Montag, 27. Mai 2013

Mit dem Rad durch Amerika

Abenteuer

25-Jährige aus Kaarst radelt von Feuerland nach Alaska

26.05.2013 | 15:13 Uhr (WR)

Swinde on the road again.Foto: Swinde Wiederhold  

McBride.   Tausende von Kilometern und ein Traum: Swinde Wiederhold aus Kaarst ist seit zweieinhalb Jahren mit dem Rad unterwegs in Amerika. Weihnachten will die 25-Jährige wieder daheim sein. Schon jetzt hat sie auf der Straße gelernt, dass sie alles erreichen kann.
Es ist ein sonniger Frühsommertag irgendwo in den kanadischen Rocky Mountains. Swinde Wiederhold schwingt sich vom Sattel und setzt den Radhelm ab. „Mir knurrt der Magen“, sagt sie und betritt ein Bistro in McBride, einem kleinen Holzfällerdorf am Fraser River. Sie bestellt sich ein Sandwich, dazu Kartoffelchips. Die Kalorien kann sie gut gebrauchen. Die 25-jährige Rheinländerin radelt seit zweieinhalb Jahren alleine quer durch den amerikanischen Kontinent: von Feuerland bis Alaska, 30.000 Kilometer, durch 15 Länder. Sie sagt, sie sei die jüngste Frau, die das je gewagt hat. Als sie im Winter 2010 in Argentinien startete, war sie 22 Jahre alt. Seitdem fährt sich mit 30 Kilo Gepäck auf ihrem Trekking-Bike nach Norden: durch die Anden, die Salzebenen Boliviens, über den Panama-Kanal, durch den Grand Canyon, in die Rocky Mountains. 6000 Kilometer hat sie noch vor sich bis zu ihrem Ziel in Prudhoe Bay am Arktischen Ozean in Alaska.

Wenn sie Hilfe braucht, fragt sie einen Einheimischen

Jetzt aber isst sie erstmal . „Das ist Luxus“, sagt sie. Normalerweise wärmt sie sich auf ihrem Benzinkocher unterwegs Nudeln oder Reis auf, manchmal Erbsensuppe. Ihre Unterkünfte sucht sie spontan. Entweder sie zeltet in der Wildnis, findet Obdach in einer Hütte am Wegesrand oder bei Bauern.

Sieben bis acht Stunden radelt sie am Tag. Auf Asphaltstraßen wie dem Yellowhead-Highway in Kanada schafft sie im Schnitt 100 Kilometer pro Tag. Auf Schotterwegen sind es manchmal nur zwanzig. Einmal ist ihr Bruder eine Weile mit ihr gefahren, später eine Freundin. Ansonsten fährt sie für sich. Ob sie keine Angst hat, als junge Frau alleine? Wiederhold schlürft ihren Kaffee und schmunzelt: „Nein. Wenn ich Hilfe brauche, dann finde ich meist einen Einheimischen.“

Zwei Marathonläufe als Vorbereitung

Mehr als 20 Mal hatte sie schon einen platten Reifen, dazu gerissene Fahrradketten, Pannen, fehlendes Gepäck. Auf den Hochebenen Boliviens wäre sie beinahe verloren gegangen, irrte umher, bis sie ein paar Minenarbeiter auflasen. An der Grenze zu Peru hätte man sie wegen eines fehlenden Stempels im Pass fast zurückgeschickt. In Kanada fand sie am Straßenrand Grizzly-Spuren und sah sich schon mit dem Bären im Zelt. „Auf einmal war ein riesiger Schatten über mir, und ich bekam Panik. Doch es war nur ein Hund.“
Für die Gefahren des Alltags ist die Kaarsterin schon berufsbedingt gut gewappnet. Sie hat bei der Polizei gearbeitet. Finanziert hat sie sich die Rekordfahrt durch Gespartes und den Verkauf von Reisefotos von unterwegs. Zur Vorbereitung absolvierte sie zwei Marathonläufe. „Ich wollte mir beweisen, dass ich es schaffen kann.“

An Weihnachten wieder zu Hause

Das hat geklappt. Die womöglich größte Herausforderung aber steht ihr noch bevor: die Rückkehr nach Deutschland. „Wer die Welt gesehen hat, für den ist ein geregelter Job als Beamtin nur noch schwer vorstellbar.“
Also will sich die Abenteurerin Deutschland vorsichtig nähern. Von Alaska wird sie nicht nach Düsseldorf fliegen sondern erst mal nach Portugal, um von dort über Frankreich nach Hause zu radeln. „Ich habe meine Eltern versprochen, an Weihnachten da zu sein. Danach will Swinde Wiederhold ein Studium der Dokumentarfotografie aufnehmen. Denn eines hat sie auf ihrer Tour gelernt: „Dass ich im Leben alles erreichen kann.“
(Jörg Michel)

Ich habe den Zeitungsartikel heute in der WR entdeckt. Natürlich habe ich mir stellenweise gleich die Internetseite der jungen Radlerin angesehen. Respekt. Bei dieser Leistung kann ich nur den Hut ziehen. Ich wünsche Ihr eine gute Weiterfahrt und eine gute Heimkehr, die zum Ende des Jahres geplant ist. Auf ihr Buch freue ich mich schon.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Stellwerk Finnentrop

Ich habe letztens mal einen Gang durch Finnentrop gemacht. Besser gesagt: ich bin "unten" durchs Tal gegangen. Ich wohne schon seit vielen Jahren nicht mehr in Finnentrop, aber bei dem Gang ist mir manches aufgefallen. Vielleicht könnte ich eine Serie starten. Mal sehen.

Entlang der Bahntrasse fallen mir Gebäude auf, die so langsam verfallen. Nach der Privatisierung der Deutschen Bahn wird im Zuge der Weiterentwicklung der Technik vieles nicht mehr benötigt. Es verfällt. Arbeits- und Industriekultur verfällt. In Finnentrop wird nach der Automatisierung das Stellwerk nicht mehr benötigt. Früher war es mal ein Aushängeschild.

Ein Schrankenwärterhäuschen hätte ich auch noch anzubieten. Der ehemalige Lokschuppen mit dazugehöriger Drehscheibe ist vor ein paar Jahren eingestürzt. Ruine - pur. In den 60er Jahren war er wohl noch im Betrieb.
Was wird also aus dem Stellwerk werden?



BezeichnungFinnentrop Fahrdienstleiter - Ff    
Nordrhein-WestfalenBaujahr Gebäude1928 (Umbau Technik: 21.02.1954)
Typelektromechanisch E 43; Glühlampenüberwachung
 
 aktueller Status     09.06.2002; Denkmal
 StreckeSiegen - Hagen
 Bemerkungen Das Stellwerk hatte eine Hebelbank mit 88 Hebelplätzen, von denen 53 Plätze belegt waren. Bis auf einen Fahrstraßen-signalhebel waren alle anderen Weichen- bzw. Befehlsabgabehebel. Alle übrigen Hauptsignale des Bf. Finnentrop wurden von den Wärterstellwerken aus bedient.



Daten sind entnommen dem:
http://www.entlang-der-gleise.de/stellwerke-F.html

Dienstag, 21. Mai 2013

Rothenburg ob der Tauber

 
Wir fahren auf Rothenburg ob der Tauber zu

Rödertor

Rödertor (innen)
Als Kind, so Anfang der 70er Jahre des vorhergehenden Jahrhunderts war ich mal mit meinen Eltern in Rothenburg ob der Tauber. Wir machten Urlaub im Steigerwald und so begaben wir uns auf eine Tagestour dorthin. Natürlich war das für Kinder zu langweilig und Rothenburg war damals für meine Eltern auch zu teuer.








Ob es damals überhaupt für ein Eis gereicht hat - ich weiß es nicht mehr. Gestaunt haben wir über den Weihnachtsladen (Käthe Wohlfahrts Weihnachtsdorf).


Jetzt, mindestens 40 Jahre später sah das natürlich anders aus. Ein paar Mal sind wir in der Vergangenheit schon längs Rothenburg gefahren, aber es reichte nie zu einem Besuch. Das wurde jetzt an Pfingsten 2013 anders. Wir verbrachten das Wochenende in der Nähe bei Freunden und so brachen wir am Pfingstmontag auf nach Rothenburg ob der Tauber.


Auf der Hinfahrt waren wir schon auf der lieblichen Straße entlang der Tauber unterwegs gewesen. (Von Wertheim aus kommend).


Pfingsten ist ja die Stadt immer voll mit mittelalterlichen Gesellen. Die Historie wird nachgestellt. Im 30 jährigen Krieg (1618-1648) wurde die Stadt belagert von General Graf von Tilly, der mit 60000 Männern vor der Stadt lagerte. Bürgermeister Georg Nusch rettete die Stadt mit dem "Meistertrunk". Die Szene wird in jedem Jahr an Pfingsten nachgestellt.




Fleisch-und Tanzhaus (links); Jagstheimerhaus (rechts)

Im 2. Weltkrieg wurde der östliche Teil der Stadt durch das alliierte Bombardement (1945) total zerstört. Durch unendlich viele Spenden nach dem Krieg wurden die Häuser Original getreu wieder aufgebaut. Die heutige Stadt ist komplett mit der Stadtmauer umgeben.

Vielleicht ist deswegen diese Stadt auch für viele Touristen aus dem Ausland das Besucherziel, Deutsche Kultur und Architektur schlechthin. Nur vergleichbar mit den Zielen Heidelberg, dem Rhein und Schloß Neuschwanstein.



Burgtor


Siebersturm (links), Plönlein, Kobolzeller Tor (re.)
Bei unserem 2 Stündigem Rundgang konnten wir uns nur eínen ersten Eindruck machen. Aber der war so beeindruckend und romantisch, dass wir gerne wiederkommen wollen. Bei schlechtem Wetter, was wir aber nicht hatten, laden auch noch manche Museen zur Besichtigung ein. Ganz zu schweigen, von den vielen gastlichen Restaurants.
Röderbogen und Markusturm

auf der Herrngasse
auf der Stadtmauer am Röderturm


Dienstag, 14. Mai 2013

65 Jahre Israel

Am 14.05.1948 gründete sich der Staat ISRAEL durch eine Resolution der UNO. 65 Jahre Israel - eine großartige Leistung. Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten. Das Land ist trotz aller Schwierigkeiten und Bedrohungen zur Blüte gekommen. Darüber freue ich mich einfach.  David Ben Gurion, der große Führer verkündigte die Unabhängigkeit. Fast 2000 Jahre lang war das Volk Israel auf Wanderschaft. Nach dem letzten Aufstand gegen das Römische Reich (ca. 70 n Chr. Zerstörung Jerusalems und des Tempels; 135 n Chr. Bar-Kochba-Aufstand) wurde es jedem Juden verboten in das Land zurückzukehren. Kaiser Hadrian tilgte den Namen Israel, bzw. die Provinzen Judäa und Samaria. Die Landschaft wurde in Palästina umbenannt. Palästina kommt sprachlich von Philister (ein aus Kreta kommendes Seefahrervolk). Die Philister waren schon in der Zeit des großen König David Erzfeinde des jüdischen Volkes. Das jüdische Volk lebte in der Zerstreuung (Diaspora). Die erste größere Einwanderung nach Israel geschah gegen 1880. Theodor Herzl berief 1897 den ersten Zionistenkongress in Basel ein. Er träumte in seinen Büchern von einem neuen Staat Israel. Zwischenzeitlich waren die Briten Herrscher über das Mandatsgebiet Palästina. Durch und in folge des 2. Weltkrieges und die Progrome gegen die Juden, wanderten immer mehr Juden in ihr "ehemaliges" Land ein.

Das es heute wieder einen jüdischen Staat gibt, ist einmal die Folge der politischen Umwälzungen des letzten Jahrhunderts und andererseits, die Folge, dass GOTT  selbst seine Jahrtausend alten Prophezeiungen wahr macht und sein Volk ins "Gelobte Land" zurückführt. Den letzten Punkt kann man nur vom Glauben her erfassen.

Ich bin dankbar, dass es den Staat Israel wieder gibt. Ein wunderschönes Land, dass kultiviert wurde.

Montag, 13. Mai 2013

Lamm im Gottesdienst

Drei Monate altes Lamm im Gottesdienst

(Süderländer Tageblatt)       
 

Landeskirchliche Gemeinschaft hatte Besuch


Ja, dieses Schaf war tatsächlich echt. Schafzüchterin Maria Linsmann und ihr Sohn hatten es am Sonntag zum Gottesdienst der Landeskirchlichen Gemeinschaft mitgebracht. Martin Lill sprach mit den Linsmanns über das Schafezüchten und die Verantwortung. ■ Foto: privat
PLETTENBERG ■ Zunächst verläuft der Gottesdienst (So., den 14.4.2013) der Landeskirchlichen Gemeinschaft ganz normal. Die 100 Anwesenden beten, sie singen und sie lesen. Plötzlich dringt ein ungewöhnliches Geräusch aus dem Nebenraum. Was war denn das!?
War es etwas das Blöken eines Schafs? Ja, tatsächlich! Eine Schäferin mit einem drei Wochen alten Lamm betrat die Bühne. Es war Maria Linsmann vom Schafzuchtbetrieb Linsmann aus Garbeck, deren Sohn das Lamm liebevoll auf den Armen in das Gemeindezentrum der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Holthausen trug. Klar, dass da vor allem die Kinder große Augen machten, denn solch ein Live-Besuch in einem Gottesdienst ist ungewöhnlich, dafür aber sehr anschaulich.
Im Interview mit Martin Lill erzählte die Schäferin am Sonntag viele Details aus ihrem Alltag mit den Schafen und berichtete darüber, was es bedeutet, mit der Unterstützung ihres Schäferhundes eine Schafherde zu leiten. Dieses Gespräch führte direkt auf das Thema "Leitung"; in der nachfolgenden Predigt hin.
Leitung ist "eine Frage des Herzens", lernten die rund 100 Besucher am Sonntag im Gottesdienst. Anhand von fünf Punkten entfaltete der Prediger Johannes Westhoff, in wie fern Aufrichtigkeit, Beziehungspflege, Verantwortung, Präsenz und Orientierung zur Leitung dazu gehören. ■ eB/sep

Über den Wolken Holthausens


Besonderes Gemeinschaftsfest steigt mit rund 200 Luftballons im Elsetal




Gleich geht es los: Gespannt warteten Kinder und Erwachsene darauf, dass sie die Ballons steigen lassen konnten.


Die rund 200 Besucher ließen nach dem Gottesdienst ihre Ballons in die Lüfte auf. ■ Fotos: A. Na-SchlütterPLETTENBERG ■ Da leuchteten nicht nur die Kinderaugen, als sich am Donnerstag rund 200 himmelblaue Luftballons auf den Weg in Richtung Sonne machten. Bei der Evangelisch-Landeskirchlichen Gemeinschaft Holthausen feierten Jung und Alt zusammen Christi Himmelfahrt.



"Über den Wolken" - so lautete das Thema der Predigt von Daniel Hoffmann (Rheinisch-Westfälischer EC) aus Hattingen und es war ebenfalls Leitmotiv für das Gemeindefest der Evangelisch- Landeskirchlichen Gemeinschaft Holthausen am Himmelfahrtstag. Es war ein sowohl imposantes als auch fröhliches Bild, als etwa 200 Gottesdienstbesucher aus der Kirche strömten und mit Karten versehene himmelblaue Luftballons zum ebenfalls himmelblauen Himmel schickten.

Ein buntes Programm hatte die Organisatoren für die Besucher auf die Beine gestellt: Einen Luftballonwettbewerb zu Beginn des Gemeindefestes, auf der Wiese vor dem Gemeindezentrum - eine gemeinschaftliche Handlung zu einem gemeinschaftlichen Fest, das die gute Gemeinschaft versinnbildlicht.

Prediger Johannes Westhoff freute sich über das gute Wetter, da die meisten Aktivitäten zum Fest unter freiem Himmel stattfanden.

Hüpfburg, Rollenrutsche, Menschenkicker sowie Quadfahrten wurden für die Besucher angeboten. Unter einem dekorativ geschmückten Zelt ließ es sich prächtig verweilen, Kaffee, Kuchen und Würstchen genießen, gute Gespräche führen. Senioren wurden zu einem Spaziergang eingeladen. Alles in allem ein fröhliches Gemeindefest für alle Altersgruppierungen. ■ na



(Der gute Artikel ist dem "Süderländer Tageblatt" entnommen.)

Sonntag, 12. Mai 2013

One World Trade Center

Jetzt ist er fertig - der neue World Trade Center in New York City. Knapp 12 Jahre nach dem Albtraum vom 11.9.2001 hat New York wieder ein neues Wahrzeichen. Das Trauma ist natürlich nicht zu Ende - wird nie zu Ende sein. Dafür war dieser Anschlag einfach zu grausam und verwandelte die Stadt fast in einen Kriegsschauplatz, und demütigte eine ganze Nation.



Am 24.04.2006 wurde mit dem Bau des 541 m hohen Gebäudes begonnen. Es umfasst 104 Stockwerke und ist im Moment das dritthöchste Gebäude der Welt - das Höchste in der westlichen Welt.

Samstag, 11. Mai 2013

Adler- u. Wolfspark Kasselburg

Die Kasselburg
Da meine Frau und ich gerne Wölfe beobachten und dies in der freien Wildbahn für uns nicht möglich ist, klappern wir manche "guten" Tierparks ab, die sich auf einzelne Tierarten spezialisiert haben. Wir meiden von daher Zoos. Die Gehege sind im allgemeinen für die meisten Arten viel zu klein. (Bären, Wölfe ect.)

Auch bei den Tierparks gibt es Unterschiede. Sehr gut ist der Park in Bad Mergentheim.

Letztens sind wir auf den Park der Kasselburg in der Nähe von Gerolstein (Eifel) gestoßen.
Von Norden kommend ging es über die BAB 1 in Richtung Trier. Die Autobahn ist aber nicht zu Ende gebaut worden, so dass wir gut 25 Km über die Landstraßen zum Tierpark fahren mussten. Die Eifel ist landschaftlich sehr reizvoll. Wenig Industrie - von daher waren auch wenige Lastkraftwagen auf der Straße.
Das Burggelände der Kasselburg gefiel uns sehr. Vor Ort wurden gerade Zelte für irgendwelche Ritterspiele aufgebaut.

Die Eintrittspreise sind human.

Das Gehege mit den Schwarzwölfen (gut 18 Tiere) ist abwechslungsreich aufgebaut. Allerdings kollidieren die Fütterungszeiten (15.45 h) mit der Freiluftvorführung der Raubvögel (15.00h ).




In einem Gehege waren auch 2 weiße Polarwölfe. Das erschien mir nicht als das Wahre. Aber mir fehlten auch die Hintergründe, warum es nur 2 Tiere waren. Von der Vegetation ist es natürlich für diese Tiere generell schwierig, da sie in Natur u.a. auf den Ellesmere Island in der Arktis leben.









Aber wir verlebten schöne Stunden in dem Park und genossen es, dem Wolfsrudel zu zusehen. Die Hierarchie in dem Rudel war noch ausgeprägt.

Schwarzwölfe


Donnerstag, 2. Mai 2013

Müngstener Brücke

Die Müngstener Brücke ist die höchste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Sie wurde in den Jahren von 1894 bis 1897 erbaut und verbindet die Städte Remscheid und Solingen. Sie ist 500 m lang und 107 m hoch. Als wir auf dem Rückweg aus dem Großraum Neuss vor Ort waren, lag die Brücke schon im Dämmerlicht des Tages. Schade.

Müngtener Brücke  - ein Foto meiner Frau


Die kleine Weltstadt

USA

Die kleine Weltstadt San Francisco



San Francisco hebt sich von den europäischen Klischees über die USA deutlich ab.
von 1994
Aber vielleicht können nur in Kalifornien solche Visionen Gestalt annehmen. Ganz San Francisco ist schließlich ein Brei aus Träumen, Projektionen und Illusionen, großen Hoffnungen und gescheiterten Ideen. In den 70ern wurden die Hippies vom Kapitalismus von der Straße gekehrt.
Als in den 90er Jahren die New Economy-Blase platzte, gab keiner mehr einen Penny für Multimedia-Projekte in Kalifornien. Und heute? Macht Google 50 Milliarden US-Dollar Umsatz pro Jahr. 54.000 Mitarbeiter arbeiten an digitalen Lösungen für eine Billion Suchanfragen. Täglich! Und Apple  ist an der Börse die wertvollste Firma der Welt. Vor 14 Jahren war der angebissene Apfel so gut wie Pleite.
San Francisco. Das ist die Golden Gate Bridge , das ist Alcatraz, das sind die berühmten Cable Cars! Zusammen machen die rote Hängebrücke, die legendäre Gefängnisinsel in der Bucht vor der Stadt und die offenen Straßenbahnwagen San Francisco zu einer Weltstadt – dabei leben hier gerade einmal 800 000 Menschen.

Ein anderes Selbstverständnis

Für Urlauber ist die Stadt an der Westküste nach New York, Chicago und Las Vegas das beliebteste Reiseziel in den Vereinigten Staaten von Amerika. Höhepunkte sind der mit Blumen geschmückte Teil der Lombard Street, das touristisch geprägte Hafenviertel mit dem Pier 39 und den vielen Seehunden sowie die Great American Music Hall an der O’Farrell Street.
Das Leben spielt sich draußen ab: Es gibt viele Parks, überall kann man bedenkenlos mal eine Pause machen. Und vor den vielen viktorianischen Häusern laden kleine Cafés zum Bleiben ein. Kaum zu glauben, dass die Stadt im Jahr 1906 nach dem größten Beben der Stadtgeschichte fast völlig ausbrannte. 400.000 Menschen wurden damals obdachlos.
Doch aus dem Wiederaufbau, den überstandenen Wirtschaftskrisen und der Gewissheit, dass die Sonne hier am Pazifik jeden Tag wieder scheinen wird, „ist ein Selbstverständnis entstanden, das es in Europa so nicht gibt“, sagt Anne Moller-Racke.

Es geht immer wieder bergauf

Die gebürtige Rheinländerin lebt seit 1981 in Kalifornien und leitet das Weingut The Donum Estate nördlich von San Francisco. Auf 25 Hektar wachsen hier Pinot noir und Chardonnay. Alles „organic“, was sonst. Und eine Erfolgsgeschichte. Denn kalifornische Tropfen sind mittlerweile eine international gefragte Marke.
von 1994
Die Anbaubedingungen sind hervorragend: jeden Tag Sonne, nie zu heiß, fast nie zu kalt. Eigentlich wollte die jung gebliebene Frau immer zurück nach Oberwesel. Heute muss sie beim Sprechen manchmal nach den deutschen Worten suchen.
Warum sie geblieben ist? „Weil man hier, anders als in Deutschland, scheitern darf“, meint sie. „Weil man auch mal unten sein darf.“ Ein Sinnbild dafür: die Straßen von San Francisco. Es geht oft lange

bergab. Aber irgendwann immer wieder bergauf.
(Christian Leetz)

San Francisco: Straßen wie das Leben

USA

San Francisco bringt moderne "Hippie-Bewegung" hervor

01.05.2013 | 05:45 Uhr

San Francisco hebt sich von den europäischen Klischees über die USA deutlich ab.
San Francisco.  Von San Francisco ging die Hippie-Bewegung aus und noch heute sind Spuren der Bewegung der Weltverbesserer geblieben. "Organic" sollte alles sein, Fracking wird bekämpft und jeder Mensch bekommt mindestens eine zweite Chance. Die kleine Großstadt ist so anders als das europäische Bild der USA.
Vor dem Starbucks -Café sitzt eine Familie mit zwei Kindern. Die Mutter trinkt „Organic“-Cappuccino, also Biokaffee. Der Vater trinkt Tee mit einem Schuss Milch. Sojamilch. Die Töchter, geschätzt acht und zehn Jahre alt, spielen auf Tablet-Computern herum. Denen mit dem angebissenen Apfel.

Und so geht es weiter: Der 24-Stunden-Imbiss an der Ecke preist seine „Organic“-Quiche mit Lachs, Spinat und Pinienkernen an. An der Ampel davor warten mehrere japanische Hybridautos. Und der per Oberleitung betriebene Bus fährt mit dem bekannten Slogan: „Ich fahre für die Umwelt.“

Kampf gegen das Fracking

In San Francisco ist auf den ersten Blick alles ökologisch so korrekt, dass man es als Europäer kaum glauben kann. Das Bild vom Klimakiller Amerika gerät ins Wanken. Obwohl der Liter Benzin hier nur 78 Cent kostet, fahren kaum große Jeeps mit Vier-Liter-Maschinen die steilen Straßen rauf und runter.
Und wo sind bitte die ganzen Übergewichtigen? Die Reklame der Fast-Food-Ketten, die mit Burgern ab 89 US-Cent nach hungriger Kundschaft ruft, verpufft. Und die Kommentatoren des San Francisco Chronicle, der größten Zeitung der Stadt, singen im Chor mit den örtlichen Umweltschützern gegen das vom Senat angedachte Fracking in den hiesigen Bergen.
 
Keine Frage: San Francisco und die 800.000 Einwohner surfen auf der Weltverbesserungswelle. Wo diese Bewegung ihren Anfang nahm, weiß keiner. Aber sie passt hierher, ins Zentrum der einstigen Hippie-Bewegung. Nur, dass die neuen Hippies nicht mit Joint und langen Haaren an den Pazifikstränden vor der Golden Gate Bridge am Lagerfeuer sitzen, sondern morgens um sechs Uhr joggen, aus Protest gegen das System Bioprodukte kaufen und die Revolution eher in der digitalen Welt vorantreiben.

Verrückte Ideen

Einer von ihnen ist Philipp Schindler, 42, Deutscher und seit zwei Jahren Mitglied in der Chef-Etage von Google im Silicon Valley, 30 Autominuten von San Francisco entfernt. Wenn Schindler über die Suchmaschine aus Kalifornien spricht, ist das wie eine Predigt. Das Ziel, alle Informationen dieser Welt jedem kostenlos zugänglich zu machen, klingt genauso verrückt wie die Idee von Frieden und Liebe zu Zeiten des Vietnamkriegs.


(aus www.derwesten.de/Reise vom 27.4.2013 Christian Leetz)


Ich bin seit vielen Jahren einfach von den USA fasziniert. Über manche politischen Gegebenheiten vor Ort kann man natürlich anderer Meinung sein. Aber das Land ist für mich Top. Tolle Landschaften, tolle Großstädte und liebenswerte offene Menschen. Aber das ist mein persönlicher Eindruck nach mancher Reise. Ja und so freue ich mich über jeden gelungenen Artikel in der Tageszeitung über dieses Land.

Montag, 29. April 2013

Richie Havens

Ich habe Richie Havens in dem Musikfilm "Woodstock" erlebt. Ja, erlebt ist das passende Wort.
Der von ihm improvisierte Song "Freedom" am Ende seines Auftritts am 1. Festivaltag von Woodstock ging mir durch Mark und Bein. Er sang den Song mit seinem ganzen Körper und hämmerte auf der Countrygitarre herum.
Foto: woodstock.com
Jetzt ist Richie am 22.4.2013 verstorben mit 72 Jahren in Jersey City. Geboren wurde er am 21.01.1941 in Brooklyn, New York. Seine große musikalische Zeit mit Erfolgen war am Ende der 60er Jahre und zum Anfang der 70er Jahre. Als die Hippiewelle abebbte, war er nicht mehr so gefragt - obwohl er auf vielen Festivals unterwegs war. In der Erinnerung wird das legendäre "Woodstock-Festival" immer mit ihm verbunden sein.

In dem gleichnamigen Buch von Mike Evans und Paul Kingsbury wird Richie zitiert. Er erzählt wie er sich gefühlt hatte bei diesem Konzert und jenem letzten Song, den er aus dem Titel "Motherless Child" mit dem Wort "Freedom" verbunden hatte. "Ich glaube, das Wort "Freedom" kam mir über die Lippen, weil ich es vor mir sah. Ich sah die Freiheit, die wir alle suchten. Und das betraf alle dort, daher kam das Wort heraus. Es ist erstaunlich. Ich habe das Lied in meiner Familie, meinem Chor, gelernt und gesungen. In dieser Familie hatten wir noch ein anderes Lied gesungen und ein Teil davon kommt bei Freedom vor. Es ist das Stück über Mutter, Vater, Schwester, Bruder. Das stammt aus einem anderen Lied....."

Sonntag, 28. April 2013

Anlassen - MoGo Haus Nordhelle

Tolle Aussicht

Am 27.4.13 war es endlich wieder soweit. Anlassen - die Motorradsaison beginnt. Das Team um Pastor Reuber der Biker Church Westfalen veranstaltet den ersten Motorradgottesdienst der Saison.




Die Wettervorhersage meldete für die Nacht davor leichter Bodenfrost, aber trocken. Als sich die ersten Mopeds mit ihren Fahrern auf dem Weg machten, war es wirklich knapp über dem Gefrierpunkt.
Aber vor Ort angekommen, gab es ja schon das Bikerfrühstück und den heißen Kaffee.


Der Kaffee und die Sonne wärmten den Körper auf.
Die Band "Free Bears" griff auch gut in die Saiten. Flotter Amerikaträchtiger Sound. Ein Gemisch von Rock, Country und Blues. Das war der richtige Sound und eine gute Einstimmung.
The Free Bears
Um 11.00 h begann der Gottesdienst. Erst ein paar obligatorische Hinweise, dann ein paar Ankündigungen für die nächsten Bikerhochzeiten.

Die Ansprache von Pastor Reuber drehten sich um das Stichwort: "Der oder die, steht ja neben den Schuhen". Wie verläuft unser Leben? Oberflächlich? Resignierend? Woher kommt der Tiefgang für mein Leben?
In seiner unnachahmlichem Art gab Pastor Reuber Einblick in sein Leben und gab Antworten.
JESUS, der Sohn Gottes verhilft deinem Leben zu einem guten Tiefgang. Der Gottesdienst wurde immer wieder durch Songs der Band "Free Bears" bereichert.

Pastor Reuber

So kurz nach Mittag machten sich die ersten Biker wieder auf den Heimweg. Vermutlich war aber noch eine Spritztour angesagt.

Steelgitarre
www.freebears.net
Almost Heaven, West Virginia....
 

Mittwoch, 24. April 2013

Fc Bayern - Fc Barcelona 4:0

Es ist jetzt fast ein Tag vergangen und ich versuche als Bayern Fan immer noch das gestrige Spiel gegen den großen "FC Barcelona" zu begreifen.
Aber der Reihe nach..... Gegen 20.50 h waren wir in unserer Stammkneipe (zum Fußball gucken) angekommen. Alles voll - kein Stehplatz mehr vorhanden. Also durch die Innenstadt laufen, um eine weitere Kneipe aufzusuchen wo SKY vorhanden war. Das Spiel war schon 12 Minuten am Laufen, als wir endlich Platz an der Theke nahmen.
Ich war angespannt. Der "große" FC Barcelona gegen den FC Bayern München, der in diesem Jahr wirklich fast alles weghaut. Mit einem kleinen und knappen Sieg wäre ich sehr zufrieden gewesen. Ich habe großen Respekt vor dem Team aus Barcelona und die Leistungen in den vergangenen Jahren. Auch hat es mir der Spieler Messi angetan. Messi ist der Spieler des Jahrhunderts. Einfach genial und dazu noch ein liebevoller und schlichter Typ. Kein Maradona oder so. Mit dem 1:0 von Müller war ich sehr zufrieden und dankbar. Das, was dann in der 2. Halbzeit passierte ließ mich vermuten, dass ich irgendwie in einer anderen Matrix oder Galaxie stecken würde. Beim 4:0 traute ich mich nicht mehr zu jubeln, zu groß ist mein Respekt vor dem FC Barcelona. Sicherlich kann jede Mannschaft einmal einen schlechten Tag haben, und Messi war auch nicht fit - aber so?!
Nochmal: Ich bin Bayern Fan und trotzdem habe ich das 4:0 noch nicht begriffen.

Montag, 22. April 2013

Schloss Benrath

Vorderansicht
Wir hatten am Samstag im Großraum Neuss und Düsseldorf einen Besuch zu tätigen. Da es noch zeitlich passte, wollten wir nicht direkt über die BAB 46 nach hause fahren. Schloss Benrath im gleichnamigen Düsseldorfer Stadtteil hatten wir uns noch nicht angesehen. Wir wollten wenigstens im späten Sonnenlicht die Anlage erkunden. Mit seinen Kanälen und kleinen Seen ist es aber trotzdem kein Wasserschloss. Die Wasseranlagen werden von der Itter gespeist. Erbaut wurde das Schloss von 1755 bis 1773 für den Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz. Gedacht großzügig als Witwensitz für die Kurfürstin. Die ganze Anlage steht seit dem 1984 unter Denkmalschutz und es läuft auch ein Antrag zur Aufnahme in die UNESCO-Liste als Weltkulturerbe.






Gartenseite



Die großzügige Anlage lässt Raum zum sparzieren gehen. Das Schloss wird auch gerne zum Heiraten benutzt. Vor Ort konnten wir 2 Hochzeitspärchen beobachten, die die stimmungsvolle Kulisse für ihren Fotoshooting nutzten.

Magnolienpracht


Wir verlebten eine wundervolle Stunde.


Donnerstag, 18. April 2013

Sweet Home Alabama

Ich bin ein Fan der Rockmusik der 60er und 70er Jahre - ist auch kein Wunder, denn das war ja meine Prägephase. Natürlich gibt es auch manche Band und Richtung aus diesen Tagen, die ich auch sehr schätze. Wenn ich einen einzelnen Song auswählen dürfte, dann würde ich "Sweet Home Alabama" von der Südstaatencombo Lynyrd Skynyrd auswählen. Der Rhythmus und Sound geht einfach gut in den Kopf, den Bauch und die Beine. Bei all den vielen guten Songs, mag ich diesen ganz besonders. 1977 erwarb ich in Olpe nach der Berufschule in einem Kaufhaus (gibt es schon lange nicht mehr) an einem Wühltisch die Single von Lynyrd Skynyrd. Tragischer weise war ein paar Wochen vorher die Band mit ihrem Flugzeug abgestürzt und es hatte 3 Bandmitgliedern den Tod gebracht. Ronnie VanZant (Sänger), Steve Gaines (Gitarre) und seine Schwester Cassie Gaines starben. Insgesamt sterben 7 Personen vor Ort in dem Sumpf.

Der Song war bereits 1974 entstanden und kam auf dem 2. Album "Second Helping" heraus. Gary Rossington, Ed King und Ronnie VanZant hatten diesen Song gemeinsam mit unterschiedlichen Schwerpunkten entstehen lassen. Ein gutes Stück Southernrock.
Die Idee des Songs hatte eigentlich der kanadische Folk- Rockmusiker Neil Young vorbereitet. In zwei seiner Songs "Southern Man" und "Alabama" kritisierte er die damalige Rassentrennung und Politik. Die Musiker der Band Lynyrd Skynyrd waren sicherlich keine Rassisten, aber sie liebten ihren "Süden" und den Staat Alabama. Deswegen wird auch Neil Young in der 2. Strophe des Songs bedacht. Aber eine wirkliche Feindschaft gab es aber nicht.

Der Musiker Kid Rock (2008) bezieht sich in seinem Sommerhit "All Summer Long" auf den Song von Lynyrd Skynyrd.

Mittwoch, 17. April 2013

Louis de Berquin

In meiner Reihe "christliche Märtyrer in Europa" bin ich auf den Herrn Louis de Berquin gestoßen.
Er wurde um 1485 in Vieux-Berquin geboren. Er entstammte einer französischen Ritterfamilie. Von 1509 bis 1512 studierte er an der Universität in Orleans und erwarb den akademischen Doktortitel.
In Paris trifft er auf die führenden Humanisten Ignatius von Loyola und Francois Rabelais. Er wird später Sekretär bei König Franz dem Ersten. Er lernt auch Erasmus von Rotterdam kennen und übersetzt einige seiner Schriften in die französische Sprache. Später findet er auch Zugang zu den Schriften von Martin Luther und Philipp Melanchton. Als er eine Schrift von Luther ins französische übersetzt, wird er als Ketzer verklagt. König Franz I. kann ihn zweimal in laufenden Verfahren retten. Aber am 17.4.1529 kann er ihn nicht mehr retten. In Paris wird Louis de Berquin auf dem Scheiterhaufen verbrannt.  

Im Rückblick auf unsere Geschichte in Deutschland kann ich nur dankbar feststellen, dass wir Redefreiheit und Glaubensfreiheit in unserem Grundgesetz verankert haben. Es sind kaum 70 Jahre her, da waren diese Freiheiten beschnitten und Andersdenkende und Andersglaubende wurden bestialisch verfolgt und vernichtet. Ich frage mich allerdings auch, ob wir Menschen fähig sind aus der Geschichte zu lernen? Im Moment habe ich das Empfinden, dass die Toleranz gegenüber dem Christlichen Glauben und seinen Werten radikal abnimmt. Toleranz wird von vielen Menschen gefordert, aber selbst nicht vorgelebt.

Mittwoch, 10. April 2013

Worum die Welt sich dreht

Plattenbörse

10.04.2013 www.derwesten/de
19:22 Uhr


Sammler aus aller Welt treffen sich auf der Schallplattenbörse in Utrecht.Foto: Jakob Studnar

Utrecht. Eine der größten Plattenbörsen Europas ist in Utrecht. Auch am nächsten Wochenende wird sie Fans, Liebhaber und Verrückte aus aller Welt anlocken. Die Objekte ihrer Leidenschaft sind alt, schwarz und rund.



MP3? Martin lacht. „Hör ich nicht.” Also CDs? Martin winkt ab. „Will ich nicht!” Martin will – Vinyl. „Alles, was es so gibt”, sagt er. Lieber noch das, was es eigentlich nicht mehr gibt. „Raritäten, limitierte Auflagen, Sonderpressungen.“ Deshalb hat sich der 44-Jährige ins Auto gesetzt und ist herübergekommen aus Deutschland. Zur Schallplatten- und CD-Börse nach Utrecht. „Die größte der Welt“, sagen viele, die sich auskennen in der Szene. „Die größte in Europa“, behaupten die Veranstalter. „Auf jeden Fall sehr groß“, weiß Martin und scheut sich nicht, die schmucklose, nüchterne Messehalle am Rand der Stadt ein „Paradies“ zu nennen. Martin ist kein Einzelfall.



Früh am Morgen sind die ersten gekommen. Etliche aus der Umgebung, fast genauso viele aus dem deutschen Westen. Aber auch aus allen Teilen Europas. Und aus Übersee. Denn: „Was du hier nicht kriegst, kriegst du nirgendwo“, glaubt Juan aus Portugal. Per Billigflieger ist er aus Lissabon angereist – mit leeren Taschen und voller Geldbörse. „Morgen muss ich bestimmt wieder zahlen, weil mein Koffer zu schwer ist . . .“

500 bis 600 Händler

Zwei Mal jährlich findet die Börse in Utrecht statt. Einmal im Frühjahr, einmal kurz vor Weihnachten. „500 bis 600 Händler kommen im Schnitt”, sagen die Veranstalter.

Über eine Million Platten werden den Veranstaltern zufolge jedes Jahr angeboten.Die Händler bringen alte Schellack-Platten mit und neue CDs. Vor allem haben sie Vinyl dabei, ein Format, das für die Musikindustrie kaum noch eine Rolle spielt. Nach Angaben des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) betrug der Anteil der Schallplatte an den Musikverkäufen im ersten Halbjahr 2012 genau 1,3 Prozent.

An den im Schnitt rund 30 000 Besuchern der Utrechter Börse kann das nicht liegen. Profis haben große Taschen dabei oder gleich einen Trolley mitgenommen. Mit flinken Fingern blättern sie durch die Kisten, gehen ohne aufzublicken kurz einen Schritt zur Seite. Und durchforsten die nächste Kiste. „Du musst dich ranhalten“, weiß Peter (54) aus Dortmund. „So viel, wie es hier zu sehen gibt.“

Über eine Million Platten

Über eine Million Platten, schätzen die Veranstalter, werden jedes Mal angeboten. Deutscher Schlager steht neben LPs mit Cajun-Musik, Surf-Musik neben afrikanischen Stammesgesängen und Chorälen gregorianischer Mönche. Und ein polnischer Händler bietet japanische Pressungen französischer Hits aus den 60er-Jahren an.

Mit Michael Jacksons „Thriller“ oder Fleetwood Macs „Rumours“ könnte man Wände tapezieren. Stückpreis: Ein Euro. Aber das ist nur was für Anfänger. Die Profis suchen Rares. Und das in möglichst gutem Zustand. „Mint“ ist das Zauberwort und steht für eine LP in quasi fabrikneuem Zustand. Aber „mint“ ist teuer. Ein paar Hundert Euro für ein seltenes Stück sind eher die Regel als die Ausnahme.

Manches wird mit Handschuhen angefasst

Das erklärt, warum manches Album nur mit Handschuhen ins Licht gehalten und auf feinste Kratzer untersucht wird. Und erklärt auch, warum Börsen wie in Utrecht auch im Internet-Zeitalter immer noch so gut besucht werden. „Ich will sehen, was ich für so viel Geld kaufe“, sagt Oleg (45), der aus der Ukraine angereist ist. „Das kann ich bei Ebay nicht.“

Vielen Besuchern ist es wichtig ihre Ware vor dem Kauf in der Hand halten zu können. Internet-Angebote kommen da nicht in Frage.Am Nachmittag gönnen sich die ersten eine kleine Pause bei Kaffee und Zigarette. Die Geschichten, die dabei zu hören sind, erzählen von einer wahren Leidenschaft, die meist in der Jugend begonnen hat – und im Alter bei manchem längst zur Obsession geworden ist.

Von Urlauben, die ausfallen, weil das Ersparte wieder einmal für zwei seltene Folk-Rock-Alben draufgegangen ist. Von Wohnungen, die längst zu klein geworden sind. Und von Zimmern, in denen immer die gleiche Temperatur herrscht und in denen die Rollladen nie hochgezogen werden: „Sonst könnten die Cover durch das Licht verblassen.“

8000 Raritäten im Regal

Die Menschen, die diese Geschichten erzählen, sind für iTunes oder Spotify verloren. Oder? „Ach Quatsch“, sagt Matthias, der zu Hause 8000 seltene LPs im Regal stehen hat und – wie fast alle – deshalb seinen vollen Namen lieber nicht in der Zeitung sehen möchte. Festplatten und CDs traut der 48-Jährige dennoch nicht. „Geht doch alles nach ein paar Jahren kaputt.“ Ganz anders als seine Vinyl-Platten. „Die kann ich auch noch hören, wenn ich 80 bin.“


Andreas Böhme


Ich fand den Artikel heute in der Westfälischen Rundschau (WR). Würde gerne einmal nach Utrecht fahren - einfach wegen diesem Feeling. Vinyl und wühlen.....

Kirchensaal Finnentrop

Die Eingangstür

Einen Teil der Teenagerzeit hinter dieser Tür
Wieder ein Blick in meine Vergangenheit.

Es war kurz vor Weihnachten im vergangenen Jahr und meine Frau holte mich mit dem Auto vom Arbeitsplatz ab. Auf einmal musste ich an den Kirchensaal denken. Also nichts wie auf die Kirchstraße und zur Katholischen Kirche. Ich wollte spontan meiner Frau den Lieblingsort meiner Jugend zeigen.

Es gab ein riesiges Gewölbe innerhalb der Kirche, der zu einem alternativen Jugendtreff umfunktioniert worden war. Wie und wann das Entstanden war, dass wusste ich damals schon nicht. Ganz rechts war ein kleinerer Raum hinter 2 Türen, wo wir als Jugendliche gerne abrockten.
Ted Nugent (great white buffalo), Achim Reichel (Sophie mein Henkersmädel)oder auch Grobschnitt (sahara) waren damals angesagt. Natürlich laut und gut. Der mittlere Teil des Gewölbes war eigentlich eher eine Durchgangsstation (im Winter war es lausig kalt) oder wurde für Konzerte genutzt. Dort habe ich auch ein paar gute erlebt.
Bands: Tibet, Peter Bursch + Bröselmaschine, Streetmark und Harlis.


Im mittleren Bereich gab es drei Wandgemälde die selbst erstellt worden waren. (Von wem?) Die Motive waren Plattencover der damaligen Zeit. Ein Bild zeigte Ernie aus Rockpommels Land von Grobschnitt, eins war von der Band Wishbone Ash (Argus - das Cover mit dem Krieger) und das letzte war von einer LP der Gruppe YES.

In dem 3. Raum (ganz links) gab es eine kleine Teestube. Dort war auch die einzige funktionstüchtige Heizung installiert. An vielen Sonntag Nachmittagen traf man sich dort zu 10-12 Leuten und brachte die neuesten LP´s mit. Musik hören - das war ganz groß angesagt. Ich habe den Kirchensaal so ca. 1978 entdeckt und verlebte vielleicht 5 Jahre dort. 1979 verbrachten wir einen gemeinsamen Zelturlaub in Zandvoort (Niederlande). Was ist aus all den Leuten von damals geworden?
...und wieder ab nach hause - etwas wehmütig