Montag, 4. November 2013

Wartburg

Die Wartburg - Aufgang zu Fuß
Es gibt imposantere Burgen in Deutschland. Vermutlich gibt es keine Geschichteträchtigere als die Wartburg in Eisenach (Thüringen).

 
Ausblick auf Eisenach


Ich wollte schon immer einmal dorthin. Vorher war ich schon zweimal in Eisenach gewesen, aber es hatte zeitlich nie gereicht, um sich die Burg einmal anzusehen. Jetzt war es endlich soweit. Eine "Luther-Studienreise" führte mich nach Eisenach und auf die Wartburg.



Entstehungszeit um 1067 n. Chr. Seit 1999 gehört die Burg zum Weltkulturerbe. Ludwig der Springer, sein Name entstand aus dem Wegspringen aus der Haft, machte die Burg 1187 zu seinem Stammsitz. Die Burg entstand somit durch das Geschlecht der Ludowinger. Ahnherr war Ludwig der Bärtige (1080 verst.), der Vater von Ludwig der Springer.


Unter Hermann I. erlebte die Burg ihre Blütezeit (1190-1216).

Wartburg - teilweise noch in der Renovierung

Häuser im Burghof
Vom 4. Mai 1521 bis 1. März 1522 war Martin Luther (Luder)  auf der Wartburg. Nach dem Reichstag zu Worms wurde Luther auf dem Rückweg auf Geheiß von dem Kurfürsten Friedrich der Weise, auf die Wartburg entführt. Von Seiten der katholische Kirche war über ihm die Reichsacht ausgesprochen worden. Die Entführung diente zum Schutz und zum Überleben des Martin Luthers. Sein Aufenthalt blieb ein Geheimnis, daher wurde er in dieser Zeit zum „Junker Jörg“. Luthers spartanisch eingerichtetes Quartier war eine kleine Stube über dem ersten Burghof, welche zum Kavaliersgefängnis bestimmt war. Hier nutzte er die erzwungene Rast,  um das Projekt einer Bibelübersetzung des Neuen Testaments in die deutsche Sprache zu verwirklichen. Durch das Projekt der Bibelübersetzung einigte er die deutsche Sprache. Der einige Jahre vorher beginnende Buchdruck beflügelte die Herausgabe der Bibel und andere Schriften von Martin Luther. Abgeschirmt von den Alltagsgeschehnissen, in Sicherheit und gesundheitlich guter Verfassung, verfasste Luther auf der Wartburg 13 Abhandlungen und Denkschriften, auch 38 Briefe blieben aus dieser Zeit erhalten. Die Legende erzählt, dass er auch hier wieder eine Auseinandersetzung mit Teufel gehabt haben soll. Luther warf das Tintenfass nach ihm. Viele Jahre lang wurde der Tintenfleck an der Wand künstlich erneuert. Heute sieht man  nichts mehr davon.

Der Aufenthalt auf der Wartburg und das Ergebnis haben geistlich und sprachlich Deutschland nachhaltig verändert.
Die Führung geht runde 2 Stunden durch die Burg. Manche Schätze aus späteren Epochen werden sichtbar und erklärt.
Goethe und Liszt waren auch zeitweise auf der Wartburg.

Gewölbemosaike

Studierstube Martin Luthers


Freitag, 1. November 2013

Erfurt

Erfurter Dom (li.) und Serverikirche
Erfurt - ich war vormals noch nie in der Hauptstadt des Freistaates Thüringen. Wann auch?



Zur DDR Zeit waren mir die Ostdeutschen Länder unbekannt. Ich hatte keine verwandtschaftlichen Beziehungen vor Ort, um die Städte entdecken zu können.

Blick in die gemütliche Fußgängerzone


Blick auf die Zitadelle
Jetzt war ich auf einer Luther Studienreise und da kommt man automatisch nach Erfurt. Martin Luther trat damals nach seinem Gelübde ins Augustina Kloster von Erfurt ein. (1277 erbaut)


Wir kommen am großen Platz vor dem Erfurter Dom und der Serverikirche an. Hier beginnen auch die täglichen Führungen. Unsere Führer starten in traditionellen Kostümen. Jede Gruppe ist um die 25-30  Leute stark. Wir werden von einem sehr belesenen und witzigen jungen Mann geführt, da er uns diese Stadt erklärt. Die Führung dauert gute 2 Stunden und ist ihr Geld wert. Natürlich kann ich mir nicht alles merken. Aber sehr schnell gefällt mir dieser Stadtkern von Erfurt. .....und das liegt nicht nur am fantastischen warmen Herbstwetter (20 Grad).

Führung in Originalkostümen

Erthal Obelisk, 1777 errichtet zum Besuch des Mainzer Kurfürsten

Speicherhäuser, Fassade 16-18. Jahrhundert
Die Stadt ist wunderschön restauriert worden. Die Innenstadt besticht durch die vielen Gassen mit kleinen Geschäften und Restaurationsbetrieben. Einen Supermarkt sucht man vergebens. Natürlich überall Kopfsteinpflaster. Das ist ungewohnt. Der Fischmarkt wird im Moment noch renoviert und glänzt als große Baustelle. Ab Mittag haben wir eigenständige Zeit zur Verfügung. Ein Gang durch 2 Antiquariate, Besichtigung der "alten" Synagoge, die heute eine Begegnungsstätte ist.

Natürlich laden die vielen Lokale zur einer guten Mittagspause ein. Die Biergärten sind dank des tollen Wetters gut gefüllt.

Die Stadt hat heute knapp über 200.000 Einwohner und man möchte hier spontan leben können.
Gern besucht wird in der Weihnachtszeit auch der Erfurter Weihnachtsmarkt. (Ein Tipp meiner Arbeitskollegin).
Augustinakloster, in dem Martin Luther begann....

Am Fischmarkt - Haus zum breiten Herd



Krämerbrücke

Alte Synagoge, ab 1094 errichtet

Leben an der Gera

Mittwoch, 30. Oktober 2013

New York Connection

  Als "alter" SWEET Fan fällt es mir natürlich leichter ihre neue Produktion (2012) zu empfehlen oder erst einmal zu analysieren.

Steve Braun von Rocktimes gibt aus seiner eigenen Vergangenheit zu, dass es in den 70er Jahren schwierig oder gar peinlich war, sich als SWEET Fan zu outen. Für echte Rocker ein Problem. Das war für mich damals etwas einfacher die Band im selbigen Atemzug wie Deep Purple aufzuzählen, die ich damals auch sehr gerne hörte. Als meine Pubertät Anfang der 70er Jahre (eher ab 1972) losbrach, war The Sweet gerade in den Charts hoch aktuell. Ihr Sound und ihre Kostüme gefielen mir. Den Begriff GLAM Rock habe ich erst später erklärt bekommen. 1978 hatte ich mir die letzte Scheibe von ihnen gekauft (Level Headed). Danach verlor ich sie aus den Augen da mein Musikgeschmack durch den Blues und Jazz bzw. Jazzrock eine neue Richtung bekam. Die Nachrichten vom Tod Brian Connelly und Mick Tucker bekam ich trauriger weise mit.

Anfang des neuen Jahrtausends erlebte ich SWEET, von denen aus der Originalbesetzung nur noch der Gitarrist Andy Scott dabei war, in einem Konzert in Werdohl. Das faszinierte mich derart das ich mir erst einmal eine 4er Box ihrer größten Songs besorgte. 2002 kam eine neue Produktion von den Band heraus. "SweetLife" blieb aber unbeachtet, obwohl die Songs alle aus der Feder von Andy Scott und Steve Grant waren. Musikmachen und Erfolg haben sind oft genug zwei gegenteilige Richtungen.

Beim Besuch der ebay Seite stellte ich 2012 fest, dass die Band ein neues Album vorgelegt hatte. Bis auf einen Song alles Coveraufnahmen. Nicht jeder Musiker kann gleichzeitig auch geniale Songs schreiben. Also nach 10 Jahren eine neue Produktion - aber trotzdem mit einem Haufen Kreativität gepaart. Der Song "New York Connection" ist aus der eigenen Feder. Als B-Seite war er auf der Single "Wig wam bam" und ist nun neu aufgenommen worden.

Die ganze Scheibe klingt, als wenn die Glamrock Zeit nie zu Ende gegangen wäre und das ist sehr positiv gemeint. Der erste Song ist "New York Groove" von Russ Ballard, den damals die Eintagsfliege HELLO rausbrachte. (P.S. Hatte die LP mit diesem Song damals sogar). Der Song gefällt mir. Um es kurz zu machen - eigentlich gefallen mir alle Songs und bei manchen Songs gefällt mir sehr auch die Veränderung bzw. Neuinterpretation. Das fällt besonders bei "Because the Night" auf, den Patti Smith veröffentlichte und prägte (geschrieben von Bruce Springsteen). Der Songs ist auch oft verhunzt neu aufgenommen worden. Aber The Sweet geben ihm eine eigenständige Richtung. "Blitzkrieg Bop" von den Ramones kann sich auch hören lassen, obwohl ich das Original nicht kannte. "Join Together" von the Who klingt auch frisch - und es hat auch schon Tradition einen WHO Song zu covern. ("My Generation" auf Desolation Boulevard)
Der Song "Sweet Jane" ist auch sehr gelungen, aber es schmerzt im Moment den Song nach dem Tode von Lou Reed (Velvet Underground) zu hören.

Die einzige Macke ist, dass auf dem Cover 2 weitere Songs, "Broadway" und "Empire State of mind", angegeben sind, die es aber aus welchen Gründen auch immer nicht auf die Produktion geschafft haben. Schade, wäre spannend gewesen.

Montag, 28. Oktober 2013

Kramer trifft Reuter

Eigentlich wollte ich ja nur ein Blueskonzert mit "Crazy" Chris Kramer erleben. Aber dann kommt doch alles anders. Ich gehe das kleine Wagnis ein (da der Eintrittspreis wirklich nicht hoch ist) und bestelle Karten. Und.....Ja, ich wurde nicht enttäuscht. Ja, ich wurde sogar überwältigt. Eine tolle Geburtstagsparty für mich.

Chris Kramer an Gitarre und Harp

Kleinkunst, Comedy und Bluesmusik in einem. Matthias Reuter ist Pianist und Buchautor. Er gibt einige Geschichten aus seinem Buch zum Besten. Schräg und fröhlich. Er klärt die Ruhrpottsprache auf. Eine tolle Geschichte oder gar Gedicht ist das Werk Bundeskanzlerin Merkel und der Madrill.
Matthias Reuter am Piano und bei Erzählungen aus seinem Buch

Helmut Sanftenschneider (Flamencogitarre und Comedy-li.)

Helmut und "Crazy" Chris
Dann kommt noch ein Flamencogitarrist aus meiner Heimatstadt Herne auf die Bühne. Helmut Sanftenschneider - für mich völlig unbekannt. Musikalisch Klasse und mit fröhliche Comedy. Beim Vergleich mit DSDS sind die eigentlich Stars hier zu finden. Gut seine Parodie als Indio von den Anden.
Chris erklärt die selbstgebaute Gitarre

Blues in Konzert
Der Abend war gelungen. Das Bier und die Erdnüsse schmeckten. Die CD-Preise waren okay zum Kauf. Aber die Musikalität von Chris Kramer ist schon enorm. Bei einem Song versengte er die Harp in seinem Mund und blies die Backen auf wie ein Hamster. Ja und dann wurde der ganze Song so gespielt. So etwas habe ich noch nie erlebt. Einfach Klasse. Der Blues in Deutschland lebt.

Abhöraktion Merkel

Im Moment steht die Tatsache im Raum, dass unsere Bundeskanzlerin abgehört worden ist von der NSA. Wusste Präsident Obama davon oder nicht? Hat er Frau Merkel angelogen oder nicht?

Vielleicht sollte man selbstbewusst dem amerikanischen Präsidenten mitteilen, dass man so lange in Europa auf seine Gegenwart verzichtet, bis denn geklärt ist, ob und wie und warum abgehört worden ist.
Ich stelle mir mal vor, dass Freunde von mir mich abhören würden. Wenn ich solche Freunde hätte, dann brauche ja fast keine Feinde mehr.
Wenn Russland Frau Merkel abhören würde, dann würde ich vorher sogar damit rechnen. Denn Russland ist ja keine Demokratie nach unserem Verständnis und hat auch eigene Ziele. Selbiges würde ich auch China zutrauen, da diese ja politisch ganz anders gestrickt sind.
Aber letztendlich sind wir Deutsche vielleicht einfach auch zu naiv.

Präsident Obama kann jetzt klären, wer das sagen in den USA hat. Er oder der NSA?
An dieser Stelle fällt mir dann ein, dass der Friedensnobelpreis ihm vielleicht doch viel zu früh überreicht worden ist. Seinen Verlautbarungen sind keine Taten gefolgt.

Mir fallen diese Zeilen sogar schwer, da ich die USA als Land mag.

Samstag, 19. Oktober 2013

5. National Run

Aufgereiht...

Herzliche Begrüßung
...des CMA fand in Netphen-Beienbach im BK-Freizeitheim statt. Dank des Feiertages zum 3. Oktober konnte der diesjährige National Run am Feiertag beginnen und endete am Sonntag, dem 6.10. nach dem Mittagessen.
Ernstgemeinter Slogan

Ankömmlinge aus Belgien



Es tut einfach gut Zeit für einander zu haben. So oft trifft man sich ja nicht in der großen und ganzen Gruppe.



Programmpunkte waren gemeinsame Bibelarbeiten, Bikerspiele, Nachtwanderung, Vorträge und einfach fröhliches Beisammensein bei Kaffee und Kuchen. Die Kaffeemaschine verrichtet den ganzen Tag ihre Arbeit.




Ein weiteres Highlight waren Geschwister aus der Schweiz, Belgien und Portugal. Die Englischkenntnisse konnten aufgefrischt werden.






Für den Samstag war eine gemeinsame Ausfahrt durch das Siegerland geplant. Aber der beständige Regen an diesem Tag machte die Pläne zunichte. Also spontane Bikerspiele im großen Gruppenraum.




Der angrenzende Volleyballplatz wurde sogar im Regen genutzt. Harte Kerle.....
Bei der sonntäglichen Heimfahrt war der Regen verschwunden. Seelisch aufgetankt ging es nach Hause.
Bike- und Benzingespräche

Freitag, 18. Oktober 2013

Frumpy Live

Es liegt ab und an ein kleines Knistern in der Luft....Aber getreu dem Beckenbauer-Spruch: "Ja ist denn heut schon Weihnachten" habe ich mich selbst beschenkt. Nach manchen Versuchen habe ich die bereits 1972 erschienene Do-LP erstanden und erhalten....Schaukelstuhl und Kaffeetasse-was will man manchmal mehr..... Die Hammondorgel tönt und Inga Rumpf röhrt....



 
Cover

Aber eigentlich der Reihe nach.... Um Frumpy in "Echtzeit" kennengelernt zu haben, hätte ich 10 Jahre älter sein müssen.
Im Frühjahr diesen Jahres habe ich Inga Rumpf live in Kierspe erlebt. Heftig. Die "alten" Songs aus der Frumpy und späteren Atlantis Zeit wurden dargeboten. Ich war hin und weg und mir wuchsen die Flügel.
 
Vor der Halle war ich schon mit einem "alten" Frumpy Fan ins Gespräch gekommen. Ich merke schnell, dass mir die "Frumpy Live" fehlte.
 
Nach mehreren Ersteigerungsversuchen bei Ebay bin ich dann zum Ziel gekommen.
 
Inga Rumpf (vocals, acoustic git, perc.), Carsten Bohn (drums), Jean-Jacques Kravetz (organ, piano), Karl-Heinz Schott (bass) und Rainer Baumann (leadgit) reißen ein Feuerwerk herunter, das seines Gleichen sucht. Da mir die Hintergründe fehlen, musste ich mich im Internet in manchen Quellen anlesen. Die Liveaufnahmen gehörten zu den letzten Momenten, bevor sich die Band 1972/1973 auflöste. Es gab Differenzen in der musikalischen Zielsetzung. Die deutschen Bands der damaligen Zeit werden oft unter dem Sammelbegriff "Krautrock" geführt. Vermutlich ist dieser Begriff in England entstanden - Musik die aus dem Sauerkrautland Deutschland kommt.
Für mich ist das einfach eine sehr gute Rockmusik, mit einer klasse Hammondorgel, einer harten und stellenweise schnellen Gitarre und einem sehr guten Gesang. Das Ganze dann durch den Blues getränkt. Inga Rumpf erinnert unweigerlich auch an Janis Joplin, die aber zu dem Zeitpunkt schon verstorben war.
Natürlich ist die LP der damaligen Zeit heute eine kleine Rarität - deswegen stört auch ein leisen Knistern nicht. Die Soundqualität ist generell nicht so gut gewesen. Am meisten merkt man es an dem Gesang. Irgendwie Hallig aus dem unendlich weiten Universum kommend. In der mittlerweile remasterten CD-Version klingt der Gesang immer noch nicht besser.
Aber die Aufnahmen sind ein sehr gutes Zeitdokument der dt. Rockmusik, einer Musik, die heute viel zu wenig ertönt. Leider ist Rainer Baumann schon verstorben (14.11.2007).