Donnerstag, 8. Januar 2026

Gerta Scharffenroth, ev. Theologin

Gerta Scharffenroth, geb. 8.1.1912, verstorben 4.12.2014 in Heidelberg


Sie war eine geborene von Mutius aus Stuttgart. Ihr Vater war Oberst und Chef des Generalstabs 13. Armeekorps. Albert von Mutius heiratete Ingeborg von Saldern. Ihre Kindheit verbrachte sie auf dem Gut in Schlesien. Im Jahre 1931 legte sie ihr Abitur auf einem Jungen-Gymnasium ab. Sie wollte gerne später Medizin studieren, dass aber ihre Eltern ablehnten. 
Sie half dann ihrem Vater bei der Bearbeitung von historischen Nachlässe aus dem 19. Jahrhundert. 
1936 heiratete sie den See-Offizier Fritz Scharffenroth in Bunzlau. Das Ehepaar hatte 3 Kinder. Im Herbst 1942 kehrte Gerta auf das Familiengut in Schlesien zurück. Sie trennte sich von ihrem Mann, nicht aus fehlender Liebe. Sie empfand ihren Mann als politischen Mitläufer im Nazireich. 1946 wurde sie dann aus Schlesien von den Russen vertrieben und lebte 3 Jahre auf der Flucht. Über Norddeutschland fand sie dann ihre neue Heimat in Heidelberg.

Foto:Isabel Groche, beim 100. Geburtstag 

Im Jahre 1956 entschloss sie sich Politikwissenschaften und ev. Theologie zu studieren.



Im Jahre 1962 legte sie ihre Dissertation über Römer 13 und dem geschichtlich  politischen Denken, ab. Von 1962 bis 1966 leitete Sie den ev. Gemeindedienst in Heidelberg. Bis zu Ihrem Ruhestand war sie Mitarbeiterin in der ev. Studiengemeinschaft. Sie begleitete Projekte in der Friedensforschung. 1970 wurde sie als erste Frau in den Rat der EKD gewählt. Im Jahre 1989 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.
Sie erlebte ein reiches, aber auch hartes Leben. Beginnend über die Monarchie, der Weimarer Republik und deren Zerfall, erste und zweite Weltkrieg mit dem Aufstieg und Fall des Nazireichs, Flucht, Aufbau von Westdeutschland, Kalter Krieg, Wiedervereinigung. 

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