Samstag, 1. Januar 2011

Gutes oder Böses

"Lass Dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem."

Die diesjährige Jahreslosung steht im Brief an die Römer (12,21).
Vor neun Jahren stürzten nach einem Zusammenstoß über dem Bodensee zwei Flugzeuge ab. 71 Menschen, darunter 49 Kinder, fanden auf tragische Weise den Tod. Ein Mann, der bei diesem Unglück seine ganze Familie verlor, tötete drei Jahre später den ehemaligen Fluglotsen in Zürich. Tod um Tod, Leben um Leben. Wie kommt man daraus? Denn die Rechnung geht nicht auf, geht eigentlich nie auf. Frieden kommt nur aus Frieden und nicht durch Vergeltung oder gar Rache. Das macht die diesjährige Jahreslosung deutlich.
Es gibt ja tatsächlich so etwas wie eine "Achse des Bösen" - mitten in unserer Welt. Aber auch mitten durch unser Herz. Dort dreht sich alles um unser gutes Recht, das wiederhergestellt werden muss. Und aus dem Strudel des vermeintlich guten Rechts wird eine Spirale des Bösen, die sich immer schneller und immer enger dreht. Es greift auch viel zu kurz, wenn wir dabei nur an die "Blutrache" im Orient denken. Wie sieht es in unserem eigenen Herzen aus? Das Boshafte der anderen Menschen hat uns im Griff, wenn wir es uns zu eigen machen und zurückschießen. Missachtung oder Misshandlung können auf furchtbare Weise überwältigen. Die Geschichtsbücher und die Gerichtsakten sind voll davon. Doch wer kann das je mit Gutem, mit Frieden überwinden? Wir brauchen eine "Achse des Guten", die unserer Welt eine andere Mitte gibt. Das ist das Kreuz auf Golgatha, der Dreh- und Angelpunkt einer neuen Weltordnung. Denn die Liebe Gottes siegt, als JESUS stirbt. Das ist schwer zu fassen. Viele Menschen dachten damals, jetzt hat JESUS verloren. Die Güte Gottes gewinnt gegen Gewalt und Gemeinheit. Die Todesspirale zerbricht am Leben des Auferstandenen. Allein das Band des Friedens, das JESUS knüpft, kann Opfer und Täter versöhnen. Wir sind berufen, gegen die Macht des Bösen auf Gottes verändernde Kraft der Liebe und Versöhnung zu vertrauen. Ich behaupte nicht, dass das einfach ist, aber es ist der einzige Weg. Dabei habe ich dann das Leben von Dr. Martin Luther King vor Augen, der der Spirale des Bösen in Liebe und Gewaltlosgkeit begegnete.
Ich werde vermutlich in diesem neuen Jahr auch scheitern und Böses mit Böses vergelten, aber ich möchte es lernen, den anderen Weg im Blick zu haben und ihn zu gehen.

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