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Dienstag, 28. Februar 2012

Pfarrer droht Todesstrafe

Iran droht Pfarrer mit Todesstrafe

27.02.2012 | 19:43 Uhr
Iran droht Pfarrer mit Todesstrafe
Berlin. Seit zweieinhalb Jahren sitzt Jusef Nadarchani in Haft. Ein Gericht verurteilte den evangelischen Pastor wegen seines „Abfalls vom Glauben“ und der „Verbreitung nichtislamischer Lehren“. Im Herbst 2010 wurde er zum Tode verurteilt, seitdem sitzt er in Haft.
Noch ist wohl nichts entschieden. Soweit man das von hier aus sagen kann. Noch ist Jusef Nadarchani offenbar am Leben, ist ihm mit Pro­testen und Appellen vielleicht zu helfen. „Wir hatten auch entsprechende Urteile, die nicht vollstreckt wurden“, sagt Martin Lessenthin von der Internationalen Gesellschaft für ­Menschenrechte (IGFM).
Erst kürzlich habe der Iran zwei Christinnen die Ausreise ­gestattet. Ein glimpfliches ­Ende – darf Jusef Nadarchani auch darauf hoffen?
Seit Oktober 2009 sitzt der 34-jährige protestantische ­Pastor im Gefängnis in Rasht, der großen Hafenstadt am Kaspischen Meer. Er darf nach Angaben der IGFM weder ­Besuch von seinen Familienangehörigen noch von seinem Anwalt empfangen. Seit ­September 2010 weiß er, dass der Galgen auf ihn wartet. Ein Gericht verurteilte ihn zum Tode wegen „Abfalls vom Glauben“ und „Verbreitung nichtislamischer Lehren“.

Christen versammeln sich in privaten Wohnungen

Vor einigen Tagen wurden seine deutschen Unterstützer durch die Nachricht auf­geschreckt, in der Haftanstalt, in der er einsitzt, sei der Exekutionsbefehl für Nadarchani eingetroffen. Die Hinrichtung stehe nun unmittelbar bevor.
Das islamische Recht, die Scharia, bedroht drei Tat­bestände, die nach westlichem Verständnis zum Kernbereich persönlicher Freiheit gehören, mit dem Tode: Ehebruch, Homosexualität und die ­Abkehr vom Islam. Nadar­chani war im Alter von 19 ­Jahren zum Christentum übergetreten. Als Pastor betreute er zuletzt eine Gemeinde von 400 iranischen Christen, die sich zum Gottesdienst nur in Privaträumen treffen dürfen.

Im Visier der Geheimpolizei

Ins Visier der Geheimpolizei geriet Nadarchani, als er ­öffentlich dagegen protestierte, dass auch seine Kinder in der Schule am islamischen ­Religionsunterricht teilnehmen mussten. Seine Frau war im Sommer 2010 vier Monate lang ebenfalls in Haft. Er selbst wurde im Gefängnis bisher viermal „aufgefordert“ – was immer das bedeuten mag – , dem Christentum abzuschwören und zum Islam zurück­zukehren. Er könnte so sein Leben retten.
Nachdem der Oberste Gerichtshof im Juni vorigen Jahres das Todesurteil bestätigt hatte, schien bereits im Oktober die Vollstreckung beschlossene Sache. Statt ­dessen kassierte Revolutionsführer Ali Chamenei über­raschend das Urteil und ordnete ein neues Verfahren an.
Dass jetzt entgegen dieser Direktive der Countdown zur Hinrichtung offenbar doch wieder läuft, kann sich Les­senthin am ehesten mit den zerklüfteten Verhältnissen in der iranischen Führung erklären. Da gibt es Moderate und Rabiate, Anhänger Chameneis und des Präsidenten Ahmadinedschad, der Atomstreit mit dem Westen spitzt sich zu, und zu allem Überfluss stehen Wahlen ins Haus: „Insofern ist der arme Pastor Nadarchani ein Spielball in diesem Spiel.“

Appell an Teheran

Von „schwer zu durch­schauenden Machtstruk­turen“ ist auch im Auswär­tigen Amt die Rede. Ob die ­Gefahr für Nadarchani tatsächlich größer geworden ist, „wir wissen es letztlich nicht“. Vorsorglich hat Guido Westerwelle an die Führung in Teheran appelliert, den Pastor am Leben zu lassen. Immerhin, heißt es, sei im Iran noch kein Todesurteil gegen Konvertiten vollstreckt worden.
Eine Gewähr, dass das so bleibt, gibt es natürlich nicht. Im Internet sammelt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte Unterschriften, etwa 30 000 bislang. Vor den Konsulaten in Hamburg und Frankfurt und der Botschaft in Berlin stehen Mahnwachen. „Prominenz schützt vor Tod“, sagt Lessenthin. „Wenn es um jemanden leise wird, wächst die Gefahr.“

Verschärfte Lage

Die Menschenrechtslage im Iran hat sich nach Angaben von „amnesty international“ vor den Parlamentswahlen am vergangenen Freitag noch einmal verschärft. Die Verfolgung von Oppositionellen durch die ­Regierung habe stark zugenommen, heißt es in einem gestern in Berlin veröffent­lichten Bericht der Menschenrechtsorganisation. Proteste wie nach der Präsidentenwahl 2009 sollen offensichtlich mit allen Mitteln verhindert ­werden, erklärte amnesty.
Winfried Dolderer ,,,aus der Westen.de


Selbst muss ich feststellen, dass bei uns Muslime alle Freiheiten genießen und in den Ländern, wo sie herrschen, gibt es unseren Freiheitbegriff gar nicht. Unsere Freiheiten sind im Grundgesetz formuliert. Wegen des Glaubens darf kein Mensch bei uns benachteiligt werden. Das sind Formulierungen, die aufgrund der Verfolgungwellen im Dritten Reich getroffen worden sind. Das ist auch gut so, aber wie kann man Menschen helfen, die in ihren Staaten verfolgt werden? Eines ist auch klar: Es gibt in keinem muslimischen Staat Menschenrechte und Freiheiten nach unserer Gewohnheit. Von Demokratie will ich erst gar nicht reden. Auch die so genannte Aufklärungseit bei uns vor ca. 200 Jahren hat in keinem islamischen Land stattgefunden. Das erklärt auch die Probleme gerade in Afghanistan.

1 Kommentar:

  1. Man kann nur hoffen das sich unsere Regierung noch intensiver für Jusef Nadarchani
    einsetzt.
    Aber Aufgrund der momentanen Krise (Atomprogramm) wird es sehr schwer
    werden.
    Ich persönlich war kurz vor Khomenis Machtübername 2x im Iran gewesen.Ich hatte meine
    Halskette mit dem Kreuz an.Ich bin niemals auch in keinster Weise angemacht worden.Aber leider
    hat der Fundamentalismus auch im Iran in den letzten Jahren gesiegt.

    Ps: Der Durchschnitts Iraner lehnt ihn übrigens ab.

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