangen mich für die Rockmusik zu interessieren. So war meine Lieblingsmusik schon immer Gitarrenorientiert. Damals hatte jeder im Kirchensaal oder Bunker seinen Lieblingsgitarristen.
Über all die Jahre ist natürlich manche Veränderung in meine Vorliebe hineingekommen. Der Hardrock wurde abgelöst vom Blues. Jazzelemente kamen dazu - auch Folk. Der gute alte "Hardrock" der 70er Jahre erlebte auch bei mir eine Reunion. Über all die Jahre bin ich dem Musiker Neil Young am treuesten geblieben. Deswegen möchte ich ihn meine klassische Nummer 1 nennen.

1) Neil Young (Kanadischer Musiker, geb.: 12. Nov. 1945 in Toronto), Woodstockerfahren mit Crosby, Stills, Nash & Young. Davor bei Buffalo Springfield. Seit Anfang der 70er Jahre ist er im allgemeinen Solo, aber auch mit Begleitband unterwegs. Er pendelt zwischen der Rockmusik, aber auch dem Country- und Folk hin und her. Ausflüge in den Jazz- und Rock´n´Roll Bereich waren gewöhnungsbedürftig. Sicherlich ist er stilistisch nicht der handwerklich beste Gitarrist. Aber ich mag sein verzerrtes Gitarrenspiel und seinen schlichten Gesang. Er spielt auch Harmonika und Piano. Meine Lieblingssongs: "Like a hurricane", "Heart of Gold", "Rockin´in the free world", "Pocahontas".




2) Jimi Hendrix - leider viel zu früh verstorben (Alkohol und Tabletten - 18.9.1970). Er revolutionierte das Gitarrenspiel in der aufkommenden Rockmusik der 60er Jahre. Unvergessen sein Auftritt bei Woodstock wo er u.a. als Protest gegen den Vietnam Krieg der USA die Hymne "Star Spangled Banner" verzerrte und verunglimpfte. Er ist Vorbild für manche Gitarristen bis heute. Was würde er heute für eine Musik machen?
Bekannte Songs u.a. "Foxy Lady", "Hey Joe".



3) Eric Clapton (30.3.1945 geb.), in den 60er Jahren wurden Graffitis in England an den Wänden gefunden mit der Aufschrift: Clapton is God. Sicherlich überzogen, denn er ist nur ein Mensch. Sehr wechselhaft seine Karriere in den ersten Jahren. Drogen und Alkohol machten ihm bis in die 80er Jahre große Not. Angefangen bei den Yardbirds (1964), später bei John Mayall´s Bluesbreakers, The Cream, Blind Faith, Delaney & Bonnie, Derek & the Dominos. Die Liste seiner bekannten Songs sprengt alles. Favoriten: "Layla", "Wonderful Tonight", "Cocaine", "Tears in Heaven". Die Drogen hat er schließlich besiegt. Erwähnenswert ist auch seine Biografie aus den letzten Jahren.
In diesem Jahr hätte ich ihn gerne zusammen mit Steve Winwood in Dortmund erlebt. Aber die Karten sind mir einfach zu teuer.


4.) Walter Trout (geb.: 6.3.1951 Ocean City, New Jersey).
1988 habe ich ihn zum ersten Mal als Gitarrist bei John Mayall in Siegen gehört. Genial.
Seit dem hat er mich nicht mehr losgelassen. Mittlerweile besorge ich mir fast alle seine Produktionen. Meine Frau begeistert sich auch für ihn und wir haben in schon 2x in der Kaue in Gelsenkirchen erlebt. Harter Blues. Seine Karriere begann bei JohnLee Hooker, dann Canned Heat und John Mayall, bevor er sich entschloss selbständig unterwegs zu sein.


5.) Glenn Kaiser (geb. 21.1.1953) ist auf dem Musikmarkt in Deutschland eher unbekannt. Er ist ein Vertreter der sogenannten "christlichen" Rockmusik. Gleichzeitig ist er Pastor bei den JESUS PEOPLE in Chicago. Bis in die 90er Jahre hinein war er mit seiner Rockband REZ unterwegs. In den letzten Jahren neigt er eher dem Blues zu. Spielt Gitarre und Harmonika.
Manche seiner Songs erinnern an Rory Gallagher.




6.) B B King (geb. 16. Sept. 1925). Beim seinem letzten Konzert in Essen (2006) das wir erlebt haben, war er schon über 80 Jahre alt. Aber bis heute ist er der "letzte" große farbige Gitarrist in der Bluesmusik. Unzählige Grammys erhielt er für seine Produktionen, aber auch eine Ehrendoktorwürde. In seinem Geburtsort wurde 2008 ein großes Museum über ihn eingeweiht. Er wurde auch schon zu Lebzeiten in die Hall of Fame aufgenommen. Seine Gitarren tragen immer den Namen Lucille. "The Thrill is gone" ist sein größter Hit. Mir gefällt besonders seine Produktion mit Eric Clapton "Riding with the king" aus dem Jahre 2000.



7.) Ritchie Blackmore. Wer erinnert sich nicht an seine Gitarrenläufe auf dem Album "In Rock" von Deep Purple. In den 70er Jahren war er "der" Gitarrist, vielleicht neben Jimmy Page (Led Zeppelin), der Rockmusik. Nach Deep Purple ging der Erfolg in den 80er Jahren über Rainbow weiter. Seit einigen Jahren spielt er Folklore mit der Band Blackmore´s Night. Musik die stellenweise an das Mittelalter erinnert. Aber auch hier werden seine Fähigkeiten deutlich. Wir haben die Band einmal in Dinslaken erlebt. Fröhlich romantisch, dann aber auch kleine Ausflüge in die Rockmusik. "Child in Time". Der Riff schlechthin: "Smoke on the water" und der Song "Women from Tokio".




8.) Rory Gallagher (geb.: 2.3.1948 in Ballyshannon) ist leider auch viel zu früh verstorben (14. Juni 1995). Der Alkoholgenuß ruinierte seine Leber. Er starb kurze Zeit nach einer Transplantation. Wunderbarer Bluesgitarrist, der auch leise Songs auf der Akustischen Gitarre spielte. Die legendäre Produktion "Irish Tour" von 1974 ist immer noch hörenswert. Begonnen hatte er mit der Band Taste als härte Antwort gegenüber der Gruppe Cream, Ende der 60er Jahre. Neben der elektrischen Gitarre, beherschte er auch die akustische Gitarre, spielte Mandoline, Harmonica und das Altsaxophon. Weitere gelungene Blues-Rock-Alben sind: "Calling Card", "Photo Finish" und "Top Priority".


9.) Duane Allman (geb.: 20.11.1946 in Nashville), der Gitarrist der frühen Allman Brothers.
Greg sein Bruder, spielt heute noch in der Band. Am 29. Oktober 1971 verunglückte er mit dem Motorrad tödlich in der Nähe der Idlewild Ranch, auf der die Band damals lebte. Auf der Produktion "Each a Peach" (1972 veröffentlicht) ist er ein letztes Mal zu hören. Er war auch Sessionmusiker bei Boz Scaggs, Aretha Franklin und Wilson Pickett.
Welche Karriere lag noch vor ihm? Wunderbar klingt bis heute sein Gitarrenduett mit Eric Clapton bei dem Song "Layla".




10.) Al diMeola (geb.22.7.1954) ist ein Gitarrist der Jazz-, Fusion- und Flamencoszene. Gitarrist bei "Return to Forever". Hörenswert die akustische Trioproduktion mit John Mc Laughlin und Paco de Lucia aus Anfang der 80er Jahre, "Friday Night in San Francisco". Hörenswert immer noch die früheren Produktionen von "Elegant Gypsy" und "Land of the Midnight Sun". Auf einer Live Produktion mit Stomu Yamashta bekam ich damals bei seinem Gitarrenspiel fast einen Schüttelfrost - so genial. Schon auf seinen frühen Aufnahmen z. B. mit Chick Corea ist besonders die hohe Geschwindigkeit deutlich geworden, mit der er die Gitarre spielt. Saubere, gegriffene Töne - nichts verzerrtes. Er spielt tatsächlich jeden Ton mit der rechten Hand an. Seine letzten Produktion gehören zur Rubrik: Weltmusik.

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