| Gedenktafel |
Felix Manz, Märtyrer der Täuferbewegung
Felix Man(t)z, geboren um 1498 in Zürich. Er soll ein unehelicher Sohn eines Geistlichen aus Zürich gewesen sein. Es gibt da unterschiedliche Vermutungen zu.
Trotzdem genoss er eine sehr gute humanistische Ausbildung und kannte sich in den Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein aus. Als gesichert gilt, dass er schon früh Kontakte zu reformatorischen Kreisen bekam, zu denen auch Huldrych Zwingli gehörte. Zusammen mit Zwingli studierte er die hebräische Sprache.
Er lernte aber auch Jörg Blaurock und Konrad Grebel kennen, die später die Täuferbewegung begründeten. Diese drei Mann gründeten kleine Bibelschulen um die Laien zu schulen.
Der erste Riss zu Zwingli kam zum Jahreswechsel 1523/24 auf. Es ging um unterschiedliche ekklesiologische Auslegungen. Die Tauffrage kam erst viel später hinzu. Zwingli bekam von ihnen vorgeworfen, dass er den reformatorischen Prozeß in Zürich verzögern würde. Da kann durchaus etwas dran gewesen sein. Aber zur damaligen Zeit waren das Umwälzungen, die viel Weisheit erforderten. Der Prozeß in Deutschland verlief ja auch nicht glatt. Luther mit Melanchthon auf der einen Seite und Karlstadt und Münzer auf der anderen Seite.
Schriften von Karlstadt prägten auch Manz. Karlstadt entschied sich auch gegen die Kindertaufe, war aber kein Schwärmer wie Münzer. Aber auch im ev. Lager in Deutschland 🇩🇪 hielten die Adligen lieber zum etwas gemäßigten Luther. Das war in Zürich dann auch zu beobachten.
Der endgültige Bruch zwischen Zwingli und Manz, Blaurock und Grebel fand im Herbst 1524 statt. In der Disputation sprachen sich alle drei gegen die Kindertaufe aus. Der Rat der Stadt Zürich stellte sich sofort auf Zwinglis Seite. Am nächsten Tag wurde beschlossen, das alle Eltern, die ihre Kinder nicht bis zum 8. Lebenstag haben taufen lassen, die Stadt zu verlassen haben. Im Januar 1525 bekamen die Drei das Bibelschulverbot.
Es kam am 21.1.1525 zur Gründung der Täufergemeinde. Jörg Blaurock, der kath. Priester war, ließ sich als erstes von Grebel taufen. Manz wurde am 30.1.1525 verhaftet. Manz kam später frei, wurde aber im Mai wieder verhaftet. Er hatte zwischendurch im Kanton Zürich evangelisiert. Bis zum 30.10. blieb er inhaftiert.
Im Frühjahr 1526 predigte und taufte Manz in Graubünden und Appenzell. Am 3.12.1526 wurde er erneut verhaftet und das Gericht verurteilte ihn zum Ertränken in den ersten Januartagen 1527.
Am 5. Januar 1527 wurde er gebunden und in die Limmard geworfen. Später starben noch weitere 5 Täufer in der Limmard.
Ein dunkles Kapitel der ev. Reformation.
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