Montag, 18. Juli 2011

Gregg Allman + Tedeschi Trucks Band & Krissy Matthews


Am Sonntag, den 10. Juli waren Natascha und ich auf der Rückfahrt von der Loreley. Wir waren dort auf einem Prog Rock Festival für zwei Tage. Eigentlich sollte man dann Musikmüde sein, zumal ein Konzert der Band Dream Theater viel zu laut gewesen war (trotz Ohrenstopfen). Aber meine Frau hatte kurzentschlossen noch Karten für das Gregg Allman Konzert in Bonn auf der Museumsmeile erstanden. Ich habe die Musik Ende der 70er Jahre von den Allman Brothers entdeckt. Ausschlaggebend kann ein Konzert von Dickey Betts & the Great Southern gewesen sein, dass der Rockpalast im TV und Radio aus Essen übertragen hatte. Dann gab es eine Zeit in den 90er Jahren, wo ich die Musik der Band nicht mehr hörte. Seit ein paar Jahren laufen die Songs wieder in meinem Player und meine Frau fand auch gefallen an der Musik. Dann brachte Gregg Allman nach seiner schweren OP eine Bluesaufnahme mit alten Klassikern heraus, die uns beide in den Bann zog. Also ab nach Bonn. Wir haben es nicht bereut. Gregg wirkte zwar etwas angeschlagen und verschnupft (er brach die Tournee krankheitsbedingt Tage später ab), aber es war ein denkwürdiger Abend. Es begann eine 3 Mann Combo um den jungen (19 Jahre alt) Gitarristen Krissy Matthews. Ich machte die Augen zu und meinte bei vielen Passagen Rory Gallagher zu hören. Kein Wunder, er war sein großes Vorbild, wie ich später in einem Artikel der BLUESNEWS las. Danach kamen Tedeschi Trucks Band - insgesamt 11 Musiker auf die Bühne. Susan und Derek sind seit 12 Jahren verheiratet, haben aber bisher getrennt mit ihren eigenen Bands gearbeitet. Ein neues Projekt, die Tedeschi Trucks Band und wir waren begeistert. Ein weiterer späterer Höhepunkt war, als im Konzert von Gregg und seiner Band nacheinander Derek und Susan zur Session für 3 Songs auf die Bühne kamen. Gregg war hocherfreut. Derek ist ja auch Gitarrist bei den Allman Brothers.  Ein tolles Feeling bei den Zuschauern vor der Bühne. Selbst die Lautstärke war gemäßigt und gut auszuhalten. Einziger Wehmutstrophen - ich konnte nicht so lange Bandscheibenbedingt stehen und das mitgebrachte Dreibein musste ich am Eingang abgeben.

Gregg Allman Band auf dem Museumsplatz

Nachfolgend ein Artikel des Bonn General Anzeigers:
Von Gert auf der Heide
Bonn. Wenn Menschen vom Tod vorgemerkt wurden, suchen sie Trost, Zuversicht und Kraft. Wenn Musiker auf dieser Liste stehen, wenden sie sich nicht selten dem Blues zu. Beim Schmuse-Rocker Chris Rea war das so und auch bei Gregg Allman. Als der 63-Jährige im vergangenen Jahr auf eine Lebertransplantation wartete, begann er mit den Aufnahmen für seine jüngste CD "Low Country Blues". Den Songs der alten Meister verpasste er darauf einen ganz persönlichen Dreh.
Der Blues hat seinen Job offenbar gut erledigt. Allman hat wieder Kraft. Als er am Sonntag auf dem Museumsplatz "Don't keep me wonderin" intoniert, klingt das sehr gesund. Immer noch gepresst und knödelig, wie es sein Markenzeichen ist, aber voller Tatendrang. Den Blues braucht der Amerikaner nicht mehr ganz so dringend. Von "Low Country Blues" spielt er an diesem Abend lediglich drei Songs.
 Ein fantastsches Konzert für meine Frau und mich.
Allman tut das, was er die meiste Zeit seines Lebens gemacht hat. Er widmet sich weitgehend dem Werk der Allman Brothers. Mit seinem Bruder Duane gründete er 1969 jene Band, die damals den bis heute gültigen Standard setzte, was die Verschmelzung von Blues, Jazz und Soul angeht. Duane starb 1971 an den Folgen eines Motorradunfalls, aber Gregg hielt den Laden zusammen.
Wenn die Gregg Allman Band Songs der Allman Brothers interpretiert, klingt das anders. Kompakter, weniger verspielt, mehr auf den Punkt gebracht. Klassiker wie "Whipping Post" oder "Melissa" kennt man in 15-Minuten-Versionen, in diesem Rahmen müssen fünf Minuten reichen. Das Saxofon von Jay Collins gibt vor allem "Whipping Post" eine andere Farbe. Was sonst perlt, ist jetzt viel erdiger. Gerade beginnt man sich zu fragen, was ein kompletter Bläsersatz mit diesem Lied anstellen könnte, da ist es auch schon vorbei.
Zu "Can't be satisfied" kommt Derek Trucks, Allmans Mitstreiter bei den "Brothers", auf die Bühne. Sofort steigt der Lautstärke-Pegel im Publikum um einige Dezibel. Nicht wenige der nur 2 000 Zuschauer auf dem luftig gefüllten Platz sind wegen ihm gekommen. Selbst gestandene Profis wie der deutsche Blueser Henrik Freischlader und der holländische Rocker Julian Sas haben sich unter die Leute gemischt, um dem Slide-Meister auf die Finger zu schauen.
Im Vorprogramm hatte Trucks sein neues Projekt vorgestellt. Seit wenigen Monaten steht er gemeinsam mit seiner Frau Susan Tedeschi auf der Bühne und beglückt die Menschen mit einer Band in Fußballmannschaftsstärke. Trucks platzt vor Musikalität und er ist ein Eklektiker. Eben noch hat er einen Song mit indischen Klängen eingeleitet, im nächsten Moment zitiert er den Soul-Funk von Sly & the Family Stone.
Tedeschis kernige Gitarre holt ihn aber stets auf den Boden zurück, ihr gereifter Gesang gibt beinahe jedem Song eine bluesige Note. Vielleicht ist die zierliche Frau sogar der Star des Abends, vor allem deshalb, weil sie kaum jemand auf der Rechnung hatte. "Revelator", der Erstling der Tedeschi Trucks Band, ist am Merchandisingstand anschließend sehr gefragt.
Mit Trucks klingt die Gregg Allman Band mehr nach Allman Brothers. Die zweite Gitarre neben der von Scott Sharrard tut dem "Brothers"-Song "Dreams" gut. Alles ist jetzt ausufernder, sprengt die Grenzen. Die musikalischen Doppelpässe werden mit der Selbstverständlichkeit des FC Barcelona gespielt. Als sich zu "Feel so bad" auch noch Susan Tedeschi hinzugesellt, erhebt sich die Band übers Champions-League-Niveau hinaus.
20 Jahre lang mussten die zahlreichen Allman-T-Shirt-Träger auf solche Momente warten. Im Juli 1991 spielte Gregg Allman zuletzt in Deutschland, damals im Kölner E-Werk mit den "Brothers". Beim nächsten Mal darf es ruhig schneller gehen. Der Tod soll gefälligst warten.
Artikel vom 12.07.2011  Bonn General Anzeiger, Fotos: Bonn General Anzeiger

Mittwoch, 6. Juli 2011

Wilfried Reuter - Ein Leben für die Evangelisation


Pfarrer Wilfried Reuter ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Foto: PR
Reichelsheim (idea) – Sein Lebensthema war die Evangelisation: Der frühere Vorsitzende der Deutschen Evangelistenkonferenz, Pfarrer Wilfried Reuter (Reichelsheim/Odenwald), ist am 2. Juli nach langer schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben.
Er stand 15 Jahre (bis 2007) an der Spitze des Zusammenschlusses von rund 100 evangelistisch tätigen Männern und Frauen aus Landes- und Freikirchen. Im Hauptamt leitete Reuter zuletzt von 1994 bis Ende 2003 das größte pietistische Zentrum Norddeutschlands, das Geistliche Rüstzentrum Krelingen (Walsrode). Der gebürtige Kasseler studierte in den USA Theologie, Anglistik und Gesang. Nach seiner Ordination 1967 in der US-Episkopalkirche arbeitete er zehn Jahre als Evangelist bei der Deutschen Zeltmission (Siegen). Verkündigungsreisen führten ihn durch Europa sowie nach Asien, Nord- und Südamerika. Weitere berufliche Stationen waren die Leitung der Bibelschule Bergstraße (1977 bis 1983) und die Arbeit als Pfarrer für Evangelisation im Amt für Missionarische Dienste der hessen-nassauischen Kirche (1983 bis 1993). Bekannt wurde er auch als Übersetzer des US-Baptistenpastors Billy Graham bei dessen Evangelisationen in Deutschland. Im Jahr 1994 erhielt Reuter die Ehrendoktorwürde des Theologischen Seminars Gordon-Conwell (bei Boston/US-Bundesstaat Massachusetts). Er war auch Vorsitzender des christlich-humanitären Hilfswerks World Vision Deutschland sowie Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz und des idea-Trägervereins. In einem idea-Interview 2007 sagte er: „Ohne Evangelisation, ohne die Einladung zum Glauben an Jesus Christus, ist Gemeinde eine Lachnummer.“

http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/wilfried-reuter-ein-leben-fuer-die-evangelisation.html

In einzelnen kleinen Einheiten der Gemeindebibelschule in Krelingen konnte ich Pfr. Winfried Reuter entdecken und schätzenlernen. Im Gedächtnis ist mir noch eine Einheit geblieben, wo es um die politische Bewegung des Political Correctness ging. Bei den Gemeindetagen unter dem Wort in Lüdenscheid war er als Redner auch gerne gesehen und gehört.

Dienstag, 5. Juli 2011

Edersee Meeting 2011

Zum ersten Mal waren meine Frau und ich auf einem Motorradfestival. Das HARLEY DAVIDSON Treffen am Edersee war unser Ziel. Seit 1995 hat die CMA Germany einen Stand auf der Händlermeile, um mit Bikern ins Gespräch zu kommen. Zusätzlich wird immer wieder ein Trauerzelt aufgestellt, in dem einzelne Biker Zeit haben, um ihrer Trauer (wegen eines Verlustes durch einen Motorradunfall ect.) Ausdruck zu geben. Die Mitarbeiter der CMA stehen auch zum Gespräch zur Verfügung.
Das Wetter war wechselhaft. Donnerstag und Freitag sonnig - Samstag kühl mit  stellenweise leichtem Niesel und am Sonntag kam der Regen zum Zeitpunkt unserer Abfahrt. Wir waren am Freitag angereist. Ein Freund hatte uns ein Zelt geliehen und dieses auch für uns aufgebaut. Übernachtung im Zelt. Das hatte ich schon lange nicht mehr (1983). Aber wir waren gut ausgerüstet. Der Schlaf des Nachts war auch okay. Natürlich wurden wir des Nachts auch durch übermütige alkoholisierte Biker geweckt, die ihre Maschinen anschmissen und Standgas gaben. Aber die Ohrenstopfen halfen schon.

Wir hatten auch viel Zeit für Gespräche, Witze, Abendmahlsfeier und jeglich anderem Klönschnack. Alle 2 Stunden standen immer andere Mitarbeiter von uns am Infostand auf der Händlermeile. Der Dienst ging für die Letzten des Tages bis 2.00 h Nachts.
Neben tollen Maschinen gab es auch interessante Konzerte. Natürlich fehlte da etwas die Zeit dafür. "Jailbreaker" eine ZZ TOP Coverband und "Demon´s Eyes" eine Deep Purple Coverband heizten mächtig ein. Ein Boxschwergewichtskampf wurde auch noch übertragen.
Am Sonntag gab es nur ein Stehfrühstück und dann war Abbau angesagt. Aber alles klappte gut und es war beim Packen trocken. Nachts hatte es etwas gestürmt und geschüttet.
Um 11.00 h war dann der Bikergottesdienst im Festzelt. Detlef predigte knackig und die Bluesmusik steuerte die Jordan Wells Band aus Siegen bei.
Schade, dass der Gottesdienst nur auf wenig Resonanz stieß.

Aber versprochen, so GOTT will, kommen wir nächstes Jahr wieder zum Edersee.

Sonntag, 3. Juli 2011

40. Todestag von Jim Morrison

Am 3.7.1971 - vor genau 40 Jahren - starb Jim Morrison, Sänger der Band "The Doors". Sänger, Lyriker, Rebell, Provokateur - Jim füllte vieles aus. Fairerweise muss ich aber einräumen, dass ich selbst überhaupt kein großer "Doors Fan" war oder bin. Ja, ich nenne 4 Langspielplatten von der Band mein Eigen und den Doorsfilm habe ich auch im Kino gesehen, aber leider bleiben bei mir nur "Riders on the storm" und "Light my fire" hängen. Manches war mir zu düster. Und trotzdem, er hat eine ganze Generation von jungen Menschen zum Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre fasziniert und seine Musik lebt heute noch und hat viele andere Künstler beeinflußt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Jim_Morrison

http://www.derwesten.de/kultur/wochenende/Als-fuer-Jim-Morrison-die-Musik-vorueber-war-id4827862.html

Samstag, 25. Juni 2011

Anita und Rita

Mord an Christen
(ideaSpektrum) - Vor genau zwei Jahren erschütterte das Schicksal von zwei jungen Frauen viele Christen in Europa: Die beiden Bibelschülerinnen Anita Grünwald (24) und Rita Stumpp (26) aus Wolfsburg wurden am 12. Juni im Jemen entführt und am 15. Juni tot aufgefunden.

(idea-Mitarbeiter Klaus Rösler erinnert an die beiden christlichen Märtyrerinnen und an die Folgen ihres gewaltsamen Todes.)

Zum Hintergrund: Die beiden Christinnen wollten in dem vorderasiatischen Land den Ärmsten der Armen helfen und absolvierten deshalb ein Praktikum als Pflegehelferinnen in einem staatlichen Krankenhaus in Saada im Norden des Landes. Anita und Rita sind Cousinen. Als überzeugte Christinnen wollen sie ihr Leben dazu einsetzen, dass es auf der Welt etwas gerechter zugeht. Noch während ihrer Ausbildung – Anita wird Kinderkrankenschwester, Rita Sozialversicherungsfachangestellte – fliegen beide mehrmals auf eigene Kosten nach Afrika. In Malawi – einem der ärmsten Länder der Erde – kümmern sie sich um Waisenkinder. Anita gefällt die Arbeit dort so gut, dass sie nach ihrer Ausbildung gleich wieder hinfliegt, zu einem Freiwilligen Sozialen Jahr. Warum handeln die beiden so selbstlos? Weil Jesus ihr Vorbild ist. Sie haben den christlichen Glauben zwar von Kindheit an in ihren Familien kennengelernt. Doch sie merken auch, dass es gut wäre, noch mehr über Gott und die Bibel zu wissen. Deshalb schreiben sie sich zu einer dreijährigen Ausbildung in der evangelikalen Bibelschule Brake im lippischen Lemgo (bei Bielefeld) ein. Dort lernen sie eine Hebamme kennen, die über ihre Arbeit in Saada im Jemen berichtet. Anita und Rita fühlen sich sofort angesprochen. Für sie steht fest: Das nächste Praktikum – kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung – machen sie genau dort.
Jemen: Auf Abfall vom Islam steht die Todesstrafe
Dass es dort vielleicht gefährlich werden könnte, wissen sie. Aber sie haben keine Angst. Sie gehen nicht auf Abenteuerurlaub, sondern zu einem Hilfseinsatz. Sie informieren sich ausführlich über das Land. Sie erfahren, dass das Krankenhaus von der Bevölkerung sehr geschätzt wird und dass dort seit 30 Jahren nie etwas passiert ist. Im Jemen – das Land ist eineinhalb Mal so groß wie Deutschland und hat 22 Millionen Einwohner – ist der Islam Staatsreligion. Sie wissen: Die Werbung für andere Religionen ist in dem Land verboten. Der Abfall vom Islam wird sogar mit dem Tod bestraft. Den beiden Frauen ist auch bekannt, dass es knapp ein Jahr zuvor – am 17. September 2008 – einen Terroranschlag auf die Botschaft der USA gab. Und dass am 12. Dezember 2008 drei deutsche Staatsangehörige verschleppt wurden. Sie kamen aber kurze Zeit später wieder frei. Dennoch hatte das Auswärtige Amt in Berlin eine Reise- und Sicherheitswarnung erlassen, in der bei Reisen in den Jemen „wegen bestehender Terrorgefahr und Risiko von Entführungen zu besonderer Vorsicht“ geraten wird.
Der Vater will die Tochter von der Jemen-Reise abhalten
Einen Tag vor ihrem Abflug hat Vater Viktor Grünwald ein langes Gespräch mit seiner Tochter Anita. Sie scherzen miteinander. Dennoch hat er ein ungutes Gefühl: „Ich musste weinen. Ich weine sonst nie. Ich habe mir um Anita Sorgen gemacht.“ Er bittet seine Frau, Anita von der Reise abzuhalten. Er selber kann nur schlecht etwas sagen. Denn seine Tochter weiß, dass er kein Christ ist. Wenn er sich nun gegen einen christlichen Einsatz aussprechen würde, könnte das missverstanden werden. Er begleitet seine Familie zwar zum Gottesdienst, doch es ist ihm bewusst, dass er „nur halb dazugehört“. Denn er hat sich nie für ein Leben mit Jesus Christus entschieden. Und er weiß von einem Gespräch, das Anita mit ihrer Mutter geführt hat. Da ist der bedeutungsschwere Satz gefallen: „Wenn Papa dadurch zum Glauben käme, wäre ich bereit, dafür zu sterben.“ Hat er eine Vorahnung, oder ist es nur die Angst, die viele Väter beschleicht, wenn die Tochter auf Reisen geht? Viktor Grünwald weiß es nicht. Am 3. Juni fliegen Anita und Rita in den Jemen. Einen Tag später erhalten die Eltern eine SMS: „Wir leben nicht nur, sondern wir wurden hier richtig willkommen geheißen. So einen reibungslosen Ablauf hat bisher noch keiner von uns erlebt. Wir haben das Visum bekommen und der Abholer hat uns direkt am Ausgang empfangen. Wir können nur Danke sagen, weil es wirklich kein einziges Problem gab. Wir lieben Euch! Rita & Anita“. Es ist ihr letztes Lebenszeichen.
Sind die Entführer Terroristen?
Am 12. Juni haben die beiden frei. Mit Kollegen ist ein Ausflug in die Berge geplant. Mit dabei sind der Maschinenbauingenieur Johannes Hentschel, seine Frau Sabine und ihre Kinder Simon (1), Anna (3) und Lydia (5), ein britischer Ingenieur und eine Lehrerin aus Südkorea. Die Hentschels sind seit 2003 für das christliche, niederländische Hilfswerk „Worldwide Services" in dem Krankenhaus tätig. Was bei dem Ausflug passiert, darüber kann man nur spekulieren. Fest steht: Die Christen werden entführt. In der Region kämpfen Regierungstruppen gegen schiitische (also auch islamische) Rebellen. Medien wollen erfahren haben, dass die Entführung zwischen schiitischen Rebellen und dem islamischen Terrornetzwerk al-Qaida abgestimmt sein soll. Drei Tage nach der Entführung werden die Leichen der beiden Deutschen und der Koreanerin gefunden. Alle drei weisen Schüsse in den Hinterkopf auf. Von den übrigen Entführten gibt es keine Spur. Elf Monate später kommen überraschend die Kinder Anna und Lydia frei. Von ihren aus einem Dorf nahe Bautzen (Sachsen) stammenden Eltern, ihrem kleinen Bruder und dem Briten fehlt indes bis heute jedes Lebenszeichen.
2.000 Trauergäste - Die Sehnsucht ist groß
Die Leichen von Anita und Rita werden nach Deutschland überführt. An ihrer Trauerfeier in der Wolfsburger Immanuelgemeinde am 23. Juni nehmen rund 2.000 Trauergäste teil. Das Bundeskriminalamt rät den Eltern, sich die Toten nicht noch einmal anzusehen. Christliche Jugendgruppen aus ganz Deutschland beten für die Familien. Hunderte von Karten erreichen die Trauernden, in denen wildfremde Menschen ihre Anteilnahme bekunden. Manchmal sind diese Karten ein Trost, manchmal auch nicht. „Die Sehnsucht, Anita zu hören, sie zu umarmen, ist sehr groß. Diese Sehnsucht ist durch nichts zu stillen. Es bleibt uns nur, den Schmerz zu ertragen", sagt Mutter Rita Grünwald.
Anklage in den Medien: Sind die Deutschen selbst schuld?
Was die Familien - und nicht nur sie - aber besonders schmerzt, sind die Medien. Da werden nicht die Täter angeklagt, sondern es wird offen die Frage diskutiert: Haben die Bibelschülerinnen nicht selbst Schuld an ihrem Tod, weil sie in den Jemen gingen? Warum ging die entführte Familie Hentschel nicht in ein Krankenhaus in einem weniger gefährlichen Land? Da fragt die „Welt am Sonntag": „Waren die gläubigen Christinnen wirklich nur im Sozialdienst tätig - oder auch als Missionare?" „Bild" behauptet gar, die Geiseln seien ermordet worden, „weil der Familienvater im Jemen die Bibel verbreitete" (was nicht stimmte). Die „Berliner Zeitung" kommentierte kritisch: „Auch zu viel Christenliebe macht blind." Kein Wort wird darüber verloren, dass Nächstenliebe seit 2.000 Jahren das Kennzeichen der Christen ist. Oder wäre es besser gewesen, die Jemeniten einfach sich selbst zu überlassen? Anita und Rita wollten den Auftrag ihres Herrn erfüllen: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan" (Matthäus 25,40). Erst im April dieses Jahres erscheint auf Bibel TV eine Dokumentation, in der nachgewiesen wird, dass die beiden Wolfsburgerinnen eben nicht grob fahrlässig an einer „selbstmörderischen Missionsoffensive" beteiligt und deshalb von muslimischen Extremisten hingerichtet worden waren. Sie wollten helfen.
Nach dem Tod der Tochter wird Anitas Vater Christ
Anitas Wunsch an ihren Vater, ein Jesus-Nachfolger zu werden, geht in Erfüllung. Viktor Grünwald wird Christ. Doch Fragen und Zweifel bleiben. Er sagt: „Ich komme von der Warum-Frage nicht los. Und manchmal schimpfe ich auch. Aber der Tod kann nicht das Ende sein. Dann wäre der Schmerz nicht zu ertragen und alles wäre sinnlos. Ich habe die Hoffnung, meine Tochter wiederzusehen." Die Familien Stumpp und Grünwald nehmen im September 2009 auch an der Absolvierungsfeier der Bibelschule Brake teil, wo in der ersten Reihe zwei Stühle frei bleiben. Anita und Rita hätten da ihre Urkunden bekommen sollen.
Ein Traum wird wahr: Ein Kinderheim in Malawi entsteht
Anitas Traum war es, ein Waisenheim zu gründen. Ihre Immanuelgemeinde - eine der größten in Wolfsburg - sorgt dafür. Die bis zu 800 Gottesdienstbesucher zählende Gemeinde besteht vor allem aus russlanddeutschen Baptisten. Unter ihren über 600 Mitgliedern finden sich zahlreiche Helfer, die nach Malawi reisen, um in der Ortschaft Mdeka ein Kinderdorf auf die Beine zu stellen, gemeinsam mit dem überkonfessionellen evangelikalen Missionswerk „To all Nations". Das Projekt heißt „Aus Liebe zu Jesus". Das Dorf wird im November 2010 eingeweiht. Nach Ende des Ausbaus sollen dort über 100 Kinder ein neues Zuhause finden. Finanziert wird es durch Kinderpatenschaften. Für 35 Euro im Monat kann ein Kind dort umfassend betreut werden.
Ein Brief an die tote Schwester
Auch die Familien von Anita und Rita unterstützten das Projekt. Auf der von ihnen betreuten Internet-Erinnerungs-Seite „anitaundrita.de" rufen sie dazu auf, für Malawi zu spenden. Zugleich berichten sie offen und ehrlich, wie es ihnen geht. Der letzte Eintrag stammt von Ende April. Ritas Schwester Kristin hat einen Brief an ihre tote Schwester geschrieben. Darin heißt es: „Gerade jetzt brauche ich dich so sehr. Ich vermisse dich. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an dich denke. Ich brauche deine Ratschläge, deine liebevolle Art. Du hast mich so genommen wie ich bin. Du fehlst mir so sehr."
Die Heimatgemeinde erlebt eine geistliche Erneuerung
Auch in der Gemeinde sind Anita und Rita unvergessen. Ein „schwarzes Brett" im Gemeindezentrum berichtet über die Aktivitäten der Gemeinde im Ausland. Dort hängen Bilder der beiden Toten. Es geht um Mission und Entwicklungshilfe, auch um das ihnen gewidmete Kinderdorf in Malawi. Ebenso gibt es auf der Homepage der Gemeinde eine Rubrik „Anita und Rita". Dort heißt es: „Der Tod dieser beiden jungen Frauen hat die Gemeinde sehr erschüttert. Anita und Rita hatten in ihrem Leben eine ganz klare Vision: den Ärmsten der Armen - den Kindern - praktisch zu helfen." Gemeindeleiter Johann Dockter räumt ein, dass die Gemeinde nach dem tragischen Tod der beiden zunächst gelähmt gewesen sei. Doch inzwischen sei der Tod der beiden für viele - die sich etwa für Malawi engagiert haben - zu einer Initialzündung für eine geistliche Erneuerung geworden. Das Christen so konsequent ihren Glauben leben, kommt an. Die Gemeinde hat den besten Gottesdienstbesuch in der Stadt. Und sie wächst.

http://admin.telvi.de/preview/bibeltv.de/pressespiegel/Anita_und_Rita-4369.html

Artikel aus IDEA Spekturm Nr. 24 vom 16. Juni 2011 www.idea.de
www.immanuel-wob.de

Freitag, 24. Juni 2011

Walter Brennan

Gestern Abend sah ich mir einen alten Western auf DVD an, den ich bisher noch nicht kannte. Eine s/w Verfilmung aus dem Jahr 1945. "Blut am Fargo River". In der Hauptrolle glänzte der junge aufstrebende John Wayne. Walter Brennan spielte eine kauzige Nebenrolle als Kapitän und Steuermann eines kleinen Schaufelraddampfers. Automatisch fielen mir Filme mit ihm ein, wo ich immer über ihn lachen musste. "Über den Todespass" mit James Stewart, "Rio Bravo" mit John Wayne und Dean Martin, "Das war der Wilde Westen" (1961) und "auch ein Sheriff braucht mal Hilfe" (1968) mit James Garner.
Wer war Walter Brennan? Geboren wurde er am 25. Juli 1894 in Swampscott (noch nie gehört), Massachusetts und verstorben ist er 80 jährig am 21. September 1974 in Oxnard, Kalifornien. Nach dem Ersten Weltkrieg landete er in Hollywood und arbeitete zunächst in Stummfilmen als kleiner Nebendarsteller mit. Als Stuntman war er auch noch aktiv. Beim stöbern entdeckte ich eine Besonderheit, die noch keinem Schauspieler geglückt ist. Er bekam 3x den Oscar für die "Beste Nebenrolle" in einem Film. Ein Novum fast für die Ewigkeit. Nach einem Unfall, bei dem er sich den Kiefer gebrochen hatte und auch ein Bein steif geworden war, übernahm er oft die Filmrollen eines alten kauzigen Mannes. Als solchen behalte ich ihn auch in Erinnerung.

Samstag, 18. Juni 2011

Der Segen des HERRN....

Der Segen des Herrn allein macht reich, und nichts tut eigene Mühe hinzu. (Sprüche 10,22)
Beim Zusammenbruch der Börsen 2008 spürten wir die Folgen der Habgier. Schuldig waren nicht nur die Zocker, die Banker oder die Börsenmakler. Wir haben doch auch auf die Aktienkurse geschaut und uns gefreut, wenn unser bisschen Gespartes mehr wert wurde. Aber dann kamen die Monate der Ernüchterung. Was ist aus allen Mühen geworden? Der reiche, dumme Kornbauer im Gleichnis sagt selbstgefällig: "Liebe Seele, habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut!" Aber Gott sprach: "Du Narr!" (Lukas 12). - Der Segen des Herrn allein macht reich! Im Segenswort wird uns zugesprochen: Gott geht mit uns. Er ist kein unbeteiligter Zuschauer. Er nimmt an unserem Leben Anteil. Er sieht, was wir wirklich brauchen und nötig haben, damit unser Leben gelingt. Wir können uns mühen, und mancher bringt es auch zu etwas. Aber reich ist der, der sich von Gott mit liebenden, segnenden Augen anschauen lässt. (Wes-W)


Andacht ist aus dem Neukirchener Kalender vom 18.6.2011