Mit je vier Brüder und Schwestern wächst Ernst Jakob Christoffel in einer tief christlichen Handwerksfamilie in Wuppertal auf. Das damalige Erweckungsgebiet prägt tief. Im Haus der Eltern gehen sehr oft Missionare aus aller Welt, ein und aus. Das prägt ihn zusätzlich. Im Jahre 1899 gründete er mit seinen Brüdern den EC (Jugendbund für Entschiedenes Christentum) in Rheydt. Er muss in den 1890er Jahren zum Glauben an JESUS CHRISTUS gefunden haben.
Dann erreichten ihn die Nachrichten von den Massakern an den Armeniern im Osmanischen Reich. Er will in den Orient, um dort zu dienen. Im Predigtseminar in Basel war er ausgebildet worden. Das "Schweizer Hilfskomitee für Armenien" will ihn sofort aussenden. Aber er ist Single und somit fehlte es an der zu erfüllenden Voraussetzung, das Missionare als Ehepaar hinaus gehen sollten. Er war 28 Jahre alt und unverheiratet. Seine Schwester Hedwig entschied letztens, dass sie mitgehen wollte. Das reichte dann zur Aussendung in den Dienst. Im Nordosten der Türkei übernahm er die Leitung zweier Waisenhäuser.
Vor Ort nahm er dann die soziale und medizinische Not wahr. Viele Blinde Menschen waren automatisch sozial geächtet. Er kommt wieder zurück nach Deutschland, um einen Unterstützungskreis für den Bau eines Blindenheimes, zu gründen. Hedwig lässt sich zeitgleich in Neuwied in einer Blindenanstalt ausbilden. Im Herbst 1908 findet die erneute Ausreise statt. es geht nach Malatia, das zum türkischen Kurdistan gehört. Da er und seine Schwester sich auch um Armenier kümmern, werden sie zum Ende des Ersten Weltkrieges aus der Türkei ausgewiesen. Er nimmt auch die Not der Kurden war und er wünschte Ihnen damals einen eigenen Staat. Diese Not ist bis heute geblieben!
1924 kehrt er in die Türkei zurück. Aber das Blindenheim ist verloren und wurde wohl beschlagnahmt. Es geht für ihn weiter in den Iran. In den Jahren 1925 und 1928 gründete er in Isfahan und Täbris zwei Heime für blinde, gehörlose und behinderte Jugendliche.
| Foto aus wikipedia |
Aber er kann nicht frei den Glauben an JESUS bezeugen, da er im Islamgeprägten Iran unterwegs ist. Der Zweite Weltkrieg zerstört wieder seine ganze Arbeit. 1943 wird er gar verhaftet. Nach dreijähriger schwerer Internierung kommt er 1946 als 70jähriger frei. Er kehrt nach Deutschland zurück. Im Jahre 1951 kehrt er wieder nach Isfahan zurück, um die Arbeit erneut aufzunehmen. Die Nöte und das Elend haben sich ja nicht in Luft aufgelöst. Er stirbt am 23. April 1956 in Isfahan und wird auch dort bestattet. 1956 wird der Name der Mission in "Christoffel-Blindenmission" geändert.
Auf dem Grabstein des armenischen Friedhofes in Isfahan steht in Deutsch, Armenisch und Persisch geschrieben:
"Hier ruht im Frieden Gottes Pastor Ernst J. Christoffel, der Vater der Blinden, der Niemandskinder, der Krüppel und Taubstummen nach über fünfzigjähriger Pionierarbeit".












