Riding fpr the son

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Riding for the Son...unterwegs

Montag, 12. Juli 2010

Windhund des Rock

John Fogerty in Köln (VON BERND SCHUKNECHT)

Köln. Eigentlich sollte das Konzert von Rock-Ikone John Fogerty als Open Air im Kölner Tanzbrunnen stattfinden, doch eine Unwetter-Warnung veranlasste den Veranstalter, die 3. Classic Rock Night sicherheitshalber in das Tanzbrunnen-Theater zu verlegen. An Fogerty, einst musikalischer Kopf von Creedence Clearwater Revival und zwischen 1969 und 1972 Schöpfer von neun Top-Ten-Hits in den USA, scheinen die Jahre spurlos vorübergegangen zu sein. Der 65-Jährige wirkt optisch wie 45 – was weniger interessiert – und musikalisch wie 25, was allerdings schlichtweg einer Sensation gleichkommt.



(Foto: Uli Fleger; leider Camera falsch eingestellt)


Mit "Hey Tonight" stürmt er – mit einer sechsköpfigen Band im Nacken – los wie ein Windhund aus der Box, rockt mit einer Leidenschaft, die man einem Routinier kaum zugetraut hätte. Dabei macht sich nicht nur bei den schwülen Swamp-Rock-Titeln wie "Born On The Bayou" oder "Green River" im Theater eine feucht-heiße Atmosphäre wie in einem Club unweit der Sümpfe Louisianas breit.

(Foto: Uli Fleger, Tanzbrunnen Köln)

Auf der Bühne grollt der sonore Sound einer Hammondorgel, mit dem Geiger liefert sich Fogerty trickreiche Duelle, den treibenden Rhythmus gibt ein Muskeltier an den Drums vor, und mindestens zwei weitere Gitarristen sorgen für einen rockig gradlinigen Kurs.
Es sind maßgeblich die alten Hits von "Midnight Special", über "Fortunate Son" und "Have You Ever Seen The Rain" bis hin zur Zugabe "Proud Mary", die die Fans während des rund zweistündigen Konzerts hören wollen, aber mit der musikalischen Harmlosigkeit der Karo-Hemden-Träger von CCR einst hat das heute nichts mehr zu tun. Was der juvenile Fogerty den staunenden Fans von früher und den anerkennend nickenden jungen Fans von heute präsentiert, ist mehr als eine Wiederbelebung von Creedence Clearwater Revival, sondern eine umfassende Verjüngungskur, dessen umjubeltes Ergebnis ohne Abstriche in die Jetztzeit passt.

(Quelle: Rheinische Post)



John Fogerty als Musiker hatte ich ziemlich vergessen. Sicherlich, ich hatte noch 2 Doppel LP´s aus den 70er/80er Jahren mit den besten Songs von Creedence Clearwater Revival (C.C.R.). Aber hören? Fehlanzeige. Sicherlich, wenn mal "Sweet Hitch Hiker" oder "Hey Tonight" im Radio lief, dann kamen Erinnerungen hoch und der Groove war schon klasse. Dann sind wir ja im vergangenen Juli lange durch die Staaten und Kanada gefahren und haben passende Musik im Auto gehört. Da war auf einmal John Fogerty passend und ich hatte inzwischen auch eine CD von ihm und mit seinen Hits. So war es nur eine Frage der Zeit, wann ich Konzertkarten kaufen würde. Also waren meine Frau und ich am Freitag im Tanzbrunnen in Köln. Leider kein Openair - dafür sehr miese Luft im Theater. Als gegen 20.30 John Fogerty mit seiner 6 köpf. Band auf die Bühne kam, gab es kein Halten mehr im Saal. Die sogen. "Grufties" wurden auf der Bühne, aber auch im Publikum flott. John ist mittlerweile schon 65 Jahre alt (was man ihm nicht ansieht), aber er fesselte und faszienierte alle. Jung, wie alt und ich bin gut 25 Jahre jünger geworden, wenn auch nur für ein paar Stunden. Herzlichen Dank, John - auch wenn ich "Sweet Hitch Hiker" vermisst habe. Info am Rande: die Musik klingt entstaubt und wird zwischendurch mit der Fidel aufgewertet. Guter Rock, Rock´n´Roll und stellweise guter Country.
Als wir gegen 22.30 h aus der Halle kamen zeigte das Thermometer 32 Grad - fast wie in den Südstaaten.

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