Riding fpr the son

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Riding for the Son...unterwegs

Sonntag, 2. Januar 2011

Strehlen / Strzelin


Am 12.10.2010 waren wir auf Tagestour. Wir starteten von unserem Quartier in Herrnhut aus. Es sollte in die ehemalige Heimat meines Vaters gehen. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, ist er im Großraum Breslau großgeworden. Also ging es über Görlitz auf die A4 nach Breslau. Von dort auf die B8/E67 in Richtung Frankenstein und Glatz.
In Lagiewniki ging es links ab nach Strehlen / Strzelin.




Strehlen ist heute eine Kleinstadt von ca. 12.000
Menschen. Die ganze Gemeinde umfasst ca. 21.000
Einwohner. Hauptsächlich lebt die Stadt von der Land-
wirtschaft und unterhält die größten Granitsteinbrüche
in Europa. Strehlen gehört zu Niederschlesien und liegt an dem Flüßchen Olawa/Ohle, der in die Odra/Oder fließt.

Die Stadt wurde 1945 in den starken Kämpfen zwischen der
roten Armee und der dt. Wehrmacht fast vollständig zerstört. Das spürt man heute der Stadt noch ab.
Der ehemalige Rathausturm wird jetzt, 65 Jahre später,
wieder aufgebaut.


Vielleicht lag es auch an dem miesen, nasskalten und nebeligen Wetter, das der Eindruck von Strehlen mir etwas ärmlich anmutete.










Einzig meine kleine Schwester Judith hatte Freude, als sie den Schleckermarkt entdeckte.

Ich hatte zwar keinen inneren Bezug zu diesem Städtchen, aber irgendwie waren gemischte Gefühle in mir. Manche Spuren aus dem 2. Weltkrieg waren noch zu sehen. Der Aufbau ging hier nur langsam voran. Es fehlte vermutlich an Geldern und die Zeit der marxistischen Diktatur hatte vermutlich auch seine Spuren hinterlassen. Relativ nah zum Ortskern fanden sich manche Plattenbauten, die ich schon aus der DDR Zeit kannte.





Zum Aufwärmen fanden wir eine kleine Pizzeria und Pub im Zentrum des Städtchens. Der gute Kaffee erwärmte uns und ließ auch wieder Fröhlichkeit hochkommen. Im Kamin brannte das Holz und erzeugte eine nette Wärme. Für mich auch überraschend tönte Bluesmusik aus den Boxen und an den Wänden hingen Fotos von B.B. King, Marilyn Monroe und James Dean.



Aber zurück zum Hintergrund des Besuches: Mein Vater wurde damals mit seiner ganzen Familie aus Schlesien vertrieben. Nach vielen Strapazen, Erniedrigungen, Erfrierungen und Hungerzeiten kam ein Teil der Flüchtlinge in der Stadt Herne in NRW unter. 1951 entschloss sich der Rat der Stadt Herne dem Städtchen Strehlen eine Partnerschaft anzubieten. Natürlich auch als ein Zeichen des Friedens und der Verständigung. Ich bin selbst in Herne geboren, habe aber bis gerade gar nicht darüber Bescheid gewusst.

"Das Postamt hat sich gar nicht verändert. Es sieht noch so wie damals aus", so der Ausspruch meines Vaters.

Jetzt im Nachhinein war es mir sehr wichtig einmal mit meinem Vater in seiner Heimat gewesen zu sein. Das hätte ich vor ein paar Jahren auch nicht denken können.

Kommentare:

  1. http://wroclaw.hydral.com.pl/383673,foto.html

    :)

    Another 60 years and this town will be lovely again. Too bad I'll be death.

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  2. Meine Eltern stammen aus Strehlen und mußten 1946 ihre Heimatstadt verlassen.Ich selbst bin 1946 in Sachsen geboren.Für mich sind die vielen Informationen über Strehlen wertvoll.1976 habe ich mit meiner
    Mutter Strehlen besucht.Sie hat die Stadt kaum wiedererkannt.Postamt u.a.markante,erhalten gebliebene Gebäude waren dann schon erkennbar für sie.In ihre alte Heimat wollte sie niemehr zurück.
    Sohn Erich aus Zwickau.

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