Sonntag, 30. Oktober 2011

Zierikzee

Eine, der beiden Windmühlen von Zierikzee steht am Hafen
Im Hintergrund: St.-Lievenmonster
Wir haben den Turm von St.Lievenmonster bestiegen, 2,00 € p.p., geniale Aussicht
Im Hintergrund der Turm des Stadhuis mit dem Glockenspiel, Donnerstag ist immer Markttag.
rechter Hand: Gasthuiskerk
Eine der beiden Zugbrücken im Bereich: Nord- u. Zuidhavenpoort
Heute möchte ich meine Liebe zu einer kleinen Stadt auf der Insel Schouwen-Duiveland dokumentieren.
Sie trägt den Namen Zierikzee. Die Stadt hat ca. 11000 Einwohner. In den Jahren 2006-2008 und vergangene Woche waren wir in Zeeland immer im Urlaub. Herbstferien zum Ende der Saison. Meistens war das Wetter noch mild. Sonne und man konnte vor einem der vielen Cafés und Restaurants sitzen und den Cappuccino genießen. Wir hatten meistens in der Nähe eine Ferienwohnung oder einen kleinen Bungalow angemietet. Was gibt es schöneres und entspannteres als am Hafen entlang zu schlendern?! Eingehende Kutter zu erwarten oder die vielen Segelschiffe zu bestaunen. Der Ort beschildert sich selbst auch als "Monumentenstadt", da einige Türme von weithin sichtbar sind.
Barbara und Hans Otzen schreiben in ihrem Reiseführer "Hollands Westküste": zählt zu den sehenswertesten kleineren Städten der Niederlande. Vom Ruhrgebiet aus ist man in ca. 2 - 2,5 Stunden mit dem Auto vor Ort. Fast gemütlich bei einer Tagestour zu erreichen. Meine Frau und ich, wir lieben dieses Städtchen. Als Millionär hätte ich dort einen Ruhesitz.

Henry Dunant

Heute möchte ich an den Schweizer Henry Dunant erinnern, der am 30.10.1910 verstorben ist. Humanistisch hat er unserer heutigen Gesellschaft und Weltgemeinschaft unendlich wichtiges hinterlassen. Er wurde am 8.5.1828 in Genf geboren als Jean-Henri Dunant. Auf einer Geschäftsreise unterwegs, kam er im Juni 1859 in der Nähe von Solferino vorbei. Dort war vermutlich ein paar Stunden oder Tage vorher die Schlacht um Solferino beendet worden. Nach damaligen Erfahrungen die größte Schlacht nach der um "Waterloo". Das Königreich Sardinien und Frankreich kämpften gegen das Kaiserreich Österreich um die Vorherrschaft in der Lombardei.  http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Solferino

Die Grausamkeit der Schlacht und die Unfähigkeit die Verletzten zu versorgen bzw. zu bergen erschütterte Henry Dunant unendlich tief. Heute geht man davon aus, dass die größere Zahl der Menschenleben erst in den Tagen nach der Schlacht zu Tode kamen. Keine medizinische Versorgung, kein Trinkwasser und keine Lebensmittel.

Henry konnte auch nicht direkt helfe, schrieb aber seine Erfahrungen in einem Buch auf. "Eine Erinnerung an Solferino" wurde 1862 mit seinen eigenen Kosten veröffentlicht.

Das Buch appelliert an das Weltgewissen und er schlägt darin die Gründung freiwilliger Hilfkorps zur Rettung Verwundeter vor. Daraus geht 1864 die Genfer Konvention hervor. Seit 1876 nennen sich die Hilfskorps nun Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK). 1901 erhellt Henry Dunant den ersten Friedensnobelpreis für seine Lebensleistung zusammen mit dem Pazifisten Frederic Passy.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Stuttgarter Schuldbekenntnis

„Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland begrüßt bei seiner Sitzung am 18./19. Oktober 1945 in Stuttgart Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen. Wir sind für diesen Besuch um so dankbarer, als wir uns mit unserem Volk nicht nur in einer großen Gemeinschaft der Leiden wissen, sondern auch in einer Solidarität der Schuld. Mit großem Schmerz sagen wir:


Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. Was wir unseren Gemeinden oft bezeugt haben, das sprechen wir jetzt im Namen der ganzen Kirche aus: Wohl haben wir lange Jahre hindurch im Namen Jesu Christi gegen den Geist gekämpft, der im nationalsozialistischen Gewaltregiment seinen furchtbaren Ausdruck gefunden hat; aber wir klagen uns an, daß wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.

Nun soll in unseren Kirchen ein neuer Anfang gemacht werden. Gegründet auf die Heilige Schrift, mit ganzem Ernst ausgerichtet auf den alleinigen Herrn der Kirche, gehen sie daran, sich von glaubensfremden Einflüssen zu reinigen und sich selber zu ordnen. Wir hoffen zu dem Gott der Gnade und Barmherzigkeit, daß er unsere Kirchen als sein Werkzeug brauchen und ihnen Vollmacht geben wird, sein Wort zu verkündigen und seinem Willen Gehorsam zu schaffen bei uns selbst und bei unserem ganzen Volk.

Daß wir uns bei diesem neuen Anfang mit den anderen Kirchen der ökumenischen Gemeinschaft herzlich verbunden wissen dürfen, erfüllt uns mit tiefer Freude.

Wir hoffen zu Gott, daß durch den gemeinsamen Dienst der Kirchen, dem Geist der Gewalt und der Vergeltung, der heute von neuem mächtig werden will, in aller Welt gesteuert werde und der Geist des Friedens und der Liebe zur Herrschaft komme, in dem allein die gequälte Menschheit Genesung finden kann.

So bitten wir in einer Stunde, in der die ganze Welt einen neuen Anfang braucht: Veni, creator spiritus!“


Heute vor 66 Jahren wurde das Stuttgarter Schuldbekenntnis der evangelischen Kirche veröffentlicht. Nach einem verheerenden Krieg und unendlichen Grausamkeiten eines diktatorischen Regimes, kamen die Unterzeichner dieses Schuldbekenntnisses zu der Überzeugung, das auch sie selbst betroffen waren. Sie hätten mehr lieben, glauben und beten sollen. In der damaligen Zeit waren auch viele Christen auf einen falschen Weg verführt worden (Deutsche Christen). Ich bin heute dankbar dafür, dass Menschen den Mut hatten ihr Versagen und ihre Schuld zuzugeben. Ein neuer Anfang sollte gewagt werden. Heute wird oft geschwiegen oder verschwiegen. Die Zeiten haben sich zwar geändert und wir leben in einem anderen politischen Verhältnis. Treibt unser Volk aber noch der christliche Glaube an? Gilt das biblische Wort noch als Lebensmaßstab?  

Dienstag, 11. Oktober 2011

Full Member

Der Begriff kommt aus der englischen Sprache und heißt übersetzt: Vollmitglied. Der eigentliche Begriff Full Member wurde aber in der amerikanischen Bikerszene geprägt. Besser ausgedrückt, in der Motorradclub- (MC) und Rockerszene. Jeder Motorradclub ist nach bestimmten Strukturen aufgestellt, die vielleicht für einen Außenstehenden ungewöhnlich sind, aber innere Stärke und Gemeinsamkeit schaffen - Bruderschaft stiften. Um in einem MC Mitglied zu werden, bedarf es des Kennenlernens und der Probezeit. Diese Probezeit kann unterschiedlich lange dauern und an zusätzliche Bedingungen geknüpft sein. Viele Clubs habe eine bis 10 Punkte umfassende Struktur.


Ganz unten angesiedelt ist der "Supporter", der den Club bzw. die Untergruppe (Charter) unterstützt und mit ihnen sympathisiert. Dann kann es den "Hangaround" geben, der letztendlich irgendwann einen Full Member Status anstrebt. Als Vorstufe kann er zum "Prospect" werden.
Die Clubs verfügen auch über eine einheitliche Anzugsordnung, der sogenannten Kutte. Full Member haben auf der Kuttenvorderseite (Brustseite) das Clubwappen (Logo) und den einzelnen Namen, Chapternamen und besonderes Rangabzeichen. Auf der Rückseite der Kutte ist das sogenannte Colours (große Wappen) und andere Schriftzüge (wie z.B. der Ort oder das Land). Im allgemeinen können in diesen Clubs nur Männer Mitglied werden. Frauen sind ausgeschlossen. Der Prospect bekommt nach einer gewissen Bewährungszeit das kleine Colour und den seinen Namen auf der Vorderseite der Kutte aufgenäht. Erst als Full Member erhält er das große Rückencolour. Die meisten MC´s verfügen über eigene Treffs und Heime. Dort wird dann auch die so genannten "Kuttenübergabe" an einen Full Member zelebriert. Oft werden dazu auch befreunde Clubs eingeladen.

Meine Frau ist jetzt Full Member geworden in der C.M.A. (Christian Motorcyclists Association). Diese christliche Bewegung ist kein Motorradclub (MC) sondern eine Vereinigung. Es finden sich ähnliche Strukturen wieder, aber die Vereinigung verfügt in Deutschland über kein Clubhaus. Frauen dürfen weltweit der Vereinigung beitreten, mitfahren und arbeiten. Die Full Member Zelebration findet dann oft in einer christlichen Gemeinde statt, aus der der Full Member kommt. Meine Frau ist jetzt nach einer ca. 15 Monate dauernden Kennenlernphase Full Member geworden. Herzlichen Glückwunsch.

PS: Es gibt jetzt ein Clubhaus in Bad Hersfeld - in den Räumen einer christlichen Gemeinde.

Freitag, 7. Oktober 2011

10 Jahre Krieg

Heute vor 10 Jahren begann die Operation "Enduring Freedom" in Afghanistan. Lang, lang ist es her. Wir gewöhnen uns an so vieles....?!
"Enduring Freedom" wird von den USA und England gestartet. Die Militäroperation gegen die Taliban in Afghanistan soll den Terrorismus bekämpfen.
Aber sind wir dem Ziel näher gekommen? Viele Taliban sind getötet worden, allen voran auch Bin Laden, aber die Wurzel der Motivation dieser Kämpfer lässt sich nicht ausrotten. Der Hass gegen den Imperialismus, allen voran gegen die USA ist so groß, das da wenig Hoffnung ist, wenn die Soldaten vor Ort abgezogen werden. Es scheint mir auch unmöglich eine europäische Demokratie am Hindukusch aufzubauen. Auch in Europa mussten wir lernen, was Demokratie ist. Wir haben auch grausame Diktaturen hinter uns. Demokratisch denken lernen und wollen, dass fällt einem nicht in den Schoss. Am Hindukusch gelten andere Gesetze, Rieten und Werte als bei uns in Europa. Unsere Demokratien halten für den einzelnen Menschen viele Rechte und Freiheiten bereit, aber wirkliche Problemlösungen gelingen bei uns ja auch nicht. ...und wenn dann zu Lasten derer, die sich am schlechtesten wehren können.
Vielleicht haben am Ende nur die Industriellen der Waffenproduktion an dem Krieg verdient und somit gewonnen.

Mittwoch, 28. September 2011

Kathrin Schmidt in Holthausen

Aus dem "Bibelinternat" in die Vier-Täler-Stadt


Neue Jugendreferentin der Landeskirchlichen Gemeinschaft Holthausen vorgestellt / Seit zwei Monaten in Plettenberg

Kathrin Schmidt und ihr Mann Sascha verfolgten aus den Reihen der Gemeinde die einführenden Worte ihres Mentors, Klaus Salscheider. ■ Foto: A. Gärtner
PLETTENBERG ■ Sie lebt schon einige Zeit in Plettenberg und seit Anfang September nimmt sie bereits die Aufgabe wahr, in die sie erst am Sonntag offiziell eingeführt wurde: Kathrin Schmidt ist die neue Jugendreferentin der Landeskirchlichen Gemeinschaft Holthausen. Ihr wurde ein herzlicher Empfang bereitet.
So wird aus einem Gottesdienst eine Willkommensfeier: Die Landeskirchliche Gemeinde Holthausen begrüßte am vergangenen Sonntag ihre neue Jugendreferentin Kathrin Schmidt. Auf ihrer Einführung erhielt Schmidt Zuspruch und motivierende Worte der ganzen Gemeinde.
Seit dem 15. August lebt die aus dem Nord-Schwarzwald stammende Jugendpredigerin mit ihrem Mann Sascha jetzt schon in Plettenberg. Bereits seit dem 1. September arbeitet Kathrin Schmidt mit Freude in Holthausen.
Doch wie wird man Jugendreferentin? Schließlich ist, wie man weiß, noch kein Meister beziehungsweise Referent vom Himmel gefallen. Nachdem sie ihr Abitur bestanden hatte, machte Kathrin Schmidt erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr. Danach begann sie ihre Seminaristisch-Theologische Ausbildung am Johanneum in Wuppertal. "Man könnte auch Bibelinternat dazu sagen", sagte Kathrin Schmidt. Drei Jahre dauerte ihre Ausbildung, in der sie nicht nur vieles über die Arbeit mit Menschen und den Glauben erfuhr. Im Bergischen Land wurde sie von Klaus Göttler betreut. Dieser war Kathrin Schmidts Praxisdozent am Johanneum in Wuppertal. An der 1886 in Bonn gegründeten und seit 1893 in Wuppertal ansässigen Evangelistenschule Johanneum werden junge Menschen zum Verkündigungsdienst in der evangelischen Gemeinde- und Jugendarbeit ausgebildet.
Kathrin Schmidt wurde sich in dieser Zeit auch klar, dass sie nach ihrer Ausbildung als Jugendpredigerin arbeiten wollte. Sie bewarb sich für ein Anerkennungsjahr, das nach der Ausbildung folgt, bei der Landeskirchlichen Gemeinde Holthausen. Hier wird Schmidt einmal im Monat die Predigt übernehmen. Außerdem wird sie sich um die Jugend der Gemeinde kümmern. Hilfe bekommt sie dabei von ihrem Mentor Klaus Salscheider, Leiter des Referats für Kinder- und Jugendarbeit im Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg. ■ bel   (Süderländer Tageblatt)

Sonntag, 25. September 2011

Augsburger Religionsfriede

AUGSBURGER RELIGIONSFRIEDE (25.9.1555):
Das Übereinkommen beendete die Kämpfe zwischen Kaiser Karl V. und den evangelischen Fürsten und Ständen in Deutschland, die erstmals als gleichberechtigt anerkannt wurden. Echte Religionsfreiheit war damit aber nicht gegeben. Es stand den Fürsten frei, die Religion ihres Landes zu bestimmen. Für den Bürger galt die proklamierte Religionsfreiheit nur so weit, als sie das Recht bekamen, das Land eines andersgläubigen Fürsten zu verlassen. (aus Neukirchener Kalender)

25.09.1555: Auf dem Reichstag in Augsburg schließt Kaiser Karl V. mit seinen etwa 250 Landesfürsten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation einen Religionsfrieden. Der Reichstagsbeschluss stellt die Lutheraner den Katholiken gleich, sichert den Ländern "Religionsfreiheit" und schafft die Todesstrafe für Ketzer ab.

Der Vertrag geht als Augsburger Reichs- und Religionsfrieden in die Geschichtsbücher ein.

* * *

Er war jedoch nur ein fauler Kompromiss, um die machtpolitischen Auseinandersetzungen während der Reformationszeit zu beenden. Er hält nur 63 Jahre. 1618 bricht in Europa der bis dahin größte und schrecklichste Krieg los: Der Dreißigjährige Krieg.

 
Und die sogenannte "Religionsfreiheit" galt nur für den jeweiligen Landesfürsten. Seine Untertanen mussten seine Konfession annehmen - also entweder die lutherische oder die katholische.

Aber die Mitgliedschaft rettete natürlich niemanden vor Gottes Gericht. Retten kann uns nach den Aussagen des Neuen Testaments nur der Glaube an Jesus Christus. Und das ist immer die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen. Jemandem eine Kirchenmitgliedschaft überzustülpen ist meines Erachtens nicht hilfreich, sondern eher hinderlich. Wer damals diese Entscheidung (, auch Bekehrung genannt,) getroffen hat und sich nicht der jeweiligen Konfession anschließen wollte, wurde weiterhin zum Glaubensflüchtling.
Heute ist Religionsfreiheit ein Grundrecht, und das sollten wir uns auch von niemandem nehmen lassen. Diese Freiheit bedeutet jedoch auch Verantwortung. Deshalb sollten wir die Grundaussagen der Bibel kennen. Sonst bleiben wir manipulierbar.
Uwe Schütz


Die Konfessionen in Mitteleuropa um 1618
Die Konfessionen in Mitteleuropa um 1618
blau: katholisch, orange: lutherisch, rot: reformiert
Quelle: wikipedia.de unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht

Quelle: http://www.aref.de/kalenderblatt/2010/38_augsburger-religionsfriede_1555.php


Aus heutiger Sicht lässt sich vermutlich manches leicht kritisieren, aber es waren andere politische und geistliche Zeiten und der "einzelne" Mensch hatte noch nicht diese Freiheiten, die wir z.B. im heutigen Grundgesetz verankert haben. Alles hat eine Vorgeschichte. Unsere heutige Freiheit haben vorhergehende Generationen oft mit ihrem Leben und Blut erkauft. Wenn wir heute z. B. feststellen das bestimmte Landstriche katholisch geprägt sind (z. B. Kreis Olpe), dann hat das noch seinen Ursprung in der damaligen Zeit. Andersgläubige sind dann später hinzugezogen. So kann man davon ausgehen, dass die damaligen Herscher katholisch oder evangelisch geprägt waren.

Mittwoch, 21. September 2011

Zitat über die Bibel

"Ich glaube, dass die Bibel allein die Antwort auf alle unsere Fragen ist, und dass wir nur anhaltend und etwas demütig zu fragen brauchen, um die Antwort von ihr zu bekommen."
(Dietrich Bonhoeffer)


Zu diesem Satz Bonhoeffers ließe sich viel sagen und schreiben. Es braucht Geduld und Zeit, aber auch eigene Kritikfähigkeit und die Suche nach der Wahrheit.... Jesus sagte einmal: "Wer suchet, der wird finden...." (Matthäus Evangelium 7, 7+8)

Sonntag, 18. September 2011

P-Weg 2011

Am vergangenen Wochenende fand wieder der P-Weg in Plettenberg statt. Ein Wochenende für den Sport. Laufen, Walken und Biken. Ich kam am Sonntag als Mitarbeiter am Servicestand beim Ultramarathonrennen der Biker und auch vereinzelten Bikerinnen dazu. Beim Aufbau des Standes war die Sonne noch zu sehen. Der starke Wind hielt uns aber davon ab, ein Zelt aufzubauen. Gegen 11.00 h wurden die ersten Fahrer des ca. 240 Teilnehmer umfassenden Fahrerfeldes erwartet. Unser Stand steht immer an der "Spinne" auf der Nordhelle. Die höchste Erhebung auf der ca. 88 km langen Strecke. Wir stehen am KM 58. Um 11.05 h tauchte der erste Fahrer auf. Er hatte schon einen überwältigenden Vorsprung von ca. 10 Minuten.
 Hier quält sich der 2. Fahrer unserem Stand entgegen. Aber wie schon in den vergangenen Jahren, sausen die ersten 20-30 Fahrer am Stand vorbei. Es geht um gute Zeiten und Platzierungen. Echte Halbprofis am Start.


Neben Verpflegung und Getränken weiterzugeben, versuchten wir uns im fröhlichen Anfeuern und Applaudieren. Dank, des zunehmenden miesen Regenwetters wurde spontan ein neuer Service angeboten: Das Brilleputzen.

Hier kommt eine Gruppe vom Rundkurs auf der Nordhelle (5 km) an unserem Stand wieder vorbei.

Mit zunehmender Fahrerzahl wurden die Pausen der Fahrer am Stand größer. Die Gesichter waren nicht nur verdreckt, sondern strahlten auch Erschöpfung aus. 2 Fahrer gaben bei uns auf.
Dann kam gegen 14.00 h noch ein Gewitter auf und das in mitten des Waldes. Der Regen wurde heftiger und die Temperatur sank auf miese 16 Grad. Harte Anforderungen für alle Fahrer.






Gegen 14.30 h kamen die letzten Fahrer an unserem Stand vorbei. Abbau und schnell nach hause ins Warme. Ich wärmte mich im Bett auf. Vermutlich waren wir alle durchnässt. Aber trotz des miesen Wetters, es war ein toller Tag im Wald und an der Bikestrecke. Nächstes Jahr beim P-Weg! Wenn Gott will....

Donnerstag, 8. September 2011

Hans Apel verstorben

Politiker und Christ: Hans Apel verstorben

Der frühere Bundesverteidigungsminister und engagierte Christ Hans Apel (SPD) ist tot. Er verstarb am Dienstag im Alter von 79 Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg. Dies teilte Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Mittwoch im Bundestag mit. Sein Verleger Detlef Holtgrefe würdigte Apel gegenüber pro als einen "sehr aufrichtigen Menschen und Christen".

Der Politiker und engagierte Christ Hans Apel ist am Dienstag im Alter von 79 Jahren verstorben.

(Foto: Brunnen Verlag ) Apel war seit 1970 Mitglied des SPD-Bundesvorstands und gehörte innerparteilich zum eher rechten Flügel der SPD. Von 1972 bis 1974 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Mit 42 Jahren wurde er 1974 in der sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Helmut Schmidt Finanzminister und wechselte 1978 auf den Chefposten des Verteidigungsressorts. Mit dem Ende der sozialliberalen Koalition 1982 endete auch seine Minister-Amtszeit. Apel, der keine persönliche Beziehung zu Berlin hatte, wurde von der SPD 1984 ins Rennen um den Bürgermeisterposten geschickt, unterlag aber Eberhard Diepgen von der CDU.1988 wurde Apel nicht wieder in den Parteivorstand gewählt – enttäuscht verzichtete er auf sämtliche Parteiämter.
Bundestagspräsident Norbert Lammert würdigte den Verstorbenen als "herausragenden Politiker und leidenschaftlichen Parlamentarier". "Apel hat 25 Jahre als Mitglied des Deutschen Bundestages wie auch als Bundesfinanzminister und als Bundesverteidigungsminister maßgeblich an wichtigen Weichenstellungen in der Geschichte der Bundesrepublik mitgewirkt", hieß es am Mittwoch in einer Erklärung Lammerts.

Scharfer Kritiker der evangelischen Kirche

Nach Angaben der Evangelischen Nachrichtenagentur idea war Apel auch ein scharfer Kritiker der evangelischen Kirche. Mit den Worten „Das Maß ist voll“ sei er 1999 zusammen mit seiner Frau Ingrid aus der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche aus- und wenig später in die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche eingetreten. Diesem Schritt seien negative Erfahrungen vorausgegangen. Den letzten Anstoß zum Kirchenaustritt habe die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Hamburg gegeben. Landeskirchen, die homosexuelle Beziehungen praktisch mit der Ehe gleichsetzten, stiegen aus der gesamten moralischen Tradition der Menschheit aus, kritisierte der Politiker.

Laut idea vertrat Apel die Ansicht, dass die Landeskirchen aufgrund ihrer pluralistischen Ausrichtung keine Werteorientierung böten. Ursache sei eine sich von der Bibel emanzipierende Theologie. Im Jahr 2003 habe er in seinem Buch "Volkskirche ohne Volk" eine profillose Kirche kritisiert, in der die Botschaft des Evangeliums an den Rand gedrängt werde, und eine radikale Kurskorrektur verlangt. Apel habe vor einem "weichgespülten Christentum" gewarnt. Eine Kirche, die genauso plural sein wolle wie der Staat, könne nicht als "Licht der Welt" und "Salz der Erde" wirken, zitiert idea den Politiker.


Apel war auch als Autor tätig. In seinem Buch "Die deformierte Demokratie" rechnete er 1991 mit Parteienherrschaft und -klüngel ab. In "Der kranke Koloss" nahm er 1994 die damalige Europäische Gemeinschaft als "eine teure Illusion" ins Visier. Zuletzt veröffentlichte er seine Bücher "Volkskirche ohne Volk" (2003), "Europa ohne Seele" (2007) und seine Lebenserinnerungen "Hans, mach du das!" (2010) im christlichen Brunnen Verlag. Dessen Geschäftsführer, Holtgrefe, bezeichnete Apel gegenüber pro als einen "äußerst engagierten Christen, der das lebte, was er sagte und nie um die Sache drumherum geredet hat, sondern ehrlich und offen war – und das in norddeutscher Klarheit." Apel habe sehr viel an seiner Kirche gelegen.

Wie "Spiegel Online" von Apels Ehefrau Ingrid erfahren hat, ist der Politiker und engagierte Christ am Dienstagmorgen nach zweijähriger Krankheit in einer Hamburger Klinik im Kreis seiner Familie gestorben. "Es war ein friedlicher Moment, er ist einfach eingeschlafen", sagte Ingrid Apel. (pro/dpa/idea)

VON: aq
07.09.2011

Als ich heute Mittag in meiner WR von seinem Tod las, sind mir noch eigene Erinnerungen wachgeworden. Politisch war ich selbst Anfang der 80er Jahren Friedensbewegt und gegen den Natodoppelbeschluß eingestellt. Apel war ein Befürworter des Beschlusses gewesen. Jahre später, ich war selbst zum christlichen Glauben gekommen, entdeckte ich dann 2 Bücher von ihm, die ich dann las. "Volkskirche ohne Volk" sprach mir sehr aus der Seele, da die pluralistischen und oft auch sehr liberale Entscheidungen der Kirche (in meinem Falle, der westfälischen Kirche)mich traurig machten. Ich konnte seine Konsequenzen gut verstehen. "Hans, mach du das!" ließen mich hinter die politische Landschaft sehen. Ich hätte ihn gerne mal live erlebt und freue mich auf ein Wiedersehen und Kennenlernen in der Ewigkeit bei unserem Herrn Jesus.

Montag, 5. September 2011

Paul Breitner wird 60

"Ich wollte ein anderes Leben führen" Paul Breitner feiert 60. Geburtstag Er war ein Querkopf, ein genialer Spieler: Paul Breitner, der sein Studium mit Fußballspielen finanzieren wollte. Er wurde Deutscher Meister, Pokalsieger, Europapokalsieger, Europameister und Weltmeister. Nun wird der Lockenkopf 60 Jahre alt. Er hatte damals ein Ziel, sagt er: "Nie greifbar sein".

(aus: n-tv)


Franz Beckenbauer, Uli Hoeness und Paul Breitner habe ich es zu verdanken, dass ich BayernFan geworden bin. Kann mich noch gut an sein Tor zum 1:1 im WM Endspiel gegen die Niederlande 1974 erinnern. Vielleicht das wichtigste Tor in seiner Karriere. Herzlichen Glückwunsch und ein Dankeschön.

21. Montgolfiade in Warstein

Am Freitag, den 2.9.2011 startete die 21. Warsteiner Int. Montgolfiade. Für 10 Tage war wieder Treffpunkt der Ballonfahrer und aller Fans, die diesem Spektakel beiwohnen wollen.Spontan entschlossen sich meine Frau und ich an diesem Freitag, direkt nach getaner Arbeit nach Warstein zu fahren. Das Wetter war schön und sonnig. Was wollte man mehr, nach so einem verregneten Sommer. Somit waren wir jetzt das 4. Mal auf der Montgolfiade. Bevor es losging, hatten wir noch Zeit für ein Weizenbier im Biergarten. Pünktlich um 18.00 h starteten die ersten Teams in den Himmel. Die Veranstaltung war nicht schlecht besucht, aber es war nicht so voll, wie in den vergangenen Jahren - aber das kann ja im Laufe der Woche noch geschehen.

Der Vorteil: An den Zäunen war immer wieder genug Platz um ein Foto zu machen. Auch konnte ich zum ersten Mal über das ganze Gelände gehen und zum 2. Startplatz, etwas unterhalb der Haupttribüne, gelangen. Ich hatte zum ersten Mal überall gute Fotografiermöglichkeiten. Die Sonne stand meistens im Rücken, was in den vergangenen Jahren auch oft anders war. Toll.  Am ersten Tag waren noch nicht so viele Sonderformen vor Ort. Aber auch das wird sich noch ändern. Für alle T.Rex Fans sei aber jetzt schon gesagt, das der riesige Ballon aus Kanada in diesem Jahr nicht dabeisein wird.                                                                                                                  


Die Katze war in diesem Jahr wieder dabei. Im vergangenen Jahr hatte ich den Ballon für einen Fuchskopf gehalten. Aber ich lerne ja dazu.
Neu war in diesem Jahr ein Ballon für alle Würstchenliebhaber. "Metten" aus Finnentrop startete mit einem überdimensionierten Ballon. An der Hülle waren 3 Würstchendosen in den typischen Farben angebracht.
Das Sandmännchen aus dem Babelsberger Filmstudio war auch wieder mit von der Partie. Jungheinrich war mit seinem Gabelstapler da. Dazu kam der Orientexpress und der Actionman ganz zum Ende des Startvorganges. Ein Luftschiff war auch wieder dabei.
Gerne wollten wir endlich einmal zum Nightglow dabei sein - aber es passte zeitlich wieder nicht. Dafür konnten wir aber zum ersten Mal gegen 19.30 h mehrere Fallschirmspringer bestaunen, die punktgenau landen wollten. Eine tolle Sache.
Sennheiser war soweit ich mich erinnern kann, dass erste Mal dabei. Ein Ballon von Alemania Aachen war auch am Start. Ich habe ihn aber nicht wahrgenommen.


 (Fotos: alle Uli Fleger)

Warsteiner Int. Montgolfiade

Fabel-Auftakt: 133 Ballone steigen in Warsteiner Himmel


WARSTEIN - Einen schöneren Montgolfiade-Auftakt hätte Warstein kaum erleben können: Bei strahlendem Sonnenschein und fast wolkenfreiem Himmel eröffnete Freitagabend ein erster Massenstart mit 133 Ballonen die 21. Warsteiner Internationale Montgolfiade.
(Fotos: Uli Fleger, 2x)
Letztes Jahr hatte WIM-Meteorologe Michael Noll versprochen, „einen Besen zu fressen“, falls die geplanten Massenstarts wider Erwarten ins Wasser fallen sollten. Als es dann doch regnete, schenkte Moderator Jürgen Lutter ihm mit einem Augenzwinkern eben jenes Kehrgerät, garniert mit Senf und Ketchup. Gestern Abend dagegen musste Noll keine hölzerne Speise fürchten: Mit seiner verheißungsvollen Prognose lag er goldrichtig. Bei idealen Witterungsbedingungen entschwebten die Ballone gemächlich Richtung Rüthen und verweilten daher besonders lange im Blickfeld des Publikums.
Auch Sonderformen wie der Ballon mit aufgesetzten Würstchendosen, der Fuchskopf oder der Gabelstapler entzückten die Besucherscharen, die sich um die Startgelände drängten. Selbst Orient-Express und Action-Man konnten aufrüsten – bei fünf Knoten Windgeschwindigkeit waren die Voraussetzungen für einen Start auch für die für Böen              anfälligen Ballonriesen gegeben. Allerdings blieb der Action-Man letzten Endes doch am Boden, während der Orient-Express zur Freude des Publikums abhob.
Nur einer – und ausgerechnet dieser – musste sich das Spektakel entgehen lassen: Brauereiinhaber Albert Cramer war kurzfristig geschäftlich verhindert. Der traditionell erste Starter, der Ballon mit der Nummer 1, musste daher ohne ihn abheben. Die Eröffnungszeremonie, sonst ebenfalls Cramers Aufgabe, übernahmen stattdessen die beiden WIM-Geschäftsführer Uwe Wendt und Hermann Löser – eine Premiere für die beiden Cheforganisatoren in ihrem 10. Jahr an der Spitze des WIM-Teams. Später am Abend ging schließlich auch noch das Nightglow wie gewünscht reibungslos über die Bühne. Und auch heute dürften, wenn Michael Nolls Wetterprognose wiederum zutrifft, sowohl Morgen- als auch Abendstart und zudem Nightglow und Eröffnungs-Feuerwerk stattfinden.

(aus: Soester Anzeiger) 

Mittwoch, 31. August 2011

Pfarrer Oberlin

Vor vielen Jahren, als ich meine Kurzbibelschule absolvierte, lass ein guter Lehrer (W. Penkazki) beim Beginn des Unterrichtes aus einer kleinen Lebensbiografie über den Pfarrer Oberlin aus dem Elsass vor. Am 31. August 1740 wurde Johann Friedrich Oberlin in Straßburg geboren. Grund genug einmal für mich, mir ein paar Informationen über diesen Pfarrer einzuholen. 1755 bis 1761 studierte er in seiner Heimatstadt Theologie. Er wirkte anschließend als Hauslehrer bzw. Hofmeister in einem Haushalt eines Straßburger Arztes. In dieser Zeit lernte er auch den Sozialreformer  und Pfarrer Johann Georg Stuber kennen. Stuber vermittelte ihm 1767 eine Stelle als Pastor in der evangelischen Gemeinde Waldersbach, die lag in einer der ärmlichsten und unterentwickelten Gegenden in den Vogesen. Das Land war durch den 30 jährigen Krieg verroht. Von seinen ersten Hausbesuchen notierte er:"Die kleinen dasigen Kinder kamen um mich herum zu stürmen. Ich konnte mich der Tränen nicht enthalten, da ich einerseits die zarte Jugend und andererseits die üble Auferziehung, die sie hatten, betrachtet, an einem Orte , wo fluchen, schelten, schwören, schlagen, raufen häufiger als Brot sind." 59 Jahre später war das Tal und seine Ortschaften verwandelt worden. Oberlin predigte die Liebe Christi, aber auch Tatkraft und wetterte gegen die Faulheit. Da er seit den Kinheitstagen die Schöpfung Gottes liebte, war ihm auch deutlich geworden, diese positiv gestalten zu dürfen. Auch das war seine Botschaft des Sonntags in der Kirche. Oberlin packte beim Starßenbau mit an, legte Brücken an. Er verbesserte mit seinen Gedanken den Obstbau, die Wiesenanlagen und die Landwirtschaft. Zusammen mit einem Baseler Freund (Johann Lukas Legrand) gründete er auch mehere Industriebetriebe. 1768 gewann Oberlin Salome zur Frau. Sie wurde in der späteren Literatur auch als "Mutter des Steintals" bekannt. Verwaiste oder vereinsamte Kinder wurden von ihr als Pensionäre in ihren Haushalt aufgenommen. Die Eheleute prägten auch eine andere Art von Kindererziehung. Salome starb nach der Geburt des 9. Kindes, sodaß Oberlin als Witwer zurückblieb und nicht noch einmal heiratete. Oberlin veränderte mit seinem Glauben und seiner Geisteshaltung das ganze Tal und die Menschen. Es gab Arbeit und Brot - trotz Krisenzeiten, wie die französische Revolution, wo Oberlin zeitweise inhaftiert war und die Hungerjahre 1816 und 1817 wurden die Belastungsproben bestanden. Er starb am 1. Juni 1826 in Waldersbach.

Freitag, 26. August 2011

Den Bikern ein Biker werden

Wie die Christian Motorcyclists Association Rockern die gute Nachricht weitergibt

Wetzlar – Wenn Jesus Christus heute leben würde, wäre er ein Biker. Davon sind die rund 40 Mitglieder der „Christian Motorcyclists Association“ (Christliche Motorradfahrer-Vereinigung) in Deutschland überzeugt. „Er wurde von Heuchlern verfolgt. Er hing rum mit Typen wie Du und ich, nicht mit den Paragraphenreitern und Besserwissern. Ja, wenn Jesus heute in Fleisch und Blut auf dieser Erde wäre, säße er neben Dir auf seiner Maschine und er würde Dir sagen, wie sehr er Dich liebt“, heißt es unter anderem in einem Verteilblatt der Vereinigung. Über die Arbeit berichtete der Vorsitzende des hessischen Arbeitszweiges „Light & Salt“ (Licht und Salz), Detlev Oster (Glauburg bei Bad Nauheim), in einem Gottesdienst bei den Baptisten in Wetzlar. Wie der zur Gemeinde Gedern gehörende Baptist sagte, bildeten die rund 80.000 Mitglieder in Motorrad-Rocker-Clubs eine gesellschaftliche Randgruppe. Sie verbrächten ihre gesamte Freizeit in ihren Clubheimen. Wer sie missionarisch erreichen wolle, müsse deshalb „den Bikern ein Biker“ werden. Die Mitglieder der drei deutschen CMA-„Chapter“ (Regionalgruppen) verständen sich dabei als Missionare mit besonderem Auftrag: „Wir wollen Salz und Licht unter Motorradfahrern sein“, so Oster. Das Besondere: Man besuche Motorradfahrertreffen und gebe sich dort durch die Aufschriften an der Kleidung als Christen zu erkennen. Doch man warte ab, bis die anderen Motorradfahrer von sich aus das Gespräch suchten. Dabei habe es man immer wieder erlebt, dass sich „Rocker“ für den Glauben an Gott interessierten. Dies sei etwa beim jüngsten Treffen Anfang Juli am Edersee in Nordhessen der Fall gewesen, wo 20.000 Motorradfahrer zusammen gewesen wären. Dort habe man sogar ein Trauerzelt aufbauen können. Als Hilfen zum Einstieg in Gespräche dienen den frommen Motorradfahrern ihre „Biker-Bibel“ und ein kleines Brettchen, das Biker beim Parken ihrer Maschinen auf nicht festen Grund wie Wiesen unter ihren Seitenständer legen können. „Wenn sie uns dann fragen, was es mit dem Brett auf sich hat, können wir ihnen sagen, das Brett will ihrer Maschinen einen sicheren Halt geben, genau so wie Jesus Christus ihrem Leben – und schon ist man mitten drin in einem Gespräch über Glaubensfragen“, sagte Oster der GEMEINDE.

www.cma-germany.de



(c/o Klaus Rösler)

Detlev Oster leitet auch das Chapter "Jesus has risen" in Gummersbach.

Dienstag, 23. August 2011

Vicco von Bülow alias Loriot ist tot

Zusammen mit Heinz Erhardt hat er maßgeblich die Nachkriegsgeneration zum lachen und schmunzeln gebracht. Vicco von Bülow starb im Alter von 87 Jahren. Er entwickelte einen vielleicht leisen Humor, der einen auch nachdenklich machen konnte. Klamauck in der heutige Art, dass war ihm fremd. Er fing Anfang der 50er Jahre mit dem Zeichnen an (kleine Menschen mit Knollennasen).  Auf mancher Hochzeitsfeierlichkeit in meinem Bekanntenkreis wurden Loriotsketche aufgeführt. Urkomisch. "Liebling, das Ei ist hart." (Das Frühstücksei) oder so manch anderer Sketch, der mir spontan einfällt. "Feierabend", "Das Klavier aus Massassuchetts" u.s.w.


http://www.derwesten.de/nachrichten/Vicco-von-Buelow-alias-Loriot-ist-tot-id4990536.html

Samstag, 20. August 2011

Nick Drake

Ich hatte an anderer Stelle schon erwähnt, dass ich ab und an in einem kleinem Paperback Buch von Joe Boyd lese. Der Titel: White Bicycles (Musik in den 60er Jahren). Im 23. Kapitel (ab Seite 232) berichtet er davon wie er den Songwriter und Sänger Nick Drake kennenlernte. Ich kenne Nick Drake überhaupt nicht und bin gespannt die nächsten Seiten zu lesen und später einmal seine Musik zu entdecken. Als Nick bei Joe in dessen Büro auftaucht, beschreibt ihn dieser, als großen und attraktiv aussehenden Menschen. Vielleicht etwas schüchtern wirkend und in einem schwarzen Wollmantel gehüllt. Der Mantel war mit Zigarettenasche gesprenkelt. Er hatte riesige Hände die Nikotinfleckig waren. Joe legte die Spule in das kleine Tonbandgerät und hörte die ersten Nick Drake Songs. Rohdiamanten, die noch veredelt werden mussten. Der erste Song gefiel so recht gar nicht. Irgendetwas störte ihn bei "I was mad to love magic".
Ich selbst musste mich erst einmal im Internet kundig machen, wer den Nick Drake war oder ist.

Nicholas Rodney Drake (* 19. Juni 1948 in Rangun, Birma; † 25. November 1974 in Tanworth-in-Arden nahe Coventry) war ein britischer Gitarrist, Sänger und Songwriter. Er wäre heute 62 Jahre alt, wenn er nicht 1974 an einer Überdosis Antidepressiva verstorben wäre. Er wurde nur 26 Jahre alt. Einen Erfolg seiner Musik erlebte er zu seinen Lebzeiten nicht. Ende der 60er Jahre beherrschte der Rock und der Blues die englische Musikszene. Pop- und Soulsongs vielleicht auch noch, aber doch keine schlichten Songwriter. Die Songwriterszene war in den Hintergrund gerückt, obwohl es Anfang der 60er Jahre durch den jungen Bob Dylan und Joan Baez herausragende Musiker gab.

Ich habe inzwischen im Internet in ein paar Songs von ihm reingehört. Er spielt Gitarre und hat eine tiefe Stimme. Ruhige Songs, sparsam mit anderen Instrumenten unterlegt - machmal klassisch anmutend. Ein wenig erinnert er mich an den jungen Tom Waits, vielleicht auch an Konstantin Wecker (aber der singt ja in deutsch).

Selbst merke ich bei mir, dass im eigenen Älterwerden sich auch die anhörende Musik verändert. Nicht total, aber rauhe Hardrockmusik geht etwas in den Hintergrund und ruhige Soundrichtungen werden von mir entdeckt. Zu seinen Lebzeiten hätte mir die Musik von Nick Drake nicht gefallen, jetzt bin ich einfach gespannt darauf, wenn der Postbote mir in der kommenden Woche 3 CD´s bringen wird. Nick Drake hatte nur 3 Studioalben herausgebracht.
  • Five Leaves Left, 1969

  • Bryter Layter, 1970

  • Pink Moon, 1972.

  • Sam Shearn zieht es in seine Heimat.....

    Prediger Sam Shearn zieht es zurück in die Heimat



    Er verabschiedet sich von seinen Gemeindemitgliedern bei einem kleinen Fest


    Um sein Masterstudium zu beginnen, kehrt Prediger Sam Shearn mit seiner Familie nach zwei Jahren zurück nach England. ■ Foto: M. Bornemann
    PLETTENBERG ■ Die evangelisch-landeskirchliche Gemeinschaft Holthausen verabschiedete am Sonntag mit einem lachenden und einem weinenden Auge ihren Prediger Sam Shearn bei einer kleinen Feier am Gemeindehaus.
    Der 30-jährige Engländer begleitete die Gemeindemitglieder in Plettenberg die letzten zwei Jahre lang im Rahmen seines Berufseinstiegs. Dabei hielt er Jugendstunden ab, gestaltete Gottesdienste und engagierte sich innerhalb der Gemeinde, wo immer er nur konnte. "Ich habe in Marburg an der evangelischen Hochschule studiert und bin hier in eine Gemeinde gekommen, in der das Miteinander und die Familie viel bedeuten", resümierte er im Gespräch mit der Heimatzeitung und lobte den Zusammenhalt in Plettenberg.
    Zum gemeinsamen Reibekuchenessen und zum anschließenden letzten Gottesdienst, den Shearn im Gemeindesaal natürlich auch mitgestaltete, waren viele der Christen erschienen.
    Sein Ziel ist es nun, mit seiner Familie nach England zurückzugehen. Dort möchte er ein Masterstudium beginnen, und letztlich an einer kirchlichen Hochschule als Lehrer unterrichten. "Am 1. September wird hier in Plettenberg eine neue Jugendreferentin ihre Arbeit aufnehmen und sich den Gemeindemitgliedern widmen", weiß Shearn. Die 23-jährige Kathrin Schmidt hat in Wuppertal studiert und wird dann in seine Fußstapfen treten. ■ bo

    Eine dankbar gute Zeit liegt für uns und seine Familie hinteruns. 2 Jahre konnte Familie Shearn in Plettenberg leben und die Gemeinschaft konnte sich an den Diensten von Sam erfreuen. Dankbar denken wir an seine letzte Predigt zurück, in dem es um das "Vater Unser" ging. Ein Gebet der Anbetung und Bitte an unseren Vater im Himmel - gedacht für Christen und nicht zum gedankenlosen Runterplappern bestimmt. (U.Fleger)



    http://www.suederlaender-tageblatt.de/1608113982_prediger-sam-shearn-zieht-es-zur

    Donnerstag, 18. August 2011

    Hollywood-Star Robert Redford wird heute 75

    (Panorama, 17.08.2011, Martina Schürmann - der westen.de)

    Essen. Zu seinem heutigen 75. Geburtstag ist nicht nur über den frühen und späten Robert Redford zu sprechen, über den ewigen Charmeur und politischen Aufklärer, sondern auch über den gefeierten Schauspieler und den erfolgreichen Regisseur.

    Es gibt Männer, für die könnte jede Frau in jungen Jahren ihre gute Erziehung vergessen. Und dann gibt es Männer, auf die man sich später noch im Seniorenheim stürzt, weil man mit ihnen ganz wunderbar über biodynamischen Gemüseanbau und amerikanische Außenpolitik diskutieren kann. Dass Robert Redford diese beiden Typen mühelos in sich vereinigt, hat ihn sicherlich zu den zeitlosen Ausnahme-Erscheinungen Hollywoods gemacht. Nach dem Tod seines mehrfachen Filmpartners und alten Freundes Paul Newman ist Redford einer der letzten großen Stars, die noch etwas von dem überirdischen Glanz der alten Traumfabrik verströmen.
    Zu seinem heutigen 75. Geburtstag ist aber nicht nur über den frühen und späten Redford zu sprechen, über den ewigen Charmeur und politischen Aufklärer, sondern über den gefeierten Schauspieler und den erfolgreichen Regisseur. Wer Redford nur im pinkfarbenen Anzug als „Der große Gatsby“ vor Augen hat, als Schlitzohr mit Schlägermütze in „Der Clou“ oder als abgetakelten Rodeostar in „Der elektrische Reiter“, der vergisst, dass der Name Redford auch als Produzent und Regisseur in mehr als 30 Filmabspannen auftaucht. Schon für sein Regie-Debüt „Eine ganz normale Familie“ gab es 1981 einen Oscar.
    Damit wäre der Sohn eines Milchmanns aus Santa Monica, der sein Kunststudium geschmissen und als Straßenmaler durch Paris und Florenz getingelt war, bevor er Anfang der 1960er am Broadway mit dem Neil-Simon-Stück „Barfuß im Park“ in Erscheinung trat, eigentlich die Personifizierung des Amerikanischen Traums. Aber so wie er diesen Traum gelebt hat, hat er ihm immer auch misstraut.

    Sensible Pferdeflüsterer

    Die Watergate-Verfilmung „Die Unbestechlichen“, mit acht Oscar-Nominierungen bedacht, macht den großen Blonden dabei früh zum politischen Gewissen seines Landes. Redford bleibt einer, der das System hinterfragt. Mit hochgekrempelten Armen an der Schreibmaschine oder als CIA-Agent, der selbst ins Fadenkreuz der Geheimdienste gerät, wie in Sydney Pollacks „Die drei Tage des Condor“. Mit Pollack dreht Redford 1985 auch das romantische Melodram „Jenseits von Afrika“ Danach wollen alle Frauen von ihren Männern mal den Kopf gewaschen bekommen wie Meryl Streep.
    Die kultivierten Großwildjäger und smarten Ganoven, die sensiblen Pferdeflüsterer und cleveren Staatsanwälte, sie liegen ihm eben. Was soll man auch spielen mit diesen melancholischen Blitzblau-Augen und dem gewinnenden Grübchenlächeln, mit denen sich Serienkiller und Familientyrannen schlecht vertragen.
    Robert Redford ist seit einer halben Hollywood-Ewigkeit eben Robert Redford, großartig, souverän, und praktisch in jeder Rolle. Einer, der mit sich und seinem Äußeren offenbar so eins ist, dass er mit 75 immer noch den selben Seitenscheitel trägt.
    Robert Redford wird 75
    • Foto: AFP ... Sibylle Szaggars würden wohl unzählige Frauen sofort tauschen. Seit 15 Jahren...
    • Foto: AP ...sind die beiden ein Paar. Im Sommer 2009 haben sie geheiratet. Übrigens: Szaggars kommt aus Hamburg. Die meisten...
    • Foto: AFP ... kennen Redford aus Filmen wie: "Die Reiferprüfung" (1967) "Jenseits von Afrika" (1985) oder "Der Pferdeflüsterer" (1998). Noch immer...
    Mag ihn sein Friseur auch für konservativ halten. Im Herzen ist Redford ein aufrechter Demokrat, ein Patriot, auf seine Art ein unermüdlicher Aufklärer und Weltverbesserer, der den Amerikanern zeigt, was aus ihrem Land geworden ist. Zuletzt erzählte er mit „Von Löwen und Lämmern“ eine hochpolitische wie tiefmoralische Geschichte über den Afghanistan-Einsatz. Sein im Herbst anlaufender Film „Die Lincoln Verschwörung“ macht aus der Geschichte über das Attentat auf Präsident Lincoln ein Gleichnis auf ein Land, das die Ideale seiner Gründungsväter an die politische Paranoia verrät.

    Aktiv im Naturschutz

    Dazu hat sich Redford schon für den Naturschutz engagiert, als Grün in Amerika noch keine politische Farbe war. Er kümmert sich um ökologischen Wintersport und die Förderung von Solarenergie. Er hackt vermutlich sogar das Kaminholz und macht die Erdbeermarmelade selbst. Dazu engagiert er sich seit Jahrzehnten für den Filmnachwuchs. Das von Redford 1982 gegründete Sundance Film Festival gilt als Weihestätte des Independent-Kinos.
    Wenn man überhaupt etwas Schlechtes über Redford sagen will, der nach der Trennung von Ehefrau Lola, mit der er drei Kinder hat, heute mit der deutschen Malerin Sibylle Szaggars zusammen lebt, dann vielleicht das. Er gilt als etwas starrsinnig und chronisch unpünktlich. Aber kann man das jemanden vorwerfen, der Gestalt gewordene Zeitlosigkeit ist?

    Ich mag Robert Redford und seine Filme, sei es als Schauspieler oder auch als Regisseur. Allen voran natürlich "der Pferdeflüsterer" und "Millagro-Krieg im Bohnenfeld" (nur als Regisseur).

    Dienstag, 16. August 2011

    Abschied und Dankbarkeit

    In den vergangenen Wochen war ich auf 3 Beerdigungen - alles Menschen aus meinem christlichen Umfeld. Ich habe bewusst "christliches Umfeld" geschrieben, da alle 3 Personen entweder aus der Gemeinde kamen oder mir immer wieder begegnet waren. Auch bei gläubigen Christen (ich unterscheide zwischen gläubigen Christen und einer evtl. Kirchenmitgliedschaft,die rein traditionell ist)erlebt man den plötzlichen Abschiedsschmerz. Das wäre auch schlimm, wenn es nicht so wäre. Christen sind ja von Natur aus keine besseren Menschen oder könnten vielleicht ohne Trauer auskommen. Aber es ist eine große Hilfe, wenn ich an die Auferstehungskraft Jesu Christi glauben kann und es eine Hoffnung gibt, die über das Sterben und den Tod hinausreicht. Von daher waren alle Beerdigungen zwar sehr traurig - aber mit einer Perspektive versehen.

    Am 8.8. waren wir (meine Frau und ich) im Wittgensteiner Land auf einer Trauerfeier. Ein ehemaliger Pastor war verstorben, den ich in den letzten Jahren sehr schätzen gelernt hatte. 1993 hatte ich Werner Penkazki im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen (Lüneburger Heide) als Dozent kennengelernt. Ja, ich musste mich an ihn gewöhnen. Das war am Anfang nicht leicht, da er (ohne es vielleicht zu wissen) direkt in mein Leben sprach. Aber als Gewohnheitsmensch meldete ich mich immer zum gewohnten jährlichen Zeitpunkt zur Bibelschule an. Gebete taten ein übriges. 2005 erlebte ich ihn das letzte Mal im Unterricht. Es ging um die Trinitätslehre, aber auch um praktische Bewältigung des Leidens. Oft war ich im Unterricht bewegt und musste manche Träne wegdrücken. Aber nach all den Jahren stieg meine Dankbarkeit ihm und auch GOTT gegenüber. Werner konnte mir den heiligen GOTT so wundervoll vor Augen malen, dass ich einfach nur staunen konnte. Diese tiefe Liebe Gottes zu mir als Menschen und Sünder!?! Da kann ich nur staunen. Ich kann mich noch dankbar an die Woche erinnern, wo er mit uns das Johannesevangelium durchging.
    Für mich war diese Beerdigung auch ein Abschiednehmen von einem Menschen der ein geistliches Vorbild war und geistlich einem einen Rat geben konnte. Davon gibt es nur wenige Menschen in meinem Umfeld. Die Weisheit kommt ja nicht automatisch mit dem Älterwerden.
    Trotz Abschied überwiegt bei mir die Dankbarkeit.  

    Samstag, 13. August 2011

    Johnny Cash - geheimnisvoller Außenseiter

    2003/ 2004: Geheimnisvoller Außenseiter



    Rock-Geschichte, 12.08.2011, Harald Ries (Der Westen.de - Die Geschichte des Rock)


    Die Rückkehr des Johnny Cash: „American Recordings“ war eine Sensation. Cash allein mit der Gitarre, die tiefe, mächtige Stimme schien aus dem Jenseits zu kommen, erzählte von Schuld und Buße und Beichte und Erlösung. Und auf einmal war Johnny Cash ein MTV-Star.
    Als Johnny Cash am 12 September 2003 starb, im Alter von 71 Jahren, stand er auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Ein Jahrzehnt zuvor war er zwar nicht vergessen, dazu ist sein Lebenswerk zu einflussreich, aber kommerziell erledigt. Die Platten verkauften sich schlecht, er hatte Probleme, überhaupt einen Vertrag zu bekommen und wurde kaum im Radio gespielt. In Nashville mochte man es jünger, poppiger und glatter, auf Konzerten zehrte er von lange vergangenem Ruhm. Dann kam Rick Rubin.
    Der Hip-Hop- und Metal-Produzent erkannte in Cash das, was die Jahrzehnte verdeckt hatten: den geheimnisvollen, unangepassten Außenseiter. Das erste gemeinsame Album, „American Recordings“, wurde eine Sensation. Minimalistisch, düster. Cash allein mit der Gitarre, die tiefe, mächtige Stimme schien aus dem Jenseits zu kommen, erzählte von Schuld und Buße und Beichte und Erlösung. Und auf einmal war Johnny Cash ein MTV-Star, gewann eine neue Generation von Zuhörern.
    Solch ein Erfolg, der sich bis zu seinem Tod (und darüber hinaus) fortsetzte, hat immer auch außermusikalische Gründe. Gegen Ende kam eine etwas makabre Faszination dazu, die einige Jahre später auch das öffentliche Sterben von Papst Johannes Paul II. begleitete: Man wusste um die schweren Krankheiten, man hörte die Stimme immer brüchiger werden, man sah eine gramgebeugte Gestalt, die nicht aufgab.
    Was aber noch wichtiger war: Viele Fans hatten das Gefühl, Johnny Cash Unrecht getan zu haben. Wir hatten zu lange nicht gesehen, welch gewaltige Figur der „Man in Black“ immer gewesen war. Wir wussten zu wenig. Klar: Man kannte „Ring of Fire“ und „I Walk the Line“und „A Boy Named Sue“, man hatte vom Gefängnis-Konzert in San Quentin gehört. Aber Country? Das war doch irgendwie reaktionär, vorgestrig.

    Der ewige Grenzgänger

    Und dass Cash in bitterarmen Verhältnissen in Arkansas aufgewachsen war, als Jugendlicher auf Baumwollfeldern gearbeitet und später im Gefängnis gesessen hatte, das war doch bestimmt auch nur so eine Image-Legende. Dachten wir. Wir wussten nicht, dass Cashs zweite, 1955 erschienene Single der „Folsom Prison Blues“ war, mit der Zeile „I shot a man in Reno, just to watch him die“, was eine Nummer härter klingt als das, was die meisten Gangsta-Rapper von sich geben. Nur, dass er auf der Seite der Verlierer stand.
    Wir kannten sein Engagement für die Rechte der Indianer nicht, hatten keine Kenntnis davon, dass Cash in seiner Show Bob Dylan den ersten TV-Auftritt verschaffte, waren ahnungslos, was seine Abgründe anging, Tablettensucht und Entziehungskuren. Wir sahen nur die Oberfläche: Patriotismus, Religiosität, die gefällig singende Gattin June mit ihrer Carter Family. Wir wussten nicht einmal, dass Kris Kristoffersons Lied „The Pilgrim“ von Johnny Cash handelte: „He’s a walking contradiction, partly truth and partly fiction”.
    Der wandelnde Widerspruch aus Wahrheit und Fiktion war auch musikalisch immer ein Grenzgänger gewesen, hatte Blues und Rockabilly und Folk und Gospel ins Country-Universum integriert, mit Louis Armstrong, Ray Charles und Eric Clapton gespielt, 500 Songs geschrieben und nahm am Ende auf, was ihn bei anderen beeindruckte: „Hurt“ von Nine Inch Nails, „One“ von U2, „I Won’t Back Down“ von Tom Petty. Und wer hätte authentischer singen können „Jesus, I Don’t Want To Die Alone“?
    Im Mai 2003 starb June Carter Cash, nach 35 Jahren Ehe. Bei ihrer Beerdigung saß Johnny Cash schon im Rollstuhl. Dann ging er wieder ins Studio, in die Blockhütte gegenüber von seinem Haus. Knapp vier Monate hielt er noch ohne sie durch.

    Ein Schmerzensmann, der die Würde bewahrt

    Das eindrucksvolle Bild vom Schmerzensmann, der Würde und Integrität bewahrt, hätte wohl auf Dauer alles andere überdeckt, wenn nicht 2005 „Walk the Line“ ins Kino gekommen wäre, die Filmbiographie mit Joaquin Phoenix und Reese Witherspoon über die Jahre von 1944 bis 1968, die naturgemäß einen ganz anderen, einen wilden und ziemlich attraktiven Johnny Cash zeigte.
    Der als Zwölfjähriger miterlebt, wie sein Bruder Jack von einer Kreissäge tödlich verletzt wird. Der 1955, nach Beendigung seiner Militärzeit in Deutschland, in Memphis von Sam Phillips unter Vertrag genommen wurde, dem Besitzer von Sun Records. Der 1956 begann, jedes seiner Konzerte mit dem Satz „Hello, I‘m Johnny Cash“ zu eröffnen. Der unermüdlich tourte und schrieb und abstürzte.
    Der wagte, was in der Country-Szene sonst keiner wagte. Der mit June Carter und ihrer berühmten Familie Konzerte gab und ihr nach einem Jahrzehnt, nach der Trennung von seiner ersten Familie, auf offener Bühne einen Heiratsantrag machte.
    So besteht Hoffnung, dass die atemberaubende „American Recordings“-Reihe das große Gesamtwerk nicht zu sehr in den Schatten stellt. Johnny Cash war nämlich schon von Anfang an gut. Als Songschreiber. Als Sänger. Als Mythos. Das hat nur nicht jeder Nachgeborene rechtzeitig begriffen.

    Donnerstag, 4. August 2011

    Robert Johnson wäre 100 Jahre geworden

    Am 8.Mai 2011 wäre Robert Lee Johnson 100 Jahre alt geworden. Aber er ist bereits im Alter von 27 Jahren, am 16.8.1938 in Greenwood, (Mississippi) verstorben. Er hat Spuren in der Musikwelt hinterlassen - was ihm damals garantiert nicht bewusst gewesen ist. Er ist in einer Zeit großgeworden wo es noch zu Lynchmorden kam. Seine Großeltern waren noch Sklaven im Süden der heutigen USA. Die ganzen familiären Verhältnisse waren traurig. Die Schule brach er 1927 vorzeitig ab. Er hatte Augenprobleme, lernte aber schon im Kindheitalter Mundharmonika spielen. Seine Ehe hielt nur kurze Zeit, da seine Frau Virginia 1930 im Kindbett verstarb. Alles war traurig und mutlos - kein Wunder das er dann beim Blues landete. Er lernte den Bluesmusiker Son House kennen. Auf Wanderschaft lernte er den "guten" Gitarristen Ike Zimmermann und seine 2. Ehefrau Caletta kennen. Durch Zimmermann lernte er vermutlich seine spätere gute Gitarrentechnik. Da er in relativ kurzer Zeit eine exzellente Gitarrentechnik erlernte, kam das Gerücht auf, er hätte seine Seele dem Teufel verschrieben. Heute steht noch ein Denkmal an der Kreuzung in Clarksdale, Mississippi. "Crossroads" - hier soll Robert Johnson dem Teufel seine Seele für die gute Gitarrentechnik vermacht haben. Mythos oder Wahrheit? Erste Auftritte bekam er 1934. Plattenaufnahmen erfolgten 1936 und 1937. Er schrieb ganze 29 Songs, die aber bis heute vielen Bluesliebhabern und Musikern im Gedächtnis sind.

    "Rambling on my mind" wurde von John Mayall und Eric Clapton nachgespielt.
    "Sweet Home Chicago" wurde von Musikern wie z.B.: Eric Clapton, Buddy Guy, Fleetwood Mac und Stevie Ray Vaughan neu interpretiert. "32-20 Blues" wurde neu entdeckt von Eric Clapton, Muddy Waters, Peter Green, Bob Dylan und der Band Gov´t Mule. "Cross road Blues" wurde live von der Gruppe Cream, den Doors, Bob Dylan, Robin Trower und der Band FREE interpretiert. "Love in Vain" wurde von den Rolling Stones, Eric Clapton und Walter Trout neu entdeckt. Das ließe sich mit vielen seiner Songs so fortsetzen. Eric Clapton scheint mir so eine Art Nachlassverwalter zu sein, da er viele Songs von Robert Johnson in seinem Repertoire hat und auch vor einigen Jahren eine Tribut Veröffentlichung rausgebracht hatte. Ähnliches geschah auch durch die Bluesmusikerin Rory Block.