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Donnerstag, 2. Juni 2011

Vandalen

"Sie hausten wie die Vandalen" - Woher kommt eigentlich diese Aussage? Meine Tageszeitung (WR) führt im heutigen Schlaglichter aus: 455 Längst ist das Imperium Romanum (das römische Reich) in zwei Teile gespalten, da erhält die einstige Hauptstadt Rom einen furchtbaren Schlag - ausgerechnet durch einen germanischen König. Geiserich, der Herrscher der Vandalen, fällt mit seinem Heer ein und plündert gewissenhaft und nach Plan alles, was auch nur irgendwie nach Beute aussieht. Selbst vergoldete Teile des Jupitertempels gehen mit auf die Schiffe.
Bei den Themen der Geschichte, merke ich einfach, dass mich das früher in der Schule nicht fasziniert hatte. So muss ich manches heute nachlesen und nachschlagen. Ist aber auch sehr interessant - Neues aus der europäischen Menschheitsgeschichte zu entdecken. Das Volk der Vandalen findet sich über 200 Jahre in der Geschichte, bevor es verschwindet - wie auch immer. Um 375 kommt das Volk der Hunnen nach Zentraleuropa und treibt die Goten vor sich her. Völkerwanderung. Die Vandalen weichen nach Westen aus - gehen über den Rhein bis nach Gallien. Von dort ziehen sie bis nach Nordafrika (429) und erobern die reiche Provinz (439). Karthogo wird die Hauptstadt des Vandalenreiches. Es finden sich Zahlen um die 80000 Menschen in den Geschichtsbüchern, davon ca. 20000 Krieger. Eigentlich hätte die Eroberung nicht stattfinden sollen. Ein gänzlich anderes Klima wurde von dem Volk gemeistert. Die "römische Kornkammer" Nordafrikas leistete keinen nennenswerten Widerstand, da diese sich auch von Rom versklavt sahen. Einzig Karthago und Hippo Regius können eine zeitlang der Belagerung widerstehen. Kirchen und Klöster werden geplündert. Der Bischofsstuhl von Karthago bleibt somit vakant. 455 greifen die Vandalen Rom an und plündern systematisch, nicht chaotisch. Der Papst Leo I. stellt sich ihnen mutig entgegen und kann verhindern, dass die Vandalen morden und vergewaltigen. Drei Jahre vorher hatte Attila mit seinen Hunnen Rom plündern wollen. Auch damals war Papst Leo I. in vollem Ornat Attila entgegengetreten und hatte die Heimsuchung der Stadt Rom verhindern können. Dieses Mal gelang es ihm nur teilweise. Der Ausspruch "sie hausten wie die Vandalen" entstand vermutlich im 18. Jahrhundert - entspricht aber nicht der Historie, da die Vandalen mit System plünderten. Heute wird diese Redensart aber immer wieder zitiert, wenn Fälle von Vandalismus vorliegen.

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