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Riding for the Son...unterwegs

Mittwoch, 15. Februar 2012

Ein Lebenstraum wird wahr

Wenn ein Lebenstraum Wirklichkeit wird

Seit ihrer Schulzeit hatten Klaus und Martina John einen Traum: Ein Krankenhaus bauen – nach modernstem Standard, für die ärmsten Einwohner Südamerikas – die Quechua-Indianer, offizielle Nachfahren der Inka. Doch die zwei hatten keinerlei Geld zur Verfügung. Heute steht das Krankenhaus „Diospi Suyana“ trotzdem. Als Pflegehelferin konnte ich sieben Wochen lang an diesem verwirklichten Lebenstraum teilhaben.
  • Foto: Anja Reumschüssel


Wenn Christen anfangen zu träumen, zu beten – und zu handeln – kann Unmögliches möglich werden. Unmöglich schien es noch vor fünf Jahren für Klaus und Martina John, ohne jegliches Kapital oder ein Millionenerbe ein Krankenhaus zu bauen – nach modernstem Standard, für die ärmsten Einwohner Südamerikas – die Quechua-Indianer, offizielle Nachfahren der Inka. Möglich ist das trotzdem geworden. Klaus und Martina John
hatten diese Vision schon seit ihrer Schulzeit. Mit viel Hartnäckigkeit und Gottvertrauen haben sie vor neun Jahren angefangen, ihren Lebenstraum wahrzumachen. Nun leuchten die roten Dächer des Krankenhauses „Diospi Suyana“ in die weite Andenlandschaft hinaus. Direkt vor dem Ortseingang von Curahuasi, einem Städtchen unweit der Inkaruinen Machu Picchu.
Ich las vom Traum der Johns – wenige Wochen später war ich dort
Sieben Wochen lang konnte ich als Pflegehelferin in Peru Teil dieser Vision sein. Ein Zeitungsartikel, der in meiner örtlichen Baptistengemeinde aushing, führte mich letztendlich nach Peru. Der Bericht erzählte von dem Traum der Johns, ich meldete mich für drei Monate als Freiwillige und wenige Wochen später war ich dort. Ich konnte mich nützlich machen, indem ich Blut abnahm, im Labor half und auf Station oder im Aufwachraum Händchen hielt. Die Kinder des Ortes, die oft aus zerrütteten Familien kommen, werden wöchentlich in Kinderclubs betreut. Dort erfahren sie Zuneigung und hören von Gott. Auch dabei konnte ich helfen.
Die Menschen könnten die traumhafte Natur kaum genießen
Zum arbeiten ist Curahuasi traumhaft. Die Luft riecht nach Eukalyptusbäumen und Schnee, in der Ferne erheben sich gigantische Berge, Kakteen säumten meinen täglichen Weg zum Krankenhaus und manchmal trottete mir ein Esel entgegen. Doch die Menschen, die in den Anden leben, können die Schönheit ihrer Umgebung selten genießen. Armut, Alkoholismus und Krankheiten, die bei uns leicht zu behandeln sind, halten die Quechua-Indianer umklammert. Auch Gewalt und Missbrauch sind nicht selten.
Am Anfang stand Misstrauen
Zuerst waren die Menschen misstrauisch, als da ein paar „Gringos“ aus Europa kamen und einfach ein Krankenhaus bauen wollten. Sie glaubten nicht daran, dass die Reichen aus dem Westen ihnen wirklich helfen wollten. Mittlerweile ist das Vertrauen gewachsen. Die Menschen vor Ort sind dankbar für die Arbeit der Johns und ihrer vielen Helfer und mittlerweile kommen die Patienten nicht mehr nur aus der näheren Umgebung, sondern sogar aus dem weit entfernten Lima. „Diospi Suyana“ ist weit über die Region um Cusco heraus bekannt.
Die Sache mit Gott lieber für sich behalten?
„Diospi Suyana“ – der schöne Name aus der Quechua-Sprache bedeutet „Wir vertrauen auf Gott“. Und die Johns haben nie verheimlicht, dass ihr Projekt in erster Linie der Ehre Gottes dienen soll und direkt danach den Menschen, die dort behandelt werden. Das mit der medizinischen Betreuung der armen Indianer kam natürlich überall gut an, die Sache mit Gott, die sollten sie aber doch lieber für sich behalten, wurde den Johns hin und wieder geraten. Sie hielten sich nicht dran und wurden trotzdem zu Fernsehsendungen eingeladen, in Zeitungen abgedruckt und zu Vorträgen bestellt.
Den Umständen trotzen
Immer wieder machte Gott das Unmögliche möglich, unzählige Rentner, Konfirmanden, Hausfrauen, sammelten Geld für Peru, teure medizinische Geräte wurden von Firmen gespendet, die gerade selbst mit der Finanzkrise zu kämpfen hatten, Skeptiker wurden zu Sympathisanten. Das ist lebendiger Glaube – wenn jemand seiner Vision und seinem Traum folgt, auch wenn die äußeren Umstände dagegen sprechen.
Eine Kapelle als Zentrum des Krankenhauses
Wer Diospi Suyana betritt, blickt direkt auf den Eingang einer großen Kapelle, die im Zentrum des großen Krankenhauskomplexes steht. Hier wird jeden Morgen, bevor der tägliche Betrieb losgeht, ein Gottesdienst gehalten. Patienten und Pflegepersonal, Peruaner und Europäer, Arm und Reich sitzen hier nebeneinander, singen gemeinsam, hören eine kurze Predigt und verweilen einen Moment bei dem, der all das möglich gemacht hat: Gott.
Unerschütterliches Vertrauen
In ihrem unerschütterlichen Vertrauen auf ihn und in ihrem beständigen Verweisen darauf, dass „Diospi Suyana“ Gottes Werk ist, sind die Johns mir ein Vorbild. Es scheint dieser starke Glaube zu sein, der solch ein Riesenprojekt wie „Diospi Suyana“ hat Wirklichkeit werden lassen. Und das Vertrauen darauf, dass bei Gott nichts unmöglich ist.
Infos zum Krankenhaus gibt es auf www.diospi-suyana.org. FSJ und Famulaturen sind möglich.
Seine Erlebnisse mit Gott und den spannenden Weg zu einem Krankenhaus in den Anden hat Klaus John in seinem Buch „Ich habe Gott gesehen“ (Brunnen-Verlag) niedergeschrieben.


(Artikel aus  Idea Spektrum, idealisten.net)

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