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Donnerstag, 8. Januar 2026

Felix Manz, Märtyrer

Gedenktafel

Felix Manz, Märtyrer der Täuferbewegung 


Felix Man(t)z, geboren um 1498 in Zürich. Er soll ein unehelicher Sohn eines Geistlichen aus Zürich gewesen sein. Es gibt da unterschiedliche Vermutungen zu.
Trotzdem genoss er eine sehr gute humanistische Ausbildung und kannte sich in den Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein aus. Als gesichert gilt, dass er schon früh Kontakte zu reformatorischen Kreisen bekam, zu denen auch Huldrych Zwingli gehörte. Zusammen mit Zwingli studierte er die hebräische Sprache. 
Er lernte aber auch Jörg Blaurock und Konrad Grebel kennen, die später die Täuferbewegung begründeten. Diese drei Mann gründeten kleine Bibelschulen um die Laien zu schulen. 
Der erste Riss zu Zwingli kam zum Jahreswechsel 1523/24 auf. Es ging um unterschiedliche ekklesiologische Auslegungen. Die Tauffrage kam erst viel später hinzu. Zwingli bekam von ihnen vorgeworfen, dass er den reformatorischen Prozeß in Zürich verzögern würde. Da kann durchaus etwas dran gewesen sein. Aber zur damaligen Zeit waren das Umwälzungen, die viel Weisheit erforderten. Der Prozeß in Deutschland verlief ja auch nicht glatt. Luther mit Melanchthon auf der einen Seite und Karlstadt und Münzer auf der anderen Seite. 
Schriften von Karlstadt prägten auch Manz. Karlstadt entschied sich auch gegen die Kindertaufe, war aber kein Schwärmer wie Münzer. Aber auch im ev. Lager in Deutschland 🇩🇪 hielten die Adligen lieber zum etwas gemäßigten Luther. Das war in Zürich dann auch zu beobachten. 
Der endgültige Bruch zwischen Zwingli und Manz, Blaurock und Grebel fand im Herbst 1524 statt. In der Disputation sprachen sich alle drei gegen die Kindertaufe aus. Der Rat der Stadt Zürich stellte sich sofort auf Zwinglis Seite. Am nächsten Tag wurde beschlossen, das alle Eltern, die ihre Kinder nicht bis zum 8. Lebenstag haben taufen lassen, die Stadt zu verlassen haben. Im Januar 1525 bekamen die Drei das Bibelschulverbot.
Es kam am 21.1.1525 zur Gründung der Täufergemeinde. Jörg Blaurock, der kath. Priester war, ließ sich als erstes von  Grebel taufen. Manz wurde am 30.1.1525 verhaftet. Manz kam später frei, wurde aber im Mai wieder verhaftet. Er  hatte zwischendurch im Kanton Zürich evangelisiert. Bis zum 30.10. blieb er inhaftiert. 
Im Frühjahr 1526 predigte und taufte Manz in Graubünden und Appenzell. Am 3.12.1526 wurde er erneut verhaftet und das Gericht verurteilte ihn zum Ertränken in den ersten Januartagen 1527. 
Am 5. Januar 1527 wurde er gebunden und in die Limmard geworfen. Später starben noch weitere 5 Täufer in der Limmard. 

Ein dunkles Kapitel der ev. Reformation.


Dienstag, 30. Dezember 2025

Werner de Boor, Luth. Theologe

Werner de Boor, Bibelkenner

Werner de Boor, geboren am 24.April 1899 in Breslau, verstorben am  18. März 1976 in Schwerin, war ein lutherisch pietistisch geprägter Theologe. 1909 machte er in Marburg sein Abitur.  Er promovierte 1928 zum Dr. der Theologie in Marburg. Sein Vikariat absolvierte er 1922-1924 in Eisenach. Pastor in Kordeshagen (Pommern) und Stolp. 
Von 1933 bis 1945 war er Mitglied in der Bekennenden Kirche. 1940 und 1941 wirkte er als Kriegspfarrer in Norwegen. Danach erfolgten Gemeindedienste in Wismar und Rostock. Im Jahre 1953 wurde er freier landeskirchlicher Evangelist. Er wurde zum Vorsitzenden der Evangelistenkonferenz in der DDR. De Boor stand auch dem Pietismus nahe und so war er oft genug auch ein Redner auf der Allianz-Konferenz in Bad Blankenburg. 
Sehr bekannt wurde er auch durch seine Mitarbeit bei der Wuppertaler Studienbibel, die begründet wurde von Fritz Rienecker. Ab dem Jahre 1962 war er Mitherausgeber der Studienbibel und verfasste 10 Kommentare dazu. Er starb nachdem im Frühjahr 1976 der Neue Testament vollendet wurde. 
Er war mit Charlotte de Boor verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne, Joachim und Wolfgang hervor. Joachim verstarb im Jahre 2010. Wolfgang verstarb in Frankreich 1945 als Soldat. Vermutlich führte das Ereignis zum Selbstmord seiner Mutter Charlotte. 

Werner de Boor heiratete Toni de Boor, geb. Schröder. Sie verstarb 1979. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Peter und Wilhelm Hermann de Boor. 

Ich bin dankbar für seine Arbeit, da ich gerade in seiner Auslegung zum ersten Brief an die Thessalonicher lese. 

Mittwoch, 24. Dezember 2025

Stille Nacht, Heilige Nacht

 "Stille Nacht, Heilige Nacht"

Am 24. Dezember 1818 erklingt zum ersten Male dieses Weihnachtslied. Ein Inbegriff der Weihnachten in Deutschland , das besonders mit diesem Liede verbunden ist. Es erklangt in einer röm.-kath, Kirche in Oberndorf bei Salzburg. Der Text ist von Josepf Mohr und die Melodie von Franz Xaver Gruber. 

OriginaltextGebräuchliche Fassung

Weyhnachts-Lied.

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft; einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab’ im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh!
Schlafe in himmlischer Ruh!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
nur das traute, hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
schlaf in himmlischer Ruh,
schlaf in himmlischer Ruh.

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund’.
Jesus in deiner Geburt!
Jesus in deiner Geburt!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Gottes Sohn, o wie lacht
Lieb aus deinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund,
Christ, in deiner Geburt,
Christ, in deiner Geburt.

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höhn
Uns der Gnaden Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt,
Jesum in Menschengestalt

 

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt,
Jesus die Völker der Welt.

 

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreit,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß,
Aller Welt Schonung verhieß.

 

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel Alleluja,
Tönt es laut bei Ferne und Nah:
Jesus der Retter ist da!
Jesus der Retter ist da!

Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,
durch der Engel Halleluja
tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter, ist da,
Christ, der Retter, ist da!

Mittwoch, 8. Oktober 2025

Félix Neff, Erweckungsprediger


Félix Neff (Naef), Erweckungsprediger 


Ich bin heute wieder auf einen Christen aufmerksam geworden, von dem ich vorher nichts gehört hatte. Oft kennt man nur die Namen der "Großen" im Reiche Gottes. 

Félix Neff wurde am 8.10.1797 in Genf / 🇨🇭 Schweiz geboren. Sein Vater war ein hoher Gerichtsbeamter mit Namen Jean-Henry Naef. Seine Ehefrau hieß Jeanne-Pernette.

Er wurde von seiner Mutter und dem Pastor Eduard Diodati christlich erzogen. Aber sein Interesse galt der Botanik, der Geographie und der Geschichte. Er begann 1813 eine Ausbildung zum Gärtner.
Von 1814 bis 1819 leistete er seinen Militärdienst ab. In dieser Zeit lernte er Anhänger der umstrittenen Rėveil kennen. Der Begriff kommt aus dem französischen und lautet Erweckung. 1814 begann eine Erweckung in der reformatorischen Kirche in der Westschweiz und in 🇫🇷 Frankreich. Die erweckten Menschen versammelten sich in Konvertikeln, ähnlich der beginnenden Bibelstunden in Deutschland 🇩🇪. Später orientierten diese sich am aufkommenden Methodismus.
Der Laienprediger Robert Haldane prägte ihn. Ende 1820 predigte er selbst als Wanderprediger in Genf und der Umgebung. Dienste im nahen Gefängnis tat er auch. Das Ziel seiner Predigten war immer die Bekehrung zu JESUS CHRISTUS hin. Er zog später weiter nach Frankreich, in die Gegend um Grenoble. Eine sehr ärmliche Gegend, so dass er den Einheimischen beibrachte, wie man z.B. die Kartoffel kultivierte. 1826 gründete er dort ein Lehrer-Seminar. Es fehlte an Bildung. Langfristig sollte es den Menschen dort besser gehen. Er lehrte auch den einfachen Menschen den Katechismus. Leider musste er aus gesundheitlichen Gründen am 15. Juni 1827 nach Genf zurückkehren. Er starb bereits am 10.4.1829 in Genf. 

Dienstag, 29. Juli 2025

William Wilberforce

William Wilberforce, Gegner der Sklaverei

William war Christ und britischer Parlamentsabgeordneter und Anführer einer Bewegung, die die Sklaverei abschaffen wollte. Er starb am 29.7.1833 in Chelsea.
Es wird gesagt, dass er als Kind den ehemaligen Sklavenhändler John Newton kennengelernt haben soll. Der war inzwischen Christ geworden und Pastor einer Gemeinde. Der Song "AMAZING GRACE" stammt von ihm.
Um 1794

Ab 1776 studierte William in Cambridge und wurde gar erstmals 1780 ins Unterhaus gewählt. 1787 begann seine Mission zur Abschaffung des Sklaverei. Dabei wurde er von den Quäkern und der methodistischen Kirche unterstützt. 18 Jahre dauerte dieser Kampf, nicht nur im Parlament. Am 24.02.1807 wurde nach 10 stündiger Debatte der Kampf entschieden. Um 4 Uhr morgens kam ein neues Gesetz gegen Sklaverei und Verkauf von Menschen im britischen Machtbereich heraus. Sklavenhändler wurden den Piraten gleichgestellt.

Donnerstag, 19. Juni 2025

Erdmuthe Dorothea Gräfin von Zinzendorf

Erdmuthe Dorothea Gräfin von Zinzendorf, Dichterin 

In meinem heutigen Kalenderblatt ist die Gräfin nur als Dichterin aufgeführt. 
Aber sie war viel mehr!!! Am 19.6.1756 verstarb sie in Herrnhut.

Sie war eine geborene Gräfin Reuß zu Ebersdorf, am 7.11.1700 in Ebersdorf zur Welt gekommen. Sie war die Ehefrau von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, Kirchenliederdichterin und vom christlichen Glauben her pietistisch geprägt, Aber da ihr Mann, der Graf,  oft ein politisches Betretungsverbot später in Herrnhut hatte, obwohl er die Ortschaft aufgebaut hatte, musste sie alle Geschäfte führen und die Herrnhuter Brüdergemeine leiten. Das mit viel christlicher Weisheit und Geschick.
Aus ihrer 16 jährigen Ehe gingen 12 Kinder hervor. Aber nur 4 Kinder kamen über das Kleinkinderalter hinaus. 

Buchtip: Erika Geiger "Erdmuth Dorothea Gräfin von Zinzendorf" aus dem Hänssler Verlag. 

Freitag, 13. Juni 2025

Martin Luther & Katharina von Bora

Hochzeit von Martin Luther und Katharina von Bora

Vor 500 Jahren.......

Die engsten Freunde des Bräutigams waren entsetzt, als Martin Luther am 13. Juni 1525 Katharina von Bora heiratete. Das der Ex-Mönch einer entlaufenen Nonne das Ja-Wort gab, war ein Skandal und in den Augen vieler Zeitgenossen eine Gefahr für die Reformation. Zu diesem Zeitunkt  waren die Thesen schon angeschlagen und Luthers Bibelausgabe bereits gedruckt. 
Zahlreiche Gäste und Studenten kamen, um Luthers Vorlesungen zu hören. Katharina übernahm größtenteils die Bewirtschaftung des neuen "Zuhause", dem ehemaligen Augustinerkloster in der Lutherstadt Wittenberg. Die sehr willensstarke und eigenständige "Lutherin" versorgte die Gäste, betrieb Viehzucht und eine Bierbrauerei. 
"Mein Morgenstern zu Wittenberg,  meine Herrin, meine Gebieterin", so nannte Luther sie schon wenige Jahre nach der Hochzeit. 
Wittenberg feiert bis heute ihren Hochzeitstag.

(Aus Neukirchener Kalender vom 13.6.)


 

Sonntag, 2. März 2025

John Wesley (Prediger)

John Wesley (* 17.6.1703 - + 2.3.1791) 


Er gilt als Gründer der methodistischen Bewegung. Bises dazu kam, war er Prediger und Missionar. Er erkannte die Notwendigkeit, die Kirche immer wieder zu erneuern und damit an ihre Kernaufgaben zurückzuführen. Für Wesley waren eine Verbindung von einer Herzensfrömmigkeit mit dem Einsatz für soziale Gerechtigkeit für unbedingt geboten. Daraus entwickelte er seine Theologie, Predigten und die Grundlagen der methodistischen Kirche bis heute. 

(Neukirchener Kalender vom 2. März 2025)

Bei dem Geburtsdatum möchte ich darauf hinweisen, da es sich bei der Angabe um den jul. Kalender handelt. Nach dem gregorianischen Kalender wird der 28.6.1703 angegeben. Das Todesdatum bleibt unberührt. John Wesley starb in London. 

Ursprünglich waren er und sein jüngerer Bruder Charles Wesley in der anglikanischen Kirche beheimatet. Mit dem späteren Freund George Whitefield wurden sie Begründer der "neuen" Bewegung. 
John Wesley war das 15. Kind einer 19 Kinder umfassenden Familie. Sein Vater Samuel, manchmal pedantisch oder streitsüchtig, kam aus einer angesehenen Pfarrerdynastie der anglikanischen Kirche. Mutter Susanna war auch eine gebildete und fromme Frau. Mit 17 Jahren wurde John Wesley nach Oxford auf das Christ-Church-College geschickt. Eine Lektüre von Thomas von Kempen (Die Nachfolge Christi) inspirierte und beschäftigte ihn in der Zeit sehr. 1725 wurde er gar zum Diakon geweiht. Sein Bruder gründete den "Holy Club" mit Freunden. Man las viele Stunden am Tag in der Bibel und fastete zweimal in der Woche. John kam hinzu und man besuchte Gefangene, Kranke und Arme und spendete das überflüssige Geld an die Menschen. Hier finden wir die Grundlage der späteren neuen Kirche. 

Im November 1729 kam es im Großraum von Oxford zu einer geistlichen Erweckung, die bis nach Nordamerika getragen wurde. John war bereits 1728 zum Priester geweiht worden. 1735 stieß George Whitefield nach seiner Bekehrung hinzu. John und sein Bruder Charles gingen für zwei Jahren nach Nordamerika. In Georgia trafen sie auf eine Gruppe der Herrnhuter Brüdergemeine. Ein späteres Lied der Gemeine übersetzte John in die englische Sprache ("Ich habe nun den Grund gefunden"). Zurück in England erlebten John und Charles ein Bekehrungserlebnis. Bei all dem Engagement überrascht mich das, aber beide waren wohl erst nur dogmatisch über die kirchlichen Lehren an den Herrn Jesus gebunden. Jetzt erlangten beide eine Heilsgewissheit  durch Gnade und Rechtfertigung im Glauben. Ausschlaggebend war die Vorrede von Martin Luther über den Römerbrief. 

Bei seinem Tod hatte die "neue" Kirche schon 294 Prediger und über 70000 Mitglieder in Großbritannien. In den USA gab es schon 198 Prediger mit rund 43000 Mitgliedern. 

Montag, 20. Januar 2025

Andreas Bodenstein genannt Karlstadt

Andreas Bodenstein genannt Karlstadt

Schwärmer und Aufrührer?


Die Kirchengeschichte ist mir als Fach sehr ans Herz gewachsen. Woher kommen wir geistlich? Was hat uns geprägt?

Auf unser Lutherreise 2013 kamen wir auch nach Orlamünde, dem Ort wo Andreas Bodenstein ein paar Jahre Prediger war. Bodenstein hatte seine Pfarrkinder geistlich und biblisch geprägt, so dass sie Luther bei seiner Visitation geistlich Widerstand leisten konnten.
Oft liest man das Zitat: Bodenstein wäre erst Luthers Freund und dann Feind gewesen. Das Zitat ist eigentlich falsch oder hinkt wenigstens.
Deutschland bestand damals zur Zeit der Reformation aus vielen, manchmal kleinen Provinzen und Grafschaften. Jeder Machthabende Graf, Herzog oder sonstige Adliger rührte herum. Zum Beginn der Reformation waren Luther, Melanchthon und Bodenstein auf der gleichen Seite. Nach dem Reichstag zu Worms wurde Luther für rund 2 Jahre auf die Wartburg in Sicherheit gebracht. Er übersetzte die Bibel. Öffentlich agierten Bodenstein und der zurückhaltende Melanchthon weiter. 
Da wo sich Adlige der Reformation anschlossen, musste auch die bis dahin gültige kath. Ethik hinterfragt werden. Das gesellschaftliche Leben musste neu geordnet werden. Sehr schwierig, zumal sich auch Widerstand regte. Das macht alles so schwierig. Erste Bibelteile im Deutschen und Traktate kamen heraus. Der Buchdruck gewann an Macht.  Bürger, Bauern und alle die lesen konnten wurden infiziert. Kein Wunder das es später zu den Bauernkriegen kam. Sie waren oft eine Art Leibeigene oder zumindest mit den unterschiedlichsten Steuern belegt. Sie schrieen nach Freiheit. Luther und auch Bodenstein waren oft hin und hergerissen. Oft dann auch gegeneinander. Reformatoren wie Münzer ging die Veränderung nicht schnell genug.
Rückblickend frage ich mich, wie damals der Heilige Geist agiert hat? Ganz schwer einzuschätzen. Zumal auch gleichzeitig eine Art Aufklärung begann. Der Humanismus entwickelte sich.
Wenn ich heute mitbekomme, wie schnell man sich in christlichen Gemeinden streitet, dann einander Ausgrenzung erfährt und Parteien sich bilden, dann bin ich mittlerweile betroffen und erschüttert. Zumal es bei uns heute um weniger wichtige Dinge geht. Damals, zur Zeit der Reformation, war das grundlegend neu. Brauchen wir einen Ablass? Reicht die Gnade? Brauchen wir Bilder in der Kirche? Was ist die Taufe und was ist das Abendmahl? Wichtige Themen mußten anhand der Bibel neu bewertet werden. 

Ich war letztens in Eisenach und habe im Lutherhaus dieses kleine Büchlein für 6,50 € erstanden. 

ISBN 3-933028-30-2 Drei Kastanien Verlag, 2000

.....und mit großem Gewinn gelesen.

Dienstag, 10. Dezember 2024

Heinrich von Zütphen, Märtyrer


Heinrich von Zütphen, Märtyrer 

Gemälde in Ansgarii Kirche, Bremen
Er wurde um 1488 geboren, studierte später als Augustinermönch in Wittenberg und predigte als Prior des Klosters in Antwerpen, bis ihn die Inqisition (1522) daran hinderte. Vorher war er Prior in Dordrecht, aber die Einführung der Reformation misslang. Bis Ende 1521 weilte er wieder in Wittenberg, dann ging es nach Antwerpen. Während einer Predigt wurde er gefangen genommen, konnte aber fliehen. Auf der Flucht kam er nach Bremen und half durch seine Predigten die Reformation in der Stadt einzuführen. Im Jahre 1524 wurde er nach Meldorf berufen und legte im Oktober seine Ordenskleider ab. Vor 500 Jahren, am 10.12.1524, wurde er nach entsetzlichen Misshandlungen in der Stadt Heide (Holstein) verbrannt. Augustinus Torneborch beschloss mit anderen kath. Mönchen von Zütphen ermorden zu lassen. Er besorgte trunkende Menschen, die diese grausame Tat begangen.  

Auf dem Friedhof in Heide steht ein Denkmal für Heinrich von Zütphen.


Sonntag, 8. Dezember 2024

Gedenkstätte Buchenwald

Gedenkstätte Buchenwald


Von Plauen kommend wollten wir am Spätnachmittag unsere FeWo in Weimar beziehen. Auf dem Weg dorthin hatten wir den Besuch der Gedenkstätte Buchenwald eingeplant. 

Das KZ Buchenwald wurde 1937 errichtet auf dem Ettersberg, der kaum mehr als 8 KM von Weimar entfernt liegt. Vermutlich wurde der Name Buchenwald gewählt, damit nichts auf die Kulturstadt Weimar in der Nähe hinweisen sollte. 

Am 11. April 1945 näherten sich die US-Streitkräfte (3. US-Armee) und die SS rückte ab. Häftlinge übernahmen das Lager, hissten die weiße Flagge und öffneten die Tore. 

Laut Untersuchungen sollen mehr als 50.000 Menschen in diesem Lager ermordet worden sein, aber rund 36.000 Menschen konnten erst belegbar erfasst werden.


Die Sowjetunion unterhielt im Zuge der DDR (1945-1950) Entstehung auch ein Lager hier. Mindestens 7000 Menschen sollen zu Tode gekommen sein. 

Eingangstor des Lagers


Dem Vernichtungsfeldzug der Nazis fielen vor allem die Juden zum Opfer. Roma und Sinti, Kommunisten und Sozialdemokraten, Christen und Zeugen Jehovas, aber auch Homosexuelle Menschen kamen mit dazu.




Als wir an der Information ankamen, war kurz vorher eine Führung aufgebrochen. So mussten wir uns einige Infos selbst erarbeiten. Als wir das Eingangstor mit dem "perversen" Spruch durchschritten hatten, sah man auf ein riesiges unbebautes Areal. Die zu erahnenden Umrandungen ließen auf die Anzahl der Häftlingsbaracken schließen. 
Weiter unten (rechter Hand) steht noch ein großes Gebäude, dass eine Dokumentation enthält. Es gab viel zu sehen und zu lesen. Wie waren die Nazis organisiert und strukturiert?

Am Beispiel einzelner Häftlinge wurde deutlich, warum man diese hier inhaftiert hatte. Die gesunden Häftlinge mussten unter schrecklichen Bedingungen hier in den nahen Steinbrüchen arbeiten oder Baracken erbauen. Es gab Folter und auch Erschießungen wegen Kleinigkeiten. 

Pastor Paul Schneider aus Dortmund ist hier inhaftiert worden und zu Tode gefoltert worden, da er die Nazifahne nicht gegrüßt hatte. Die Ev. Kirche von Deutschland hatte sich damals auf die Seite der Nazis gestellt und nichts unternommen.

Wir sind verpflichtet aus der Geschichte zu lernen, damit sich so etwas nicht wiederholt. Aber in manchen Staaten der Erde gibt es noch KZs.

Zelle von Paul Schneider
 Eigentlich hätten wir uns noch viel mehr Zeit nehmen müssen. Der Glockenturm (Bildhauer Fritz Cremer 1958) war einige KM entfernt, so dass wir diesen nur von hinten beim Vorbeifahren fotografieren konnten. Vor dem Glockenturm steht noch ein Denkmal.
Der Glockenturm von hinten 

 

Christian Friedrich Spittler

Christian Friedrich Spittler wurde am 12.4.1782 in Wimsheim geboren und verstarb am 8.12.1867 in Basel.
Er war einer der Führer der Erweckungsbewegung in Süddeutschland und der Schweiz. Mit glänzender Geschäftskenntnis und hervorragender Organisationsgabe ausgestattet, war er an der Gründung der Baseler Bibelgesellschaft  beteiligt, gründete die Missionsgesellschaft in Basel und zusammen mit Christian Heinrich Zeller die Rettungsgesellschaft Beuggen und die Pilgermission St. Chrischona (neuer Name seit 2014: Chrischona International). Er war auch der Sekretär der Baseler Christentumsgesellschaft. Er starb heute vor 157 Jahren. 
Im Jahre 1812 heiratete er Susanna Götz aus Basel. Die Ehe blieb kinderlos, so dass das Paar 2 Kinder adoptierte. 

Donnerstag, 28. November 2024

John Bunyan, Baptistenprediger

John Bunyan, Baptistenprediger und die Pilgerreise

Gemälde Thomas Sadler, 1684
John Bunyan wurde am 28.11.1628 in Elstow bei Bedford geboren. Er verstarb am 31.8.1688 in London. 
Sein Vater Thomas war ein Kesselflicker der zusammen mit Margaret drei Kinder hatte. John Bunyan war der älteste Sohn. Er erlernte nach einfacher Schulausbildung den Beruf des Vaters. 1644 wurde er für zwei Jahre Soldat im englischen Bürgerkrieg. Danach wieder Kesselflicker und er erlebte eine Krise. Die Prägung der Puritaner kam auf und er ließ sich in einem Fluss taufen und trat den Baptisten bei (1653). Schnell wurde er Laienprediger.
1648 heiratete er und hatte mit (Name unbekannt), vermutlich Mary vier Kinder. Der Familienname der Frau ist auch nicht bekannt.
John Bunyan unterstellte sich nicht der anglikanischen Staatskirche. Für ihn galt das Predigtverbot, das ihm aber egal war. In einem Gottesdienst wurde er dann verhaftet. Die nächsten 12 Jahre dokumentieren den Gefängnisaufenthalt. Die Inhaftierung war durchaus liberal, der er Schriften besaß und auch Schriften verfassen konnte und durfte.
Der Bischof von Lincoln entließ ihn 1672 aus der Haft. Aber drei Jahre später wurde er wieder inhaftiert für 6 Monate, da er wieder gepredigt hatte. In dieser Zeit ist zu großen Teilen "Die Pilgerreise" entstanden. Er schrieb um die 60 Bücher.
Er erlebte in einem christlichen System Verfolgung. Erst 1687 wurde unter Jakob II., ihm neue Freiheiten gewährt.
Sein Grab ist in London noch erhalten.

Montag, 18. November 2024

Ludwig Hofacker, Erweckungsprediger

Ludwig Hofacker, Erweckungsprediger
 

Unter der Erneuerung des Protestantismus fallen sehr viele Persönlichkeiten des aufkommenden Pietismus. 

Armin Sierszyn schreibt im Band 4 der Kirchengeschichte:
"Der eigentliche Erweckungs-Frühling meldet sich erst mit Pfarrer Ludwig Hofacker (1798-1828), dem größten Erweckungsprediger des Landes. 1826 beginnt der kränkelnde junge Pfarrer seine Arbeit in Rielingshausen, am Ostertag 1828 predigte er bereits zum letzten Mal und geht im Herbst desselben Jahres heim zu JESUS. Hofacker hält kaum mehr als 100 Predigten und verändert prägend die württembergische Landeskirche. Er reist nicht umher; die Zuhörer streben auf stundenlangen Märschen seiner Kirche zu. Er predigt ohne Pathos, schlicht mit der Gegenwart Christi und seinen Verheißungen rechnend. Seine Predigten bestehen aus zwei Teilen: 1. Gesetz und Verdammnis, 2. Gnade und Balsam der Bsrmherzigkeit JESU. Durch seine Predigten bekehren sich Tausende, durch seine Predigtbücher Zehntausende."
Im Theologiesudium bekehrt sich der junge Mann, aber er wird nur 30 Jahre alt.

Freitag, 18. Oktober 2024

Edikt von Nantes

Aufhebung des Edikt von Nantes am 18.10.1685


Heinrich IV. und das Edikt von Nantes (1598)



Vier Jahre nach der Bartholomäusnacht sehen sich Katharina und Heinrich III. genötigt, dem maßlosen Blutvergießen Einhalt zu gebieten. Doch die jüngeren Guise gründeten 1576 im Einvernehmen mit Philipp von Spanien und dem Papst die Heilige Liga zur Vernichtung der Reformierten (Evangelischen). Damit die Liga sich nicht gegen ihn richten kann, stellt sich der König selbst an die Spitze. Als ihm jedoch Herzog Henri de Guise zu mächtig erscheint, lässt der König ihn ermorden. Ein Jahr später erliegt er selbst dem Dolch eines Mönchs. Da Heinrich III. von Valois keine Kinder hat, empfiehlt er sterbend den Bourbonen Heinrich von Navarra zu seinem Nachfolger. Doch die Liga und Paris anerkennen den Calvinisten (ev. Richtung) nicht.  Da er Paris nicht zu erobern vermag und die große Mehrheit des Volkes keinen evangelischen Fürsten wünscht, opfert er zum Wohl des Landes (und der Calvinisten) sein Bekenntnis und wird formell katholisch. 1594 öffnet ihm Paris seine Tore, die Liga löst sich auf. 
1598 erlässt Heinrich IV. das Toleranzedikt von Nantes. Es gestattet den Calvinsitzen in einzelnen Städten - besonders im Süden - die freie Ausübung ihres Glaubens und weitgehende bürgerliche Gleichberechtigung. Frankreich ist damit das erste Land mit religiöser Toleranz ohne die Einschränkung. Die Calvinisten erhalten als Pfand noch 100 befestigte Städte, und sie dürfen ein eigenes Heer behalten. So bilden die Hugenotten (französische Bezeichnung der Evangelischen)  auch legal einen Staat im Staate.

Kardinal Richelieu, der 1624 - 1642 für Ludwig XIII. die Staatsleitung ausübt, betreibt mit Erfolg die Stärkung der königlichen Zentralgewalt und die Erhebung Frankreichs zur ersten Macht Europas. Schritt für Schritt raubt df in wiederholten Kämpfen den Hugenotten ihre Festungen samt der Flotte. Im Gnadenedikt von Nimes (1629) gewährt er ihnen jedoch weiterhin Glaubensfreiheit. 

L`Eglise du desert - die Wüstenkirche

Erst Louis XIV., der "Sonnenkönig", macht der Glaubensfreiheit ein Ende  durch die Aufhebung des Edikts von Nantes (1685). Damit ist Frankreich offiziell wieder ein rekatholisierter Staat. "Ein König, ein Gestz, ein Glaube!". Die reformierten Kirchen werden geschleift, alle öffentlichen oder geheimen Gottesdienste strengstens verboten. Die reformierten Pfarrer haben innerhalb von 14 Tagen das Land zu verlassen, alle übrigen Protestanten müssen in Frankreich bleiben. Dennoch fliehen 300000 Calvinisten - v.a. Gebildete und gewerbliche Unternehmer - in die Schweiz, nach Holland, England, Hessen, Brandenburg, ja selbst nach Amerika und Südafrika. Wem die Auswanderung misslingt, der endet durch Hinrichtung oder auf den Galeeren. Durch Flucht und Vernichtung verliert Frankreich über eine Million seiner Einwohner, das sind etwa 1/12 der Bevölkerung; es ist der größte Teil seiner Elite. 

Doch der evangelische Glaube lebt in Frankreich im Untergrund weiter. Es bildet sich die "Wüstenkirche". In den dünn besiedelten Cevennen sammeln sich die Entronnen. Sie hausen in Wäldern und scharen sich um inspirierte Prediger. Die Camisarden (Bauern) erheben sich unter Jean Cavalier und liefern den Regierungstruppen 1702-1705 einen erbitterten Guerillakrieg. 

(aus: 2000 Jahre Kirchengeschichte - Band 3, Armin Sierszyn)

Sonntag, 13. Oktober 2024

Toleranzpatent in Österreich

Toleranzpatent in Österreich 1781

Vor 243 Jahren, am 13.10.1781, wurde im Rahmen von Reformen durch Kaiser Joseph II. auch das erste sogenannte "Toleranzpatent" erlassen. Den österreichischen Protestanten wurde erstmals nach 200 Jahren gestattet, sich zu Gottesdiensten und zum Beten zu treffen. Die Benachteiligungen waren damit noch nicht beendet, aber es war ein erster Schritt. Erst durch das "Protestantengesetz" von 1961 wurden alle notwendigen Freiheiten gewährt. 

(aus: Neukirchener Kalender vom 13.10.2024)

Die Gegenreformation der Katholiken hatte die Evangelischen in Österreich Jahrhunderte lang verfolgt, getötet und vertrieben im Namen Jesu. Wobei unser HERR JESUS dafür nie eine Legimitation gibt. Ich möchte nur an die verfolgten Salzburger erinnern, die zu großen Teilen später in Preußen Unterschlupf fanden. 

Donnerstag, 22. August 2024

Oskar Brüsewitz, Pfarrer

Oskar Brüsewitz, Pfarrer in der DDR 

Als 1976 sich Oskar Brüsewitz selbst richtete, da war ich 16 Jahre alt. Zwei Jahre vorher konfimiert, aber vom Glauben an Jesus hatte ich keine Ahnung. Ob das damals ein Thema in den Nachrichten war, ich weiß es nicht mehr. Vom Osten und der DDR bekam ich nicht viel mit, da wir keine Verwandten dort hatten.

Oskar Brüsewitz war ein Christ, der leidenschaftlich als Hirte seiner Gemeinde Vorstand. Von daher galt sein Kampf auch den christlichen Freiheiten und er währte sich gegen die Unterdrückung des Marxismus in der damaligen DDR.

Am 30.5.1929 wurde er in einem kleinen Ort im Memelland geboren. Er verstarb am 22.8.1976, 4 Tage nach seiner Selbstentzündung in Halle an der Saale.

Sein Grab

Der Slogan der DDR war: "ohne Gott und Sonnenschein, fahren wir die Ernte ein."  Er konnte nur mit seinem Slogan kontern: "ohne Regen, ohne Gott, geht die ganze Welt bankrott."  Über diesen Slogan hatte Peter Hahne letztens im Osten gepredigt.

1954 kam er zum lebendigen Glauben an Jesus. Die Umstände waren schwierig, denn seine Ehe war gescheitert. Von 1964 bis 1969 besuchte er die Predigerschule in Erfurt. 1970 wurde er ordiniert. Er wurde Pfarrer in Rippicha im Kreis Zeitz.

Am 18. August stellte er sein Auto vor der Michaeliskirche in Zeitz ab. Gleichzeitig stellte er zwei Plakate mit den Botschaften auf: "Funkspruch an alle - Funkspruch an alle - wir klagen den Kommunismus an wegen Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen." 

"Funkspruch an alle - Funkspruch an alle - die Kirche in der DDR klagt den Kommunismus an! Wegen Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen."

Er übergoss sich mit Benzin und zündete sich an. Die Stasi war schnell zur Stelle und kassierte die Plakate ein. Am 26.8. wurde er fast im geheimen beerdigt. Aber über 400 Trauernde kamen aus der ganzen DDR zusammen unter den Augen der Stasi.


Am 20. August wurde in der BRD die Nachricht von der Selbstentzündung Brüsewitz berichtet. Das "Neue Deutschland" der DDR stellte Brüsewitz als Psychopathen da.


Traurig stelle ich heute fest, dass der christliche Glaube in Deutschland am schwinden ist und das wir dem Kommunismus in grüner Gestalt auf dem Leim gehen.


Freitag, 28. Juni 2024

Irenäus, Kirchenvater

Irenäus von Lyon, Kirchenvater und Märtyrer

Sein Gedenktag ist der 28. Juni, wie auch immer das zu stande gekommen ist? Als Todesjahr gibt es auch unterschiedliche Angaben.  200 und 202 n. Chr. werden angegeben. Um 135 ist er in Izmir, dem damaligen Smyrna geboren worden. 

Er kam aus einer griechischen Familie, die den christlichen Glauben auslebten. Er wurde zum Schüler von Polykarp von Smyrna, einem Kirchenvater. Als junger Mann arbeitete er in Lyon. Erst später trat er als Presbyter einer griechischen christlichen Gemeinde in Erscheinung. Während einer Abwesenheit von ihm, kam es zu einer Christenverfolgung, bei der viele den Tod fanden. Er selbst wurde später um 177 oder 178 zum Bischof der Gemeinde ernannt.




In seiner Zeit gab es eine große Auseinandersetzung mit der Gnosis, die auch in die Gemeinde eindringen wollte. Um 180 schrieb er 5 Bücher, um diese Auseinandersetzung und dem Abwehren von Irrlehren, die die Gemeinde zerstören würden. 

Die einzigen Schriften, die er damals anerkannte waren die Bücher des Alten Testaments. Der Kanon des Neuen Testaments war ja noch nicht geklärt, bzw. in der Entstehung begriffen. Aber für ihn war Jesus Christus schon der höchste Punkt der Heilsgeschichte. Er sah ihn als seinen Erlöser.

Ob er wirklich als Märtyrer starb, da gehen die Erkenntnisse auch auseinander.

Donnerstag, 25. April 2024

Luther: Der Mann, Der Gott neu entdeckte

Luther: der Mann, der Gott neu entdeckte

Dieses Buch von Eric Metaxas, bereits 2019 erschienen, habe ich in den letzten Wochen mit sehr großem Gewinn gelesen. Mir kamen zum Ende gestern dankbar die Tränen. Vor Luther waren schon manche Vorreformatoren wie Hus und andere auf dem Scheiterhaufen der Katholischen Kirche verbrannt worden. Bei Luther war das plötzlich anders. Er rechnete zwar selbst auch mit seinem Märtyrertod, aber die Zeitenwende war eingeläutet worden. Mittelalter auf dem Weg zur Neuzeit. Der Humanismus kam gleichzeitig auf, durch Männer wie Erasmus von Rotterdam u.a.

Das Buch liest sich durchaus wie eine Biografie oder wie ein Roman. Die zeitliche Abfolge entspricht dem Menschen Luther. Zwischendurch folgen Zitate aus seinen Schriften, bzw. Argumente seiner Gegner. Da muss man aufmerksam mitdenken.

585 Seiten stark, mit anschl. Querverweisen. 


Luther stößt eine wichtige Tür auf. Demokratie, aber auch der Pluralismus werden angestoßen. Die alleinige Macht der Katholischen Kirche wird für immer gebrochen. 

Zwei wichtige Zitate fallen mir ins Auge: Wahrheit ist stärker als Macht. Und  Macht hatte mit Wahrheit, Würde und Freiheit gewürzt zu sein. (Seite 574, 575)


Im Blick auf die nahe Vergangenheit sehen wir, dass selbst Demokratien gefährdet sind. Längs beansprucht der linke Zeitgeist die Wahrheit für  sich gepachtet zu haben. Andere Meinungen und Erkenntnisse werden einfach in die rechte Ecke geschoben. Diese Fratze der Macht gilt es zu demaskieren!


Dienstag, 23. April 2024

Georg Winkler, Reformation

Ich lese gerade in einer Biografie über Martin Luther. Bewegend und interessant. Da stolpere ich über den Namen Georg Winkler, ein Freund von Martin Luther.

Im April 1527 wurde der Pastor aus Halle ermordet. Er wurde in Bischofswerda/Lausitz geboren, aber es gibt keine weiteren Daten dazu. Das Todesdatum wird mit dem 23. April 1527 angeben, irgendwo im Spessart.

Der Erzbischof Albrecht von Mainz holte ihn 1523 an die Stiftskirche nach Halle. Das war katholisch geprägt. Wann genau Georg Winkler (Winckler) die Lehren Luthers annahm, bleibt ungewiss. Aber er predigte unverdrossen evangelisch und er begann in der Gemeinde das Abendmahl in beiderlei Gestalt (Brot und Wein) auszuteilen. 

Er wurde nach Mainz beordert zum Erzbischof um seine Vorgehensweise zu rechtfertigen. Auf dem Rückweg wurde er ermordet. Ob der Erzbischof Albrecht  von Mainz den Auftrag dazu gab ist historisch umstritten. Kanoikus Hoffmann soll den Mord begangen haben. Hoffmann war anfangs ein Mitgeistlicher von Winkler in Halle gewesen.

Martin Luther schrieb damals einen Trostbrief an die Gemeinde von Winkler in Halle. Titel: "seine Tröstung an die Christen zu Halle über Herrn Georgen, ihres Predigers, Tod."