Mittwoch, 4. März 2026

Gertrud Dorothea Freiin von Massenbach, Missionarin

Gertrud D. Massenbach, verstorben 1975


Heute morgen stolpere ich über einen Namen von einer Frau, die in der christlichen Missionsgeschichte vermutlich viel bewegt hatte. Die Hinweise im weltlichen Netz sind aber sehr spärlich. 

Geboren wurde sie am 6.1.1883 auf Schloss Pine in Posen. Sie war das 6. von 10 Kindern des Freiherrn, Georg von Massenbach. Die Eltern starben schon, als sie erst 15 Jahre alt war.
Sie kam aus einer frommen Familie und auf dem Schloss wurden immer wieder Missionsfeste veranstaltet. Mit 19 Jahren, das war 1902, legte sie ihr Examen als Lehrerin ab. Ein paar Jahre arbeitete sie als Hauslehrerin. Danach meldete sie sich bei der SPM zum Missionsdienst an. Warum? Da ist nichts von ihrer inneren Haltung überliefert worden. Die SPM (Sudan Pioniermussion - heute EMO Evangeliumsgemeinschaft mittlerer Osten) sandte sie dann nach Assuan zu einer Missionsschule aus. Sie erteilte Mathematikunterricht und die Schulanfänger wurden in der arabischen Schrift unterrichtet.
Zum Beginn des ersten Weltkrieges musste sie 🇪🇬 Ägypten verlassen. Sie nutzte die Zeit in Deutschland 🇩🇪, um sprachwissenschaftlich sich in Kunuuzi Nubisch weiterzubilden. Die nubische Geschichte wurde ihr wichtig. Nach dem Kriegsende kehrte sie zurück. Ihre Arbeit wurde wieder praktisch. In den Häusern gab sie Handarbeitsunterricht. Durch die Erhöhung des Assaunstaudamms wurden viele Nubier zwangsumgesiedelt. Viel Elend, zumal die meisten Nubier Analphabeten waren. Mit dem Beginn des zweiten Weltkrieges musste GvM wieder Ägypten verlassen.  Sie kehrte nach Posen zurück und wurde Vikarin. Dann wurde sie von den Russen vertrieben und flüchtete bis nach Löhne in Westfalen, wo Familienmitglieder lebten. 1952 konnte sie noch einmal ausreisen. Aber manches war inzwischen erschwert. 1956 wurde nach vielen Unruhen der 🇸🇩 Sudan gegründet. Nubien war von Ägypten unabhängig geworden. 
Im Rückblick kann man sagen, das sie zusammen mit Samuel Ali Hiseen alle 4 Evangelien ins Kunuuzi Nubisch übersetzt hatte. 
Im Jahre 1964 zog sie ins Altersheim in Espelkamp. Da war sie bereits 81 Jahre alt. Am 5. März 1975 verstarb sie 92jährig. Selbst kurz vor ihrem Tode waren ihr noch sprachwissenschaftliche Arbeiten möglich. 
In Nubien nannte man sie "Sitte Masmas".
Sie brachte auch ein Büchlein mit dem Titel "Nubien unter dem Kreuz" heraus, das Dr. Roland Werner 1984 überarbeitet hatte. Leider ist das Buch vergriffen. 

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