Donnerstag, 25. Februar 2010

weibliche Gesangsstimmen

Hi, Hi. Wie ich schon an anderer Stelle bemerkt habe, bin ich mit der Rockmusik in den 70erJahren großgeworden. Das hat mich bis heute geprägt. Im älterwerden verändern sich auch Musikgeschmäcker. Neues kommt hinzu, anderes bleibt weg oder verschwindet ganz und gar.
Da es in der Rockmusik (Genre: Hardrock, Heavymetal) relativ wenig weibliche Shouter und Sängerinnen gibt, bin ich jetzt selbst von mir überrascht, das ich eine Liste von "tollen" Gesangsstimmen erstellen möchte. In den 70er Jahren haben mir z.B. die Schwestern Wilson von der Gruppe HEART sehr gefallen. Ich kann mich auch noch an Stevie Nicks von Fleetwood Mac erinnern, aber dann war fast schon Schluß.


Deswegen erstaunt mich mein Ergebnis schon. Es geht jetzt nicht darum, welche Künstlerin ich privat am liebsten höre oder von welcher ich die meisten LP´s oder CD´s habe. Meine Hörgewohnheiten sind auch wechselhaft.

Als genialste Stimme möchte ich Mahalia Jackson auf Platz 1 setzen. (geb.: 26.10.1911, gest.: 27.01.1972) In den 90erJahren habe ich eine zeitlang in einem Gospelchor gesungen, was mich auch musikalisch beeinflusst hat. In einem Wühltisch fand ich eine Best of... von Mahalia. Warum nicht? Eine Wahnsinsstimme. Sie hat ihr ganzes Leben Spirituells und Gosples gesungen. Eine "weltliche" Musikkarriere strebte sie nie an. Sie wollte nur in Gottesdiensten zur Ehre Gottes singen. Sie war dem Bürgerrechtler Dr. Martin Luther King verbunden. War mit auf dem Marsch nach Washington und sang auf dessen Beerdigung. Eine kleine Biografie von Lotte Bormuth "Mein Lied für Gott" habe ich auch gelesen. (Francke Verlag 3-86122-423-2)



Auf Platz 2 setze ich Joan Baez (geb.: 9.1.1941). Die Musik von Joan Baez lernte ich in den 70er Jahren kennen. Sie war das ganze Leben lang Friedensaktivistin. Während dem Vietnamkrieg war sie Weihnachten in Saigon, obwohl ihre Landsleute Bomben über ihr abwarfen. Einige Male war sie in den 60er Jahren auch im Gefängnis. Sie ist in den Folkszene Anfang der 60er Jahre bekannt geworden. Wer kennt nicht Songs wie "We shall overcome", "Farewell Angelina", "Sag, mir wo die Blumen sind", "Joe Hill" und "The Lady came from Baltimore". Ich kann mich noch an ein geniales Konzert Mitte der 80er Jahre erinnern im Müngerdorfer Stadion in Köln. Joan Baez, Bob Dylan, Santana und Wolf Maahn. Im Frühjahr 1990 habe ich sie mal in der Liederhalle in Stuttgart gehört. Danach wurde es still. Ich vergaß sie und ihre Musik. Bis vor ca. 6 Jahren, als mir meine Frau eine neue CD von ihr unter den Weihnachtsbaum gelegt hatte. Ihre helle glasklare Stimme ist natürlich etwas dunkler geworden.


3. Platz gehört Janis Joplin (geb.: 19.1.1943, gest.: 4.10.1970 in Los Angeles). Sie ist die Ikone der Rock- und BluesMusik schlechthin. Vermutlich habe ich sie als erstes namentlich kennengelernt, da ich musikalisch von der Woodstockgeneration geprägt worden bin. Leider ist sie viel zu früh an ihrem Lebensstil (Alkohol und Drogen) verstorben. Aber diese Leidenschaft in der Stimme und das für eine "weiße" Sängerin. Hören kann ich ihre Musik nur, wenn ich alleine im Haus bin. Vermutlich würden manche Menschen erschrocken sich abwenden.



4. Platz Barbra Streisand (geb.: 24.04.1942 in Brooklyn). Bewußt zum ersten Mal habe ich sie in dem Musik Film "Yentl" Anfang oder Ende 1983 im Kino in Altenhundem wahrgenommen. Meine damalige Freundin schleppte mich in den Film. Erst skeptisch - dann total begeistert.
Am 1.7.2007 war Barbra überraschend für ein Konzert in Berlin. Das grenzte schon an ein Wunder, da sie selber Flugangst hat und sie als Jüdin noch nie in Deutschland gewesen war. Die Eintrittspreise waren astronomisch hoch. Ich hatte schon überlegt mit dem Auto nach Berlin zu fahren und notfalls auch darin zu übernachten. 130.00 € war ich bereit auszugeben - bin dann doch nicht gefahren. Die billisgte Karte sollte 150,00 € kosten. Heute ärgere ich mich ein wenig darüber - aber ich hatte eine innere Grenze mir vorgenommen. Eine Lebensbiografie über sie war auch spannend zu lesen. Letztens saß ich in der Mayerschen Buchhandlung in Dortmund im Cafe mit einem großen Bildband über Barbra Streisand. Ich mag sie einfach - gesanglich und schauspielerisch. Die letzte große Diva. Mich wundert bisher, das ich noch kein Foto von ihr an der Wand habe. Was würde dann meine Frau sagen?



5. Platz Aretha Franklin (geb.: 25.03.1942 in Memphis) Das ich die Stimme von Aretha Franklin kennenlernte, habe ich auch einer Frau zu verdanken. Melanie aus dem damaligen Freundeskreis hörte sie sehr gerne. "Freeway of love" war 1985 ein großer Hit. Dann kam eine neue Produktion heraus, auf der sie einen Song von den Rolling Stones sang. "Jumpin´ Jack Flash" und an der Gitarre Keith Richards. Ich raste sofort los in den nächsten Plattenladen. Die Ladenkette "Montanus" gibt es schon lange nicht mehr. Das Musikmagazin Rolling Stone hat sie letztens zur größten Sängerin gewählt.


6. Platz Ashley Cleveland (geb.: 2.2.1957). Persönlich höre ich am liebsten im Moment die Musik von Ashley Cleveland und Barbra Streisand. P.S. Habe schon an anderer Stelle im Blog von ihr geschwärmt.


7. Platz Inga Rumpf (geb.: 2.8.1946 in Hamburg)
Die Musik der Sängerin Inga Rumpf lernte ich bei meiner BW-Zeit 1980 kennen. Als Shouterin in den Bands "Frumpy" und "Atlantis" lernte ich ihre bluesige Röhre schätzen. In den 80er Jahren war es dann recht still um sie und ihre Musik. In den 90er Jahre brachte sie eine reine GospelCD raus und sang seit dem viel in Kirchen und auf Kirchentagen. Am 9. Sept. 2006 spielte sie mit ihrer Gruppe im Vorprogramm von B.B.King in der Essener Grugahalle. Natascha und ich waren im Konzert. Wahnsinn - einmal alte "Atlantis" Songs zu hören. Besonders "Friends" ging in mir ab. Am Ende stand sie noch zusammen mit dem großen B.B. King auf der Bühne und jammte was das Zeug hergab.


8. Platz Candice Night (geb.: 8. Mai 1971 auf Long Island). Ihr eigentlicher Name lautet Candice Lauren Isralow. Über den Backgroundgesang bei der Rockband "Rainbow" lernte sie ihren späteren Ehemann und Gitarristen Ritchie Blackmore kennen. Zusammen machen sie seit 1997 mit der Band Blackmore´s Night Furoure. Mittelalterliche Folkmusik mit rockigen Einflüssen. Die Konzerte haben eine ganz besondere Stimmung. Im Publikum sitzen viele Menschen kostümiert, wie im Mittelalter. Viele Konzerte finden in Burgen statt. Ein wunderbares Konzert erlebten wir am 3.8.2005 auf der Burg in Dinslaken. Lange hatten wir im Dauerregen angestanden. Als das Konzert losging, war der Regen verschwunden. Als besonderes Highlight an diesem Abend: "Child in Time" - das genialste Stück aus den Deep Purple Tagen, gesungen von Candice Night. Ritchie zauberte an der Gitarre.


9. Platz Joan Armatrading (geb.: 9.12.1950 in Basseterre) Das erste Mal wahrgenommen habe ich Joan Ende der 70er Jahre bei den legendären TV/Radioübertragen des WDR Rockpalastes. Unbeschreiblich intensieve Musiknächte von denen ich noch ein paar Cassetten (was ist das?) habe. Aber zu meiner Schande muss ich gestehen, das es bis 2009 gedauert hat, bevor ich mir eine Produktion von ihr gekauft habe. "Into the Blues". In ein paar Wochen tritt sie in Iserlohn auf. Ich bin noch mit mir am ringen, ob ich Karten besorgen soll?

10. Platz Bonnie Raitt (geb.: 8.11.1949 in Burbank/Kalifornien) ist eine amerikanische Rhythm- & Blues und Countrysängerin, sowie auch Gitarristin. Im Jahre 2000 wurde sie in die "Hall auf Fame" aufgenommen. Da die Blues und Countrymusik in Deutschland nicht so populär ist, wie in den Staaten, wird sie und ihre Musik bei uns in Deutschland weniger wahrgenommen.
Natürlich gibt es auch bei uns eine Blues- und Countryszene. Aber kommerziell eher unbedeutend. Wann und wo hört man schon mal den Blues im Radio?


11. Platz Mary Chapin Carpenter (geb. 21.2.1958 in Princeton/New Jersey).
Bewußt kenne ich Mary Chapin Carpenter erst seit 2007, als ich mir überraschend ihre Produktion "The Calling" kaufte. Ich weiß so recht gar nicht warum ich es tat? Hatte ich eine gute Musikkritik im "Amerika"magazin gelesen? Heute bin ich dankbar für ihre Songs aus der Countryszene. Erfolgreich ist sie in den Staaten sehr. Einige Grammys hat sie in ihrer jungen Musikkarriere eingeheimst.

12. Platz Rory Block (geb. 6.11.1949 in Princeton/New Jersey), eigentlich heißt sie Aurora Block und ist eine amerikansiche Bluessängerin, Gitarristin und Songschreiberin. An ihre Musik bin ich durch den Alternativversandhandel zweitausendundeins gekommen. Er hatte 2 Produktionen von ihr aus den 90er Jahren sehr posetiv bewährtet. Und auf der Suche nach neuer Stimme oder einem neuen Sound, kaufte ich mir ihre Produktionen. Habe letztens in Dresden in einem SecondHandLaden in der Nordstadt ein altes Schätzchen erstanden aus den Anfangstagen ihrer Karriere. "The Lady and Mr. Johnson" aus 2006 ist auch eine geniale Produktion. Fast nur ihre Stimme und die akutische Gitarre und die alten Songs von Mr. Johnson aus den 30erJahren.


Das wars. Vielleicht wird jemand Shakira, Mariah Carey u.a. vermissen. Aber ich stehe auf diese Art von Popmusik überhaupt nicht. Joss Stone kenne ich zu wenig und letztens habe ich eine CD von Eva Cassidy in einem Secondhandladen gekauft. Eva Cassidy könnte mir langfristig gefallen. Leider ist sie schon verstorben. Tracy Chapman habe ich auch noch vergessen. In den 70er Jahren hat mir auch Kate Bush sehr gefallen. Gut fand ich auch Tina Turner mit "Nutbush City Limits", aber dann wurde aus dem Soul Popmusik. Aber ich kann es nicht allen Recht machen.....
LG

1 Kommentar:

  1. Interessanter Blog über weibliche Rockstimmen!!! Ich müßte mal eine eigene Liste erstellen !

    LG Bernd

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