Montag, 29. August 2022

Paul Schneider "Prediger von Buchenwald"

Heute vor 125 Jahren wurde Pfarrer Paul Schneider, später bekannt als „Prediger von Buchenwald“, im Hunsrück geboren.

Pauls Liebe zur Wahrheit hatte tiefe Wurzeln, bereits als junger Mann schrieb er einmal in sein Tagebuch: „So bleibt mir also nur, mein Leben ganz auf Gott, den Übervernünftigen und Wunderbaren, Allmächtigen und Grundgütigen zu legen. Von ihm will ich mir sagen lassen, was ich zu tun, wie ich zu leben habe; und auf alle eigene Maßstäbe verzichten. Herr Gott, zeige du mir mein Ziel, das Ziel meines Lebens und meiner Arbeit! Für dieses Ziel gilt es dann alle Kräfte einzusetzen, ihm dienstbar zu machen, und so manches jetzt so Dunkle muss dann licht werden. Diese befreiende Ausschau schenke mir, mein Gott und Vater!“

1935 beschrieb ein Bekannter eine Begegnung mit Schneider: „Auf dem Rückweg [von einem Ausflug] benutzte ich einen Augenblick, als wir allein waren, ihn inständig zu bitten, doch jedes Ärgernis zu meiden. Auf meine Bitten meinte er, er könne allerdings nur versprechen, sich nicht zu einem Martyrium zu drängen; wo immer aber er zu einem Zeugnis aufgerufen würde, könne er nicht anders als bezeugen, daß es auf Erden kein anderes Heil gebe als allein in Jesus Christ.“ (Im Gegensatz zum damals geläufigen „Heil Hitler“)

Paul Schneider kam ins KZ weil er sich weigerte die Ausweisung aus seiner Gemeinde zu akzeptieren. Er hätte die Möglichkeit gehabt dem zuzustimmen und somit frei zu kommen, doch er hat einen klaren Grund dies nicht zu tun: „Der Mietling aber und der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wolf raubt sie und zerstreut die Schafe. Der Mietling aber flieht, weil er ein Mietling ist und sich nicht um die Schafe kümmert“ (Johannes 10,12.13)

Der gesundheitliche Zustand verschlechtert sich zunehmends. Walter Poller der Schreiber des Lagerarztes notiert: „Im Sommer 1939 bekam ich Paul Schneider zum erstenmal aus nächster Nähe zu Gesicht … welch ein Anblick! … Der Körper abgemagert zum Skelett, die Arme unförmig geschwollen, an den Handgelenken blaurote, grüne und blutige Einschnürungen … Wie war es möglich, daß dieser Mensch noch lebte?“

Am 3. Juli 1939 schreibt er einen letzten Brief an seine Frau: „Möchten wir nur auch lernen und reifen an dem, was uns aufgegeben wird, und überwinden.“ Am 18. Juli 1939 wird er durch eine Überdosis Strophanthin ermordet.

Seine Frau, die ihren toten Mann noch einmal sehen durfte bevor der Sarg versiegelt wurde, sagte: „Auf Pauls Gesicht lag der Friede und die Hoheit des Erlösten. Ich durfte Paul in diesem Augenblick mit den Augen des Glaubens sehen.“ Heute sagt sie dazu im Alter von 93 Jahren: „Er war dazu ausersehen, das Evangelium zu verkündigen zu Zeit und Unzeit. Und das ist seit damals mein Trost.“

Paul Schneider folgte kompromisslos dem Gekreuzigten nach. Bis zu seiner Hinrichtung stand Paul Schneider in seiner Zelle und predigte durch die Gitterstäbe hindurch die Worte des Lebens. Wem oder was folgen die Menschen heute nach?

Quelle: Jochen Klein

Freitag, 26. August 2022

Barbara Thompson verstorben

Bereits am 9. Juli ist die Saxophonistin Barbara Thompson verstorben. Sie wurde 77 Jahre alt.

Sie studierte erst Klarinette, Flöte und Klavier und klassische Kompositionen in London. Durch die Musik von Duke Ellington und John Coltrane entdeckte sie das Saxophon und den Jazz. Sie wurde über viele Jahre zu einer Saxophonlegende.

Von 1967 bis zu seinem Tod 2018, war sie mit dem Schlagzeuger Jon Hiseman verheiratet. Mit ihm musizierte sie beim United Jazz + Rock Ensemble, Colosseum und der eigenen Band Barbara Thompson' s Paraphernalia. 

1997 wurde bei ihr Parkinson diagnostiziert. 2001 beendete sie ihre Liveauftritte. 2003 wurde sie gebeten auf der Tournee mit Colosseum den erkrankten Dick Heckstall-Smith zu vertreten. 2004 wurde sie dessen offizielle Nachfolgerin, da Dick am 17.12.2004 verstorben war. 

2014 brachte Colosseum mit ihr noch einmal ein Album heraus. Sie musizierte in der Vergangenheit mit Manfred Mann, Keef Hartley und Rod Argent. Bei den Musicals "Cats" und "Starlight Express" wirkte sie auch musikalisch mit.


Rolf Haid/dpa

Der Tod beendete das Leben einer tapferen, humorvollen und innovativen Musikerin. Ihre Tochter Ana gab den Tod von Barbara bekannt. 25 Jahre mit Parkinson waren genug an Not und Leid.



Wulfila, Apostel der Westgoten

Heute wird in meinem Kalender Wulfila, Apostel der Westgoten, 383 verstorben, aufgeführt. 

In dem beginnenden Mittelalter war die Aktenlage nicht so genau, wie wir sie heute kennen und oftmals schätzen. Die evangelische Kirche feiert heute den Gedenktag zu Wulfila. Geboren muss er um das Jahr 311 n. Chr. sein. Das Todesjahr 383 in Konstantinopel ist genauer dokumentiert. 

Prof. Armin Sierszyn hat vor einigen Jahren eine 4 Bändiges Werk mit dem Titel "2000 Jahre Kirchengeschichte" herausgebracht. 

Nachfolgend möchte ich daraus zitieren:

Zitat: Wulfila ist ein gotischer Name und bedeutet Wölflein. Wulfilas Vater ist heidnischer Gote. Seine Großeltern mütterlicherseits waren Verschleppte aus Kappadozien (heutige Türkei). Wulfila selbst ist Christ. Er kennt die gotische und die griechische Sprache, später lernt er noch Latein. In der christlichen Gemeinde wirkt er als Lektor. 341 ist der sprachbegabte Wulfila Mitglied einer gotischen Gesandtschaft beim römischen Kaiser Konstantius. Bei dieser Gelegenheit weiht ihn Bischof Eusebius von Konstantinopel zum Missionsbischof von Gothien. Eusebius ist gemäßigter Arianer, und die römischen Kaiser um die Mitte des 4. Jhs. begünstigen diese Glaubensrichtung. Für sie ist JESUS CHRISTUS ein GOTT untergeordnetes Geschöpf, er ist gottähnlich, aber nicht gottgleich.

Hier merken wir schon, dass vieles wovon wir heute überzeugt sind, noch nicht endgültig klar war. Ich glaube z.B. an die Einheit, von Vater, Sohn und Heiligen Geist. Das war damals durchaus noch umstritten.

Blatt 16 aus Codex argenteus


Zitat: Kurz vor 370 beginnt Wulfila mit seiner schriftlichen Bibelübersetzung. Da die Goten selbst noch keine Schrift besitzen, schafft er ein eigenes Alphabet nach dem Vorbild der griechischen Großbuchstaben (Unziale) unter Einfügung weniger Runezeichen. Wulfila stirbt 383 im Alter von über 70 Jahren.

Die gotische Sprache ist die älteste überlieferte germanische Schriftsprache und die Wulfilabibel deren Hauptdokument. Größere Teile dieser Bibel sind uns erhalten im sogenannten Codex argenteus (=Silberbuch).


Sonntag, 21. August 2022

Ålesund / Norge


 

Vom 9.8. bis 23.08.2001 dauerte unsere Tour mit dem Wohnmobil durch Norwegen.

Wir waren mit 5 Wohnmobilen aus Süddeutschland gestartet, Zu dritt stiegen wir aber auf einem Rastplatz in der Höhe von Bad Hersfeld / Alsfeld zu. 
Natürlich kann man Dank der Geografie von Norwegen keine großen Tagesetappen bewältigen. 

Die längste Etappe war noch von Oslo / Holmenkollen nach Lillehammer. 


So war der nördlichste Punkt auf dieser Tour die Stadt Alesund. Ein Arbeitskollege schwärmte gar von diesem Städtchen. 

 Frelsesarmeen Ålesund

Wir müssen am Morgen oberhalb von Alesund angekommen sein. Die Wohnmobile standen auf dem Parkplatz auf dem Berg Aksla. Von dort aus hatten wir eine tolle Sicht auf das Städtchen. Die Innenstadt liegt auf den beiden Inseln Aspoy und Norvoy. 

Schulgebäude auf dem Hügel
Grob waren wir vorher in der Höhe vom Geiranger Fjord gewesen. 


Also ging es abwärts in die Stadt zu Fuß. Wir staunten über die vielen Kirchen und Gemeinden in der Stadt. Alesund wurde christlich geprägt. 


Obwohl Norwegen auch damals schon sehr teuer war, saßen meine Frau und ich in der Mittagszeit in einem netten Lokal. Lachs und Pizza wählten wir. 
Da wir erst in den späten Abendstunden weiter fahren wollten, konnten wir noch vom Hausberg aus die Lichten angehen sehen. Ein wundervolles Bild. Die Nacht bricht an.


Das Städtchen hat ca. 68000 Einwohner.
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Samstag, 20. August 2022

Großglockner Hochalpenstraße

Mittwoch, den 15.08.2012

Nach dem Frühstück brechen wir so schnell wie möglich auf. Wir haben heute ein paar KM zu bewältigen. Bis zur Großglockner Hochalpenstraße würde die Anfahrt vermutlich 1,5 Stunden dauern. Wir sind ja in Ramsau am Dachstein untergebracht. Gegen 12 Uhr wollten wir uns mit zwei Bekannten von Natascha treffen. Das Abendessen haben wir bei unserer Hausmutter Birgit vorsichtshalber storniert. 
Das Wetter war für den Ausflug Klasse. Sonne, blauer Himmel mit vereinzelt Wolken. Aber die Planung verzögerte sich, da wir nach St. Johann für einige KM von der eigentlichen Straße abfahren mussten. Baustellen!


Kurz vor der Mautstelle in Ferleiten standen auf der Wiese rechter Hand eine Yak Familie mit ganz jungem Nachwuchs. Sah beeindruckend aus und ich habe noch ein Foto gemacht.

Yak Familie

Dann ging es auf die Hochalpenstraße. Fühlte mich ein wenig an die "Going-to-the-sun-road"  am Glacier NP in Montana 2009 erinnert. Aber auch nur ein wenig. Die Natur ist hier auch spektakulär. Aber es fehlen die wilden Tiere und hier ist auch viel mehr Verkehr, als im dünn besiedelten Montana.  





Eng wurde die Straße erst auf den letzten Metern zur Edelweißspitze. Mit Müh und Not bekamen wir den letzten Parkplatz.


Hier oben flogen die Wolken so dahin. Manchmal war der Gletscher verschwunden und dann wieder sichtbar. 



Natascha will die Tour noch einmal mit ihrem Moped machen. Allerdings hat sie jetzt schon vor der Edelweißspitze Respekt. Eng und stellenweise mit Kopfsteinpflaster belegt. 
Den Weg zum Gletscher haben wir dann nicht mehr unternommen. Zeitprobleme wurden deutlich. 


Also ging es in beeindruckenden Kehren bergab. Jetzt war es schon fast 13 Uhr. Wir wollten so schnell wie möglich nach Mörtschach. Dort wollten uns die Bekannten abholen, da wir mit unserem Auto nicht den ganzen Berg hochkommen würden. 

Als wir unsere Bekannten trafen, waren wir mit einer kleinen Wanderung zum "Großglockner Blick" unterwegs. Es gab eine gute Mittagspause am Lokal vor Ort. 


Dann nahm der Ausflug eine verrückte Wendung. Gut, dass wir das Abendessen in Ramsau storniert hatten. Er wollte mit mir eine Wanderung über den Mohar Gipfel - der 2604 Meter hoch ist, machen. Ich sagte zu, aber darüber habe ich an anderer Stelle berichtet. 


Über Villach ging es in Richtung Ramsau am Dachstein. Es wurde dunkel und wir verließen auch hinterher die Autobahn, da mehrere mautpflichtige Tunnel kommen sollten.





Wir mussten noch zwei Pässe bewältigen. Katschberg (1641 Meter) und Radstätter Tauernpass (1739 Meter). Um 22.50 Uhr kamen wir an unserem Feriendomizil an. Total kaputt, aber auch total begeistert. Wir hatten eine  tollen Tag erlebt. Der Tag war auch anders verlaufen, als wir geplant hatten.




Großglockner


 

Quedlinburg mit dem Bike

1. Pause
Den Sommerurlaub im Jahr 2017 verbrachten wir im Harz. In Stolberg (tolles malerisches Städtchen) hatten wir eine FeWo angemietet für 14 Tage. Genug Platz war auch vor Ort um den Anhänger und auch unsere Motorräder abzustellen.
Wir schreiben den 6.8.2017 und es ist ein Sonntag. Der erste Urlaubstag bricht an. 

"Gegen 10.30 Uhr ging es los - in Richtung Rappbodestausee. Schöne Strecke und schön geschnittene Kurven. Ich fühlte mich sauwohl auf der Karre. Der Song -1000 Gründe- war als Melodie und Text mir immer vor Augen. Der früher vielgespriesene Bikertreff an der Talsperre ist zusammengestrichen. Viele ´normale´ Touristen wegen der riesigen Hängebrücke - seit 2 Jahren offen - und der Zipline. Nach einem Ausblick ins Tal, einer Wurst für mich und ein Fischbrötchen für meine Frau ging es weiter in Richtung Quedlinburg
Hängebrücke


Da es in Quedlinburg viel Kopfsteinpflaster gab, war die Fahrt bis in die Altstadt schwierig. Wir stellten die Motorräder ab und schlenderten durch die Altstadt, entlang des Rathauses, bis zum Schlossberg. Von oben hatten wir eine tolle Aussicht auf die vielen Türme und die roten Dächer. Ein wenig wie Tübingen. Wir saßen oben in einem Biergarten und tranken eine große Sprite bzw. eine Apfelschorle. 

Die Altstadt ist sehr schön - allerdings noch ein paar Baustellen vorhanden. Dann ging es wieder für uns zurück in Richtung Motorräder. 
Eine alte Dame schaute aus einem Fenster und meinte, dass wir nett aussähen. 


Ein Biergarten zur Pause

Auf der Rücktour kam mir ein Motorradfahrer nach einer Kurve auf meiner Seite entgegen. Fahrfehler - zu hohe Geschwindigkeit. Aber es war noch genug Platz für uns beide. 
Dankbare Bewahrung! 

Nach 110 KM Fahrt waren wir gegen 16 Uhr zurück in unserer Ferienwohnung. Ich muss noch zu einer Yamaha-Werkstatt. Habe am rechten Lenker das Gewicht verloren - vermutlich aber schon auf dem Hintransport auf dem Anhänger."

Quedlinburg lohnt sich anzusehen!!!
 

Freitag, 19. August 2022

Gartencenter Kremer Schmetterlingshaus

Wir hatten gestern im Großraum Lennestadt einiges zu erledigen. Meine Frau wollte unbedingt zum Gartencenter Kremer, der auch in Altenhundem eine Filiale unterhält. 

Wir suchten nach Blumen für den Garten, wollte nach einem neuen Komposter Ausschau halten und machten auch eine schöne Pause im Gartenlokal.


Meiner Frau fiel auf einmal ein, dass dieser Gartencenter im Moment über den Sommer eine Gewächshaus aufgebaut hat, in dem Schmetterlinge zu bestaunen sind. 
Die Ausstellung, Sonntags auch mit Führung und Erklärungen, befindet sich noch bis zum 31.8. vor Ort. Wer Schmetterlinge mag, sollte sich auf den Weg machen. 

Das Schmetterlingshaus hat zwar nur eine Größe von 2 x 6 Metern, aber es sind schon tolle Exemplare zu bestauen. Auch sieht man die Reste der Verpuppungen, aus denen sie geschlüpft sind.


Wer natürlich in einem größeren Terrain unterwegs sein will zur Beobachtung von Schmetterlingen muss schon bis zum Schmetterlingsgarten Bendorf-Sayn (Hessen) fahren, bzw. in Steinhude gibt es auch ein Schmetterlingshaus.



 

Mittwoch, 17. August 2022

Robert Kretzschmar (Musiker) Todestag

 

Foto: Heinz Jörres
Im Juli erlebten wir die Blues Company beim Mendener Sommer. Ein tolles Konzert - auch Dank der Bläsersektion. Die Musiker sind auch alle älter geworden und ein neuer Saxophonist war mit dabei. 

Ich hatte es ganz vergessen, dass der Musiker und Pädagoge Robert Kretzschmar bereits verstorben ist. 
Am 25.08.2012 erlebten wir die Blues Company im Lokschuppen von Herscheid. Am Ende des Konzertes berichtete Todor, dass der Freund und Mitmusiker Robert Kretzschmar ein paar Tage vorher auf einem Irlandurlaub verstorben sei. 
Er starb am 17.08.2012 im Alter von 50 Jahren an einem Herzinfarkt unterwegs.