Mittwoch, 6. Januar 2021

Pastor Olaf Latzel - Kommentar

Ich möchte es gleich am Anfang vorwegschicken, dass ich auch zu den sogenannten "Evangelikalen" gehöre, die so gerne von Staats- aber auch Kirchenwegen bekämpft oder zumindest verunglimpft werden.

Ja, ich schätze den Pastor Olaf Latzel aus der St. Martini Gemeinde in Bremen sehr. 

Vermutlich war es mehr als unklug, dass die Gemeinde ein Seminar zum Thema Ehe später veröffentlichte, ohne vorher dieses noch einmal durchzusehen oder zu kontrollieren. 

April 2019
 

Das Seminar betraf Christen, die sich an der Bibel und somit GOTTES WORT orientieren wollen. Das die heidnisch gewordene Welt sich über biblische Aussagen zur Ehe und zur gelebten Sexualität aufregt ist durchaus nachvollziehbar. Wer lässt sich schon gerne kritisieren?

Die Bibel gibt eine Ethik vor, die wir heute nicht mehr Ernst nehmen wollen. Kein Sex vor der Ehe und zur Ehe gehören nur Mann und Frau. 

Von daher hat Pastor Latzel nichts Falsches oder Verwerfliches gesagt. Vielleicht sind ihm bei der einen oder anderen Formulierung die "Pferde" durchgegangen. Das kenne ich selbst aus meinem Leben manchmal auch. Dann tut das einem hinterher Leid und man versucht die Wogen zu glätten, bzw. auch um Vergebung zu bitten. Letzteres hat Pastor Latzel sogar getan. Im christlichen Umfeld bedarf es jetzt der Vergebung. Das ist von Seiten der Kirche nicht geschehen. 

Wie gesagt, dass die Welt anders tickt und sich ein Staatsanwalt findet der gegen mögliche Volksverhetzung vorgehen möchte, kann ich nachvollziehen. Aber das Kirche ein Berufsverbot ausspricht, zeigt nur, auf welchem mittlerweile miesen Fundament diese steht. Denn die Kirche ist auf Gottes Wort hin gegründet und von dem heiligen GOTT direkt berufen. Das macht das ganze Geschehen so traurig.

P.S. Warum hat sich eigentlich noch kein Staatsanwalt gefunden, der linke Chaoten und Antfia verfolgt, wenn diese eine Kirche beschmieren oder z. B. beim "Marsch für das Leben" in Berlin, christliche Teilnehmer verunglimpfen? Das darf man dann, wegen der Meinungsfreiheit.


Montag, 4. Januar 2021

Georg Elser - Widerstandskämpfer

Georg Elser wurde am 4.1.1903 in Hermaringen, Württemberg geboren. Er war ein deutscher Kunstschreiner und Widerstandskämpfer und wurde am 9.4.1945 im KZ Dachau ermordet.

Georg Elser hatte 5 jüngere Geschwister und musste schon früh am elterlichen Hof mitarbeiten. Die Kindheit wurde auch durch die Alkoholsucht des Stiefvaters geprägt. 

Er gehörte 1928/29 dem roten Frontkämpferbund an, der eine paramilitärische Einrichtung der KPD war. In wie weit er der KPD wirklich nahe stand, konnte bis heute nicht geklärt werden. Nach 1933 verweigerte er bereits den Hitlergruß. Bei Rundfunkansprachen der NSDAP verließ er den Raum aus Protest.

Er plante eine Bombendetonation für den 8.11.1939 im Münchener Bürgerbräukeller. Bis 2000 Menschen saßen im Saal und ein großer Teil der Politprominenz um Adolf Hitler waren zu gegen. Hitler verließ 13 Minuten vor der Explosion den Saal. Sein Flug war wegen Nebel nach Berlin ausgefallen und er musste einen Zug besteigen. Die Explosion tötete 8 Menschen und verletzte viele schwer.

Bereits vor der Explosion flüchtete Georg Elser und wollte sich in die Schweiz absetzen. Er wurde in Konstanz verhaftet, da er sich verdächtig gemacht hatte. In München und Berlin wurde er auch unter Folter von der Gestapo verhört. Ab 1941 wurde Georg Elser zum "Sonderhäftling von Adolf Hitler" und kam ins KZ Sachsenhausen, später in KZ Dachau. Ein Prozess hatte noch nicht stattgefunden.

Am 5.4.1945 wurde im Führerbunker von Adolf Hitler entschieden, dass Elser schnell hingerichtet werden solle, da sich die Sicherheitslage verschlechtert hatte. Er starb an einem Genickschuss.  

1939


Im Jahre 1989 ist ein sehenswerter Spielfilm unter der Regie von Klaus Maria Brandauer entstanden. Klaus Maria Brandauer spielt Georg Elser in dem Titel "Georg Elser - Einer aus Deutschland".



Samstag, 2. Januar 2021

Neujahrssparziergang 2021

 

In den letzten Wochen wirken die Tage für mich "Grau in Grau" - fast schon zum depressiv werden.

Viel Nebel und Nieselregen - wobei wir den Regen natürlich brauchen. 
Aber am Neujahrsmorgen lockerte die Wolkendecke auf und die Sonne kam etwas heraus. So etwas wirkt auf mich wie ein Startsignal, um das Haus und die Wohnung zu verlassen.
In den Hochlagen (über 500 Metern) war der Schnee auch liegen geblieben. Also entschieden wir uns am frühen nachmittag zum Glinger Oberbecken zu fahren, um dort sprichwörtlich eine Runde zu drehen. 

Offiziell heißt dieser Ort eigentlich Pumpspeicherwerk Rönkhausen. Das Kraftwerk wurde in den Jahren 1965 - 1968 erbaut. In der Bauphase starben damals drei Arbeiter. 1969 nahm das Werk seinen Betrieb auf. Heute wird das Werk von Mark-E betrieben. 



Die Dammkrone liegt auf 570 Meter. 2018 wurde das Werk modernisiert und auch die Dammkrone restauriert. Früher umgab ein Zaun das Gelände. Das ist jetzt einer Betonwand gewichen. 


Natürlich hatten viele andere Menschen auch die gleiche Idee, um hier einen Neujahrssparziergang zu machen. Der Parkplatz war voll. 
Nicht ganz Regel konform parkte ich am Wegesrand. 

Hier lag noch der Schnee und die Temperaturen waren um den Gefrierpunkt. Die Wolkenbildung lies spannende Ausblicke zu. Das Gegenlicht führte in ein sehr schönes Zwielicht. 

Die Aussicht war einfach schön auf die Berge rundherum. Dem weißen Zuckerguss gleich, lag der Schnee auf den Bäumen und Wiesen. 
Eine schöne Runde an der frischen Luft!

Jan Vering, Gospelmusiker verstorben

Trauer um Jan Vering

Jan Vering, Gospelmusiker und Dramaturg am Apollo Theater in Siegen, ist in der Silvesternacht in Wilnsdorf in einem Pflegeheim verstorben. Er wurde 66 Jahre alt.

2015 in Krelingen
Ende 2017 war er als Dramaturg vom Apollo Theater in den Ruhestand gewechselt. 

Als ich selbst Mitte der 80er Jahre eine Hinwendung zum christlichen Glauben erfuhr, hat er mich mit seiner Gospelmusik berührt und bewegt. 
Mindestens drei Konzerte in Attendorn, Lörrach und Krelingen habe ich mit ihm erlebt. 

Foto aus den 80er Jahren
Gerade seine Arbeit zusammen mit Christian A. Schwarz und Siegfried Fietz bei dem Musical über das Leben von Martin Luther King mit dem Titel "Martin Luther King - Ich habe einen Traum" (1982) und den Musikern Coretta Scott King, Eberhard Weber, Curt Cress und Johannes Nitsch berührt mich bis heute.
Als ich 1986 als ehemaliger Soldat nachträglich  den Dienst an der Waffe verweigerte, hat mich diese Produktion begleitet und inspiriert. 
Ja, ich habe Jan Vering viel Gutes zu Verdanken!

Als Sänger veröffentlichte er 11 Produktionen. Des weiteren arbeitete er als Journalist und Buchautor. 

Freitag, 1. Januar 2021

Hans von Dohnanyi, Jurist und Widerstandskämpfer

Deutsche Sonderbriefmarke 2002

Hans von Dohnanyi wurde am 1. Januar 1902 in Wien geboren. Er war ein deutscher Jurist und wurde am 9. April 1945 im KZ Sachsenhausen als Widerstandskämpfer hingerichtet. 

1925 hatte er Christine Bonhoeffer geheiratet, die eine Schwester seiner Schulfreunde Klaus und Dietrich war. 

1928 bestand er die 2. juristische Staatsprüfung. Ab 1929 begann seine Laufbahn im Reichsjustizministerium. Nach dem Röhm-Putsch suchte Dohnanyi Kontakt zu Widerstandkreisen. Röhmputschisten waren ohne Gerichtsverhandlung hingerichtet worden. 
Am 5. April 1943 wurde er unter dem Vorwurf angeblicher Devisenvergehen verhaftet. Das Verfahren wurde verschleppt und er kam 1944  ins KZ Sachsenhausen. Nach dem gescheiterten Hitler-Attentat am 20. Juli 1944 wurden bei ihm Geheimdokumente des Widerstandes gefunden. Schon körperlich krank und geschwächt wurde er dann in Sachsenhausen erhängt. 

Huldrych Zwingli (Schweizer Reformator)

Huldrych (Ulrich) Zwingli wurde am 1. Januar 1484 einer kinderreichen Bergbauerfamilie geboren. Bereits 1502 begann er in Basel sein Theologiestudium. Im September 1506 wurde er zum Priester geweiht und das Studium hatte er als Magister abgeschlossen. 

1506 - 1516 war er Pfarrer in Glarus. Ab 1519 war er Leutpriester am Grossmünster in Zürich. Im Jahre 1519 brach die Pest in Zürich aus, die auch ihn befiel. Er war über ein Jahr geschwächt, aber die Krankheit hatte auch sein Gottesbild geprägt. So war ihm klar, dass die Genesung von GOTT kam. 1522 veröffentlichte er seine erste reformatorische Schrift. Es ging darin um das Fasten innerhalb der Katholische Kirche. 

Für die Domikaner in Zürich war Zwingli zu einem Ketzer geworden, den man überführen müsse. In den Jahren 1523/1524 wurden drei Züricher Disputationen veranstaltet, aus denen Zwingli immer als Sieger hervor kam. Zwingli hatte Thesen gegen die Konzilien verfasst, da diese sich auch irren könnten. In der 2. Disputation ging es um den Bilderdienst in der Katholischen Kirche. Im dritten Teil ging es um die katholische Heilige Messe. 

1525 verfasste er ein Glaubensbekenntnis und begann an der Arbeit zur "Züricher Bibel". Zu Luther hatte er unterschiedliche theol. Ansichten. Er lehnte Luthers Zwei-Reiche-Lehre ab und vertrat auch im Abendmahl eine andere Sichtweise. 

Zwingli und Calvin prägten die aufkommende Reformatorische Kirche. 

Am 11. Oktober 1531 fand er den Tod im zweiten Kappeler Krieg. Er hatte als einfacher Soldat an der Schlacht teilgenommen. Es war ein Krieg zwischen den Katholischen und den Reformatorischen Kantonen. Er wurde von den kath. Innerschweizern festgenommen, verhöhnt und man bot ihm die Beichte an, bevor man ihn erstach. Sein Körper wurde gevierteilt und anschl. verbrannt. 

Mittwoch, 30. Dezember 2020

Die Täufer (Buch)

Ende November habe ich dieses kleine Büchlein entdeckt, dass sich mit dem Täufertum und die Kirchengeschichtliche Entwicklung befasst. 


124 Seiten stark und leicht zu lesen.Thomas Kaufmann, Prof. für Kirchengeschichte hat dieses Büchlein verfasst.

Es ist in einem neutralen Ton verfasst, so dass nicht deutlich wird, welche geistliche Position der Verfasser hat.

Da ich selbst gerne in der Kirchengeschichte unterwegs bin, haben mir diese Zeilen sehr gut getan. Manchmal stehe ich noch mit meiner empfangenen Kindertaufe im Krieg. 

Bei allem Respekt vor der biblischen Tauffrage, merke ich natürlich heute, dass Martin Luther und andere Reformatoren in dem damaligen Zeitrahmen nicht alles hinterfragen und anstoßen konnten. Politisch war die Zeit sehr zerbrechlich, was auch anschl. die Bauernkriege und der 30 jährige Krieg zum Beispiel verdeutlichen.  

Ein Ansatz ist positiv für mich zu erkennen. Egal welche Menschen und Christen sich in der Täuferfrage auseinander setzten, so wurde für mich immer wichtiger zu sehen, welchen Stellenwert die Bibel zu diesem  Thema hatte. Manche schwarmgeistige Phänomene entdecke ich heute auch in der charismatischen Szene. Das Trauma des "Reiches von Münster" hätte vielleicht verhindert werden können, wenn die Bibel klarer zu Wort gekommen wäre. 

Ein empfehlenswertes Buch!

Montag, 28. Dezember 2020

Johann von Staupitz

Johann von Staupitz starb am 28.12.1524 in Salzburg. Der Theologe von Staupitz war der Seelsorger und Beichtvater vom jungen Martin Luther. Er lernte ihn in Erfurt kennen. Von Staupitz trat 1490 in München in das Augustiner Kloster ein. Er selbst kam gebürtig aus einem alten sächsischem Adelsgeschlecht und wurde ca 1469 geboren.

Prof.Dr. Armin Sierszyn schreibt im dritten Band seiner Kirchengeschichtsbücher: 1497 Prior des Tübinger Konvents, 1500 Doktor der Theologie, dann Prior in München. 1503 holt ihn Friedrich der Weise zum Aufbau der neuen Universität nach Wittenberg; er wird Dekan der theologischen Fakultät. 1512 macht von Staupitz Luther zu seinem Nachfolger auf der Stiftungsprofessur der Augustiner. Als Seelsorger (s.o.) weist er den jungen angefochtenen Luther immer wieder auf Christus hin. Der Initiative von Staupitz verdankt Luther seinen Doktorgrad und den Wittenberger Lehrstuhl für Bibelwissenschaften. 

Ferner weiß man noch über von Staupitz, dass er 1518 Luther beim Augsburger Verhör schützen wollte. Er geriet dabei aber in den Verdacht auch ein Ketzer zu sein. Er legte daraufhin sein Amt nieder und wurde Hofprediger des Erzbischofs von Salzburg.


Man weiß weiterhin über von Staupitz das er eine milde und nachgiebige Persönlichkeit war. So blieb er auch zeitlebens ein Katholik. Magdalena von Staupitz war seine Schwester. Sie war damals als Nonne zusammen mit Katharina von Bora aus einem Kloster geflohen und hatte sich der Reformation angeschlossen.

Sonntag, 27. Dezember 2020

Pristine - Detoxing

Anfang Dezember haben wir ein befreundetes Pärchen im Großraum Düsseldorf besucht. Der Freund ist auch ein begeisteter Musikliebhaber und Sammler, neuerdings auch wieder Langspielplatten. Vor vielen Jahren hatte er seine Vinyls verkauft und verschenkt und war komplett auf CD umgestiegen. 

Beim Durchsehen seiner neuen LP´s stieß ich auf eine Scheibe von der Band "Pristine" aus Norwegen. "Detoxing" ist 2011 erschienen, allerdings aus Kostengründen nur in Norwegen. Um die beiden anwesenden Frauen nicht zu stören habe ich die erste Seite stellenweise unter Kopfhörer angehört. Wow - was für eine Stimme hat diese Heidi Solheim mit ihren rotgefärbten Haaren. 

Die erste Seite schließt mit dem Song "Whipping Post" ab, der ja bekanntlich von den Allman Brothers stammt. Also eine klare Aussage: Blues in einem ruhigen, manchmal spacehaften Gewand. Ich war begeistert. Die letzten Produktionen haben auch Hardrock Anteile in der Musik. Hier noch nicht!

Da ich ja seit ein paar Jahren fast nur noch LP´s kaufe, war es eine Herausforderung für mich diese Platte zu bekommen. Als CD war das kein Problem, aber als LP Fehlanzeige. Selbst bei ebay war nichts los, so dass ich mir erst ein neueres Werk von ihnen zulegen musste: "Reboot" kam als LP an. 

Dann eine knappe Woche vor Weihnachten fand ich auf ebay einen Anbieter, der die Scheibe gebraucht in einem Orangenen Vinyl für 16,99 € verkaufen wollte. Also zuschlagen und am Heiligen Abend lieferte Hermes die Scheibe an. 

Wie die Band in einem Interview im Deutschlandfunk bekannt gab, wurde diese Platte an einem Tag produziert. 

8 Songs, 4 auf jeder Seite; die CD enthält einen Song mehr (The Countdown - 3:41)


Damned If I do           (9:17)

You don´t know          (4:40)

Breaking bad         (3:42)

Whipping Post            (5:32)


Damage is done           (2:13)     

The last day                 (8:21)

Detoxing                    (11:17)

The Blind                     (5:24)


Heidi Solheim (vocals), Espen Elverum Jakobsen (guitar), Anders Oskal (Hammond Organ, Clavinet), Asmund Wilter Eriksson (bass), Kim Karlsen (drums, percussion).


Freitag, 25. Dezember 2020

O du fröhliche, o du selige

Die Not zahlreicher Waisenkinder zu lindern und ihnen ein neues Zuhause zu bieten, das war das Anliegen des Schriftstellers und Publizisten Johannes Daniel Falk, als er zu Beginn des 19. Jahrhunderts das „Rettungshaus für verwahrloste Kinder“ in Weimar gründete. Er selbst hatte vier seiner sieben Kinder durch die Typhusseuche verloren. Er kannte den Schmerz über den Verlust geliebter Menschen wie kaum ein anderer. Und so hatte er ein offenes Herz für die, die ähnlichen Schmerz erlitten hatten. Trauer, Einsamkeit und Elend der verwaisten Kinder aufzufangen und ihnen neuen Lebensmut und Freude zu schenken – das war Johannes Daniel Falks Bestreben. Zum Weihnachtsfest 1815 schenkte er seinen Waisenkindern und damit der ganzen Welt ein Lied, dessen Freude aller Einsamkeit und Trauer entgegentritt: „O du fröhliche, o du selige.“ Welche Hoffnung, Zuversicht und Freude strahlt aus diesen Worten!    (Neukirchener Kalender

Denkmal in Weimar

vom 25.12.20)


O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre:
Freue, freue dich, o Christenheit!

Weihnachten - früher

Ich bin selbst jetzt schon über 60 Jahre alt und meine Eltern sind schon beide verstorben. Einmal mehr ein Zeitpunkt um "Inne zu halten". 

Wie war Weihnachten früher? Wie bei uns in der Familie?

Weihnachten 1966

Die "ältesten" Fotos fand ich aus dem Jahre 1963. Hier habe ich Fotos aus den Jahren 1966 + 1967.
Das erste was auffällt ist, dass mein Vater sich ab 1967 Farbfilme für die kleine Kamera leisten konnte. Fotos sind damals nur an Feiertagen und besonderen Ereignissen gemacht worden. Diese Technik war damals viel zu kostspielig. 


Wir wohnten damals noch zur Miete im Postgebäude von Finnentrop. Heute beherbergt dieses Haus eine Moschee. 

Eine große Veränderung in einem Zeitraum von über 50 Jahren. 

Aber wie wurde bei uns Weihnachten gefeiert?
Meine Eltern sind unabhängig voneinander aus Schlesien am Ende des 2. Weltkrieges, vor den Russen, ins Ruhrgebiet geflohen. 
Als meine Eltern geheiratet hatten sind sie íns Sauerland gezogen, da mein Vater dort eine Arbeitsstelle bei der Bundespost hatte. Erst als Busfahrer und später im Schalterdienst. Mama war Hausfrau, was damals ganz normal war. Ein eigenes Auto hatten wir damals noch nicht. Das kam gegen 1969 und wurde von der Oma bezahlt.  Das TV Gerät hatte zwei Sender und die Ausstrahlung erfolgte in Schwarz-Weiß. Spätestens um Mitternacht war Sendepause.
Wichtig war meinen Eltern, dass wir als Kinder etwas besser angezogen waren an den Feiertagen,  als an den gewöhnlichen Wochentagen. 
Weihnachten 1967

Meine Eltern hielten sich traditionell zur ev. Kirche. So war dann ein Gottesdienstbesuch am Heiligen Abend Pflichtprogramm. Der erste Gottesdienst war immer mit einem Krippenspiel verbunden und von daher für uns nicht langweilig. 
Abschließend wurde immer das Lied "Oh du fröhliche" gesungen, auch wenn ich den Text noch nicht verstand. Als Kinder waren wir damals im Alter von 5-7 Jahren.

Als weihnachtliches Abendessen gab es ein Gericht, das aus Schlesien kam. Sauerkraut, selbstgemachte Klöse (vermutlich gab es noch keine vorgefertigten Klöse aus dem Beutel), Rippchen vom Schwein, dazu Mettwürstchen und lange Brühwürstchen, die von der Firma Metten kamen. Die Sauce war der Höhepunkt. Eine dunkle Sauce aus Pfefferkuchen und somit etwas süßlich. Habe das Gericht schon einige Jahre nicht mehr gegessen. Wie auch - denn wer sollte das Kochen? Habe auch kein Rezept für die Sauce vorliegen. 
Zum Beginn des Essen las unser Vater die Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2 vor. Das war eigentlich der einzige Zeitpunkt im Jahr, wo aus der Bibel in unserer Familie laut vorgelesen wurde.
Nach dem Essen wurde der Abwasch erledigt in der Küche und wir Kinder mussten der Mama dabei helfen. Papa zündete in der Zeit die Kerzen am Weihnachtsbaum an. Echte Kerzen, die einen Duft auslösten. Wir hatten silbernes Lametta und silberne Kugeln am Baum hängen. Sah schon toll aus und wie das glitzerte.
Dann gab es die Bescherung. Natürlich gab es oft praktische Dinge in dieser  Zeit. Klamotten z.B. zum Anziehen. Eine Zeit lang bekam ich Dinge für meine Eisenbahn von Märklin geschenkt (aber die habe ich schon lange nicht mehr). Neben Süßigkeiten und Nüssen gab es an Weihnachten auch den Mohnkuchen - ein Rezept aus Schlesien. 
1. Weihnachtstag 1966 - Kaffeetrinken
Das JESUS Kind in der Krippe spielte eher ein traditionelle Rolle in unserem Leben. Es gehörte irgendwie dazu - aber auch nicht. Ein persönlicher Glaube an JESUS Christus als Retter und Heiland gab es so nicht bei uns, denn wir waren ja alle getauft worden. Das schien genug.
Wobei ich mich auch daran erinnere, dass wir als Kinder, Maria, Josef und das JESUS Kind nachgespielt haben in unserer Wohnung. Traurig waren wir darüber, dass kein freier Platz in den Herbergen zu finden war. 
Gut 20 Jahre später kam ich zum persönlichen Glauben an JESUS. "Gott sei Dank". Meine Schwester übrigens auch. 

Dienstag, 22. Dezember 2020

Kanada - The First Trip 1990

An der Fähre nach Vancouver Island






China Town in Victoria

Vor 30 Jahren war ich das erste Mal in Kanada!

Ich habe schon als Kind wohl von Kanada und den Rockie Mountains geschwärmt. Vermutlich hatte ich in den 60er Jahren einen Film über Kanada, die Rockies und Holzfäller gesehen. Aber bestimmen lässt sich das nicht mehr. 

Ein Spielfilm hatte mich damals auch sehr bewegt. Der Film gefällt mir noch heute. Der deutsche Titel heißt "Wie ein Schrei im Wind" und im englischen Original "The Trap" (Der Trapper) aus dem Jahr 1966 mit Oliver Reed (leider schon verstorben) und Rita Tushingham, die die stumme Eve spielte. 


1988 lernte ich bei einem Umzug eine 5-köpfige Familie kennen, die irgendwann begann eine Kanadatour über einen kirchlichen Anbieter aus Hattingen zu planen. 

Geplant wurde eine Rundreise mit Wohnmobilen von Vancouver startend, über die Vancouver Island, dann die Wüstengegend in Cash Creek, vorher noch Hope und das Hell´s Gate. Dann sollte es über den Wells Gray Park nach Jasper und den Icefield Parkway nach Banff gehen. Die Traumstraße entlang der Rockies schlechthin. 
Zum Ende ging es noch zum Okanagan See für 3 Tage zum Ausruhen bzw. Austoben.

Eine Bekannte der mit mir befreundeten Familie war Mitte der 80er Jahre nach Kanada (Vancouver) ausgewandert. Das half bei mancher Organisation vor Ort. 
Walwatching Tour Tofino
Die genaue Anzahl der Leute weiß ich nicht mehr. Auch ist mir die Anzahl der Wohnmobile nicht mehr klar. Waren es 5 oder gar 6 Fahrzeuge?



Von Tofino aus wurde eine Whalewatching Tour gebucht. Und zu unserer aller Freude konnten wir auch drei Grauwale sichten. Wale in Freier Natur - das war auch so ein Traum von mir.

Als im Juni 1990 der Flieger von Frankfurt aus in Vancouver landete, hatte ich Tränen der Dankbarkeit und Rührung in den Augen! Thank you Lord.
In meinem Wohnmobil waren wir zu insgesamt 4 Männern untergebracht. Die Versorgung bestritt jedes Wohnmobil für sich alleine.
Wir hatten einen Mann dabei, der die Kunst des Kochens erlernte und uns toll versorgte, gar verwöhnte.  Ich sage nur: Züricher Geschnetzeltes. 
Vancouver Island war schon toll. Noch leicht mit Schnee bedeckte Berge fanden wir vor.  In Victoria saßen wir in einem Pub und sahen einen Teil eines Spieles von unserer dt. Nationalmannschaft. Die Fußball WM fand ja statt.
Ich kann mich auch noch erinnern, dass wir zu dritt im sehr kalten Pazifik Baden waren. 

Auf dem Fraser River machten wir eine Rafting Tour mit zwei Booten. Allerdings brauchten wir nicht selber zu paddeln, da die Boote einen Außenborder hatten. Wir konnten die Wellen und Stromschnellen und das erfrischende Wasser genießen. 



Ri 100 Mile  House
Der Wells Gray Park hatte seine Höhepunkte mit dem Helmcken Fall und dem Dawson Fall. Der Helmcken Fall erinnerte mich an den oben genannten Spielfilm. Hier war auch ein Drehort aus dem Film. Lange habe ich an der Aussichtsplattform mit Blick auf den Wasserfall gestanden. Damals konnte ich nicht wissen, dass ich 2004 hier noch einmal stehen werde. 
Am Dawson Fall waren wir nicht lange. Wir mussten durch ein Waldstück, dass Mücken verseucht war. Also nichts wie weg. 
Helmcken Fall

Peyto Lake
Hier in der Gegend hatten wir auch unseren ersten Elch am Straßenrand gesehen. 



Nach dem Wells Gray Park ging es zum Mount Robson, dem höchsten Berg in den kanadischen Rockies. Ein wenig schimmerte der Schneebedeckte Gipfel durch die Wolken. 


Dann ging es weiter nach Jasper. Gleich vor dem Städtchen tauchten die Waphitihirsche am Straßenrand auf. Das war schon genial. Auch auf dem späteren Campingplatz konnte man immer wieder vor einem Hirschen stehen. Wir hatten die unterschiedlichsten Campingplätze gebucht. Mit Dusche und WC, aber auch total abgelegen mit Plumpsklo, aber einem Holzvorrat für das abendliche Lagerfeuer. 


Von Jasper aus ging es entlang dem Bow Lake, Columbia Icefield bis nach Banff. Am Columbia Icefield war es kalt und regnerisch. Also keinen Gang auf den Gletscher. Das konnte ich dann 2004 erleben. 


Am Peytolake habe ich länger verweilt. Der war schon ergreifend, mit seiner Färbung. Der Lake Louise war dank des Hotels ziemlich überlaufen. Aber dafür war es am Morraine Lake sehr schön. 
Wir haben noch eine Bootstour auf einem großen See gemacht. Aber wie hieß der noch? Muss in der Nähe von Jasper gewesen sein. Maligne See?!?!
Wir waren noch am Spiraltunnel, dem Takkakaw Fall (aber da war es am regnen), an der Natural Bridge im Yoho NP. 
Lake  Louise



Am Okanagan Lake waren wir drei Nächte. Mildes warmes Klima trafen wir an. Wir machten eine Weinprobe. 

Unser 1. Grizzly
Ein weiterer Bekannter von meinen Freunden war auch in den 80er Jahren ausgewandert nach Vancouver und hatte dort eine kleine Firma gegründet. . Er kam mit einem Motorboot auf dem Anhänger von Vancouver aus zum Okanagan See. Wasserski war für die Sportlichen unter uns angesagt. 

Zwei Nächte waren wir noch in Vancouver auf einem Campingplatz. Wir besuchten eine christliche Gemeinde im Gottesdienst. Auf dem Campingplatz  sahen wir das Halbfinale zwischen Deutschland und England - 4:3 nach Elfmeterschießen.  Da war was los am 4.7.1990! Im Fernsehraum des Campingplatzes waren viele Deutsche Fans, aber noch mehr Englische vor Ort. 

Vancouver
Bevor es am Morgen zum Flughafen ging, machten wir noch zu viert die nächtlichen Straßen in Vancouver unsicher. Wir sahen Nachtanglern bei ihrem Hobby zu. 



Ja, das war schon eine tolle Zeit, damals vor 30 Jahren. 


Montag, 21. Dezember 2020

Pristine - Reboot


Heidi Solheim studierte 2006 in Tromsö Gesang am dortigen Konservatorium. Gleichzeitig gründete sie als Sängerin die Band Pristine. Ihre Vorliebe für den Blues und Hardrock hatte sie von ihrem Vater mitbekommen, der für Bands wie Led Zeppelin oder Grand Funk Railroad schwärmte. 2011 wurde die erste Produktion veröffentlicht. Erst sollte die Band in Norwegen bekannt werden, die Heimat der sechs Musiker.

Ihre dritte Produktion mit dem Titel "Reboot" erschien im Jahre 2016 auch erstmals im restlichen Europa.

Stilistisch kann man die Musik der Band mit Blues Pills oder Wucan vergleichen. Diese Bands stehen für eine Art Retro Rocksound der 70. Jahre. Musik, die im Blues verwurzelt ist, aber gleichzeitig dem Hardrock huldigt. Psychedelische Momente sind auch auszumachen. 

Ich höre jetzt die LP zum dritten Male und so langsam setzt sie sich in meinen Gehörgängen fest. Hatte letztens bei einem Freund in Düsseldorf in das erste Werk der Band reingehört. Aber "Reboot" war leichter als LP zu bekommen, da ich seit ein paar Jahren wieder verstärkt Musik von Langspielplatte höre.

10 Songs, die teilweise bluesig daherkommen, aber dann wieder im Harten Rock landen. Beim ersten Song klingt eine Harp auf. "Derek" gefällt mir sehr. Das Hauptinstrument ist die Hammond Orgel, die von stellenweise 2 Musikern bedient wird. Harp, Querflöte und Gitarre ergänzen oder prägen die Songs. 

Der Gesang von Heidi Solheim klingt ein wenig nach Grace Slick oder den Heart Schwestern, ohne noch andere Namen strapazieren zu wollen.

Starke Songs sind auch noch "Reboot", "The Middlemen" und "California". Bei "The Middlemen" denke ich automatisch an David Gilmour an der Gitarre. Ein sehr schöner phychedelischer Klang mit einer  spährenhaften Stimme von Heidi Solheim. 

Espen Elverum Jakobsen (Guitar, Percussion, Grand Piano, Synthe.), Anders Oskal (Hammond Organ, Grand Piano), Benjamin Mork (Hammond Organ, Keyboards, Grand Piano, Farfisa), Asmund Wilter Kildal Eriksson (Bass) und Kim Karlsson (Drums, Percussion).

Ergänzt werden die Musiker von Knut Reiersrud (Harp) und Ketil Vestrum Einarsen (Flute).


Sonntag, 20. Dezember 2020

Katharina von Bora

Foto 2013 Lutherreise

Katharina von Bora stammte aus einer sächsischen Landadelfamilie und wurde am 29.01.1499 geboren. Sie wuchs auf dem Gut Lippendorf in Sachsen auf. Um seine Tochter zu versorgen, schickte ihr Vater sie in die Klosterschule der Benediktinerinnen. Im Jahre 1515 soll sie dort das Gelübte zur Nonne gesprochen haben. Nachdem sie im Kloster Marienthron Luthers Schriften kennenlernte, entschloss sie sich mit anderen Nonnen zur Flucht (4.-5.4.1523). Zusammen mit Magdalena von Staupitz und 7 anderen Nonnen machte sie sich auf den Weg. Alle wollten nach Wittenberg um Luther persönlich kennenzulernen. Sie kamen alle nach Wittenberg, wo Katharina  am 15.6.1525 Martin Luther heiratete. Da die geflohenen Nonnen wegen unterschiedlichen Gründen nicht mehr in ihre angestammten Familien zurückkehren konnten suchte Martin Luther in seinem Freundeskreis nach ehrbaren Männern, die diese Nonnen heirateten. Die Ehe zwischen Martin und Katharina brachte 6 Kinder hervor. 

Luther starb 1546. 1552 zog sie wegen der Pest in Wittenberg nach Torgau. Auf der Fahrt verunglückte sie mit ihrem Fuhrwerk vor den Toren von Torgau. Sie zog sich einen Beckenbruch zu und starb drei Wochen später am 20.12.1552 in Torgau. Heute vor 468 Jahren.

Samstag, 19. Dezember 2020

Robert Lewandowski - Weltfussballer

Endlich, so möchte ich sprechen, wird einmal die Ära Messi und Ronaldo gebrochen. Stimmt nicht ganz. Im Jahr 2018 wurde diese Allianz auch schon von Luka Modric gebrochen, der eine  tolle Leistung mit seiner kroatischen Mannschaft bei der WM spielte. 11 Jahre teilten sich Messi und Ronaldo die Titel. 

Jetzt ist Robert Lewandowski (32), Ausnahmespieler beim FC Bayern München am Ziel. Er ist der Weltfussballer im Seuchenjahr 2020. 

Gerade in den beiden letzten Jahren hat er sich hervorragend weiter entwickelt. Als früherer Einzelkämpfer wurde er zum einem genialen Teamplayer und hat in diesem Jahr mit dem FC Bayern alles Gewonnen, was möglich war. 

Herzliche Gratulation!  



Über 4 polnische Vereine kam er 2010 zum BVB und wechselte 2014 zum FC Bayern München. Böse Zungen hatten damals behauptet, er wolle auch einmal die Champions League gewinnen. Das ist ihm in diesem Jahr gelungen. 

Sonntag, 13. Dezember 2020

Burkhard Weber (Theologe)

Am 12. Dezember 2016 ist Burkhard Weber, der Direktor der Evangelistenschule Johanneum, verstorben. Schon seit Monaten ist er selbst sehr offen mit seiner Krebserkrankung umgegangen und hat so Zeugnis von seiner lebendigen Hoffnung gegeben. Zuletzt ging es schnell - noch bis kurz vor seinem Tod hat der leidenschaftliche Lehrer den Unterricht durchgeführt. 

Vor allem seiner Ehefrau Annette und seiner Tochter Gabriele sprechen wir als FreundInnen des Johanneums und solche, die mit Burkhardt lange verbunden waren, unser Mitgefühl und unsere Anteilnahme aus. Das Johanneum hat mit Burkhardt einen wirklich guten Direktor verloren, der das Johanneum als Evangelistenschule und die Geschwister im Dienst hervorragend vertreten hat: Vor Landeskirchlichen Gremien, Verbänden, staatlichen Stellen und Anstellungsträgern und in der Öffentlichkeit.

Wir danken Gott aber nicht nur für den gesegneten Dienst als Direktor, sondern auch für seine besondere Gabe als Lehrer. Seine Kollegen schreiben in ihrer Trauermitteilung an die Johanneumsgemeinschaft: "Burkhard Weber war Journalist und Theologe, Brückenbauer und Prediger, Organisator und Seelsorger. In erster Linie war er Lehrer! Mit Leidenschaft und ganzheitlichem Engagement unterrichtete er im weiten Feld der Theologie. Er hat mehr als eine Generation von Absolventen des Johanneums geprägt. Auch darüber hinaus hat er viele Menschen seelsorgerlich begleitet. Von November 1986 bis Juli 1994 war er Dozent, ab August 1995 bis zuletzt war er Direktor der Evangelistenschule Johanneum. Burkhard Webers theologische Prägung hatte einen weiten Horizont und war dochdurch eine klare Christozentrik geprägt. Seine Leidenschaft galt einer Evangelisation, die Gott und die Menschen liebt, und sie galt seiner Kirche, die das Gegenüber durch das freie Werk braucht!"



Quelle: Missionarisches Zentrum Hanstedt

Hebe Kohlbrugge

Möchte heute wieder eine kurze Lebensbiografie weitergeben von einem Menschen, der mir auch noch nicht bekannt war.

Hebe Charlotte Kohlbrugge (8.4.1914 geboren in Utrecht  - 13.12.2016 verstorben in Utrecht).

Als junge Niederländerin engagierte sie sich in der Bekennenden Kirche. Sie war 1936 im Laufe des Jahres nach Deutschland gekommen um sich über den aufkommenden Nationalsozialismus zu informieren. Sie lebte im Großraum Berlin und bekam Kontakt zur Kirchengemeinde von Martin Niemöller. Darüber entstand die Arbeit in der Bekennenden Kirche.  Wegen illegaler Verbreitung von Predigten wurde sie aus Deutschland ausgewiesen. In den Niederlanden arbeitete sie im Widerstand gegen die Nazis, versorgte Untergetauchten, übernahm Kurierdienste. 1944 würde sie verhaftet und kam ins KZ Ravensbrück. Sie überlebte die schwere Zeit. Nach dem Krieg setzte sie sich für die niederländisch-deutsche Versöhnung und die Christen in der DDR ein.

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Records for Future


Anfang November eröffnete Lars Schneider einen Schallplattenladen für gebrauchtes Vinyl in Werl. Neben seinem Beruf wollte er auch mit seinem Hobby ein kleines Geschäft betreiben. 

Mi-Fr hat er ab 17.00 h geöffnet. Da ich in dieser Woche meinen Urlaub für dieses Jahr abbauen musste, habe ich mich mal nach Werl auf den Weg gemacht. Nach gut einer Stunde Fahrzeit war ich vor Ort. 
Vor dem Action Markt in der Nachbarschaft bildete sich eine lange Schlange von Menschen. 

Also stellte ich mich erst einmal vor die Ladentür. Ich wollte wenigstens der "Erste" sein, wenn der Laden öffnen würde. Aufgrund der Größe des Ladenlokals und der Coronazeit können max. 2 Personen den Laden als Kaufwillige Personen betreten. Der Laden öffnete ein paar Minuten eher, da der Betreiber mit neuem "Material" unterm Arm ankam. 
Ab 5 € aufwärts sind die LP´s zu haben. Es gibt auch ein paar Wühlkisten mit Stückpreisen von 3 €, aber da sehen die meisten Cover schon recht angegriffen aus. 
Vermutlich gibt es viele Läden, die mehr Angebot im Sortiment haben. Aber ich bin nach einer 1/2 Stunde zufrieden abgezogen. Ich hatte 2x Vinyl unterm Arm. 
Die Preise stehen fest und sind auf den Kunststoffhüllen verzeichnet. Ob er mit sich handeln lässt? Aber das ist nicht meine Art. 

Classic Remise

Das teuerste Automobil
 Wir waren auf dem Weg in den Großraum von Düsseldorf um   Freunde zu besuchen. Da wir noch Zeit hatten, wurde nach einem  weiteren Ziel Ausschau gehalten. In Düsseldorf Eller gibt es einen restaurierten Ringlokschuppen aus den 30er Jahren. Denkmalgeschützt ist wundervoll saniert worden und ist Herberge für eine einzigartige Remise geworden.
Ein Oldtimerzentrum nicht nur für Oldtimer sondern auch für fast neue sportliche Flitzer. Es ist ein Zentrum für den Verkauf dieser Fahrzeuge. Aber Oldtimerfreunde können dieses Gelände auch gerne unendgeldlich besuchen. Ein Blick in die Werkstätten ist möglich. Die Gastronomie ruht leider gerade in dieser Coronazeit. 
In Berlin ist noch ein weiteres Zentrum dieser Art. 

Das "teuerste" Modell war ein Bentley aus den 30er Jahren für knapp unter 1000000 € zu haben. 

kleine Porscheallee

Blick in eine Werkstatt von oben


Glasgaragen

viel zu edel um drin zu sitzen

Nissan

 

Montag, 7. Dezember 2020

John Lennon - vor 40 Jahren ermordet


Es gibt die unterschiedlichsten Begebenheiten und Ereignisse, die sich in der Erinnerung eines Menschen Festbrennen können.

Bei mir war es die Ermordung der Musikers und Friedensaktivisten John Lennon. Am 8.12.1980 wurde er in New York von einem Fan erschossen. Der Mörder sitzt bis heute in Haft.

Ich war damals gerade bei der Bundeswehr und meine Wehrzeit ging im Dezember zu Ende. Die Nachricht hörte ich auf unserer Stube in der Yorck-Kaserne in Stadtoldendorf. Die Kaserne gibt es schon lange nicht mehr.

Mit dem Tod von John Lennon starb ein großer Vertreter der Love and Peace Generation. Ich habe nach dem Ereignis noch lange einen roten Sticker von John Lennon an meiner Jacke getragen. Zusammen mit Paul McCartney war er der genialste Musikcreator des letzen Jahrhunderts. In der  Musik der Beatles lebt er heute noch fort. 

Sonntag, 6. Dezember 2020

Grundlos gehasst (Buch)

Ich habe vor gut zwei Wochen mir ein Buch über die Christenverfolgung zugelegt. Nach einer umfassenden guten Einleitung wird in Kapitel 2 der Prozeß und die Verurteilung von JESUS CHRISTUS beschrieben. Ich muss gestehen, dass ich mir vorher wenig Gedanken zu diesem rechtlich mehr als fragwürdigen Prozess gemacht hatte. Das Kapitel 3 beschäftigt sich mit den ersten christlichen Märtyrern, die stellenweise mehrheitlich zu den ersten Jüngern JESU gehörten. Manche Quelle lässt sich schwer belegen - auch gibt es unterschiedliche Sachverhalte bei einzelnen Personen. Vor vielen Jahren haben wir uns einmal in den Bibelstudientagen damit auseinander gesetzt, was aus den Jüngern Jesu geworden war und wo sie überall missioniert hatten. Von daher war mir manches aus dem Kapitel 3 bekannt. 

Für mich stellt sich die Frage, ob es auch in Europa und hier bei uns zu einer Verfolgung kommen wird? Aber wir Christen sind vielleicht auch manchmal schon zu angepasst in diesem System. Unser Staat steht für MultiKulti. Alles ist schön und alles ist erlaubt. Glauben kann jeder, wie er will. 
Aber es gibt nur einen HERRN JESUS CHRISTUS vor dem sich einmal alle Knie beugen werden. 
Meine Aussage ist natürlich jetzt nicht tolerant. 

Ich habe eine gute Erklärung von Prof. Dr. Rolf Hille zu diesem Buch gefunden und beigelegt. 

Grundlos gehasst – Geschichte der Christenverfolgung

2020 ist die deutsche Ausgabe des Buches „Grundlos gehasst“ von Patrick Sookhdeo im Isaac Publishing Verlag erschienen. Der Titel provoziert und konfrontiert den Leser mit der brutalen Wirklichkeit der Verfolgung. Der Untertitel „Die bemerkenswerte Geschichte der Christenverfolgung durch die Jahrhunderte“ beschreibt die inhaltliche Konzeption dieses 269 Seiten umfassenden Werkes.

Das Buch ist übersichtlich und lesefreundlich gestaltet und durch farblich hervorgehobene Zusatzinformationen und Einzelberichte ergänzt. Fundamental wichtig ist bereits die historische Darstellung im Blick auf die Verfolgung, die Jesus Christus selbst erdulden musste. Der Weg des Gründers der christlichen Gemeinde ist mehr als nur zeichenhaft für das Schicksal seiner Kirche. Die konsequente Fortsetzung der Verfolgung der Gemeinde ist die bereits in der Apostelgeschichte des Lukas geschilderte Unterdrückung der urchristlichen Gemeinde mit den Blutzeugen Stephanus und Jakobus sowie den anderen aus dem Neuen Testament bekannten Jüngern und Aposteln Jesu. Die Märtyrergeschichten werden präzise und ohne Ausschmückungen sachlich dargestellt und machen damit einen tiefen Eindruck.

An dieses frühchristliche Szenarium knüpft dann die Darstellung der Christen­verfolgungen im Römischen Reich bis 312 an. Der Autor schildert die unglaubliche Wirksamkeit der Kirche in den ersten beiden Jahrhunderten, wie sie in den Märtyrerakten verzeichnet sind.

Das 6. Kapitel zeigt in schockierender und zugleich großer Redlichkeit die Tatsache, dass auch von Christen Verfolgungen ausgegangen sind, so z.B. gegen die sogenannten Ketzer in der Staatskirche des Römischen Reiches.

Einen tiefen Einschnitt in der Geschichte stellt das Aufkommen des Islam im 7. Jahrhundert dar. Viele Territorien der antiken Welt, die bereits christianisiert worden waren, gerieten unter die grausame Verfolgung muslimischer Eroberer und Herrscher. Besonders schmerzlich berührt die Geschichte der syrischen und irakischen Kirche in den letzten Jahrzehnten. Infolge des langjährigen Bürgerkriegs wurde die Christenheit im Nahen Osten, die Jahrhunderte überlebt hat, nahezu ausgerottet.

Im Zusammenhang der Missionierung der germanischen Stämme nördlich der Alpen zeigt sich, dass Verfolgung häufig mit der Mission verbunden ist. Das gilt besonders für die islamische Gewaltherrschaft in Nordafrika, Kleinasien, Syrien und Persien sowie die Arabische Halbinsel.

Die enge Verknüpfung von Profangeschichte, Kirchengeschichte und Missions­geschichte weist auch das Kapitel über die christliche Mission nördlich der Alpen in Germanien, Gallien bis hinauf nach Island und Skandinavien dar.

Erhellend ist die Schilderung von Christenverfolgungen, die von Buddhisten und Taoisten in China und Ostasien ausgingen. Die Vorstellung, dass der Buddhismus eine sanfte, friedliebende Religion sei, wird auf dem Hintergrund der asiatischen Märtyrergeschichte in erschreckender Weise widerlegt. Der Verfasser zieht die historischen Linien der Kirchengeschichte Asiens bis hin zu den Verfolgungen durch die kommunistischen Parteien in China und Indochina aus.

Im Anschluss an diese umfassende Schilderung der Situation in Asien beschreibt der Verfasser dann detailliert die spezielle Verfolgungsgeschichte christlicher Kirchen in China, Japan, Korea und Südostasien. Deutlich ist, dass es im asiatischen Raum schon sehr früh christliche Gemeinden gab, die schnell wuchsen, die dann aber durch verschiedene Kaiser in China, Japan und Korea des Landes verwiesen oder hingerichtet wurden.

Im 13. Kapitel wird als Höhepunkt der Verfolgungsgeschichte „Das lange 20. Jahrhundert“ beschrieben. Es zeigt, wie die durch die Jahrhunderte gehende Verfolgung der Gemeinde im 20. Jahrhundert ihren grausamen Höhepunkt erreicht. Vor allem durch die ideologischen Regime kommunistischer Provenienz wurden die Kirchen grausam unterdrückt. Aber auch islamistische Staaten, wie z.B. das Osmanische Reich eröffnete das 20. Jahrhundert durch den Völkermord an den Armeniern.

Patrick Sookhdeo, der Gründer und internationale Direktor des Barnabas Fund wurde von der Universität London promoviert. Er legt mit seinem sachlichen und durch viele Quellen belegten Werk dar, dass Christsein immer auch die Bereitschaft zu Opfer, Leid und Martyrium einschließt. Dass das Martyrium geradezu ein Wesensmerkmal der Kirche durch die Jahrhunderte gewesen ist, gehört zu den wichtigen Einsichten dieser Studie. Die oftmals träge und oberflächliche Christenheit Westeuropas und Nordamerikas sollte, um für die Zukunft vorbereitet zu sein, die Stimme der verfolgten Kirche hören.

Das Werk wird abgeschlossen durch „Christliche Antworten auf Verfolgung“, die zunächst von der Frage der Religionsfreiheit und der Gerechtigkeit, dann aber vor allem vom Gebot der Nächstenliebe bestimmt sind. Im Zusammenhang der Verfolgungen ist die Nächsten- und Feindesliebe ein herausragendes Zeugnis der Gemeinde von Jesus Christus.

Rolf Hille


Samstag, 5. Dezember 2020

Steeleye Span - Parcel of Rogues


Es war wohl Ende Oktober, als ich mir mal eine Ausgabe des Magazins "Classic Rock" zulegte. Auf zwei Seiten wurde prägende Musiker/Bands mit ihren "besten" Alben zum Thema: Folkrock vorgestellt. Der Folkrock entstand vermutlich Mitte der 60er Jahre, als Bob Dylan die akustische Gitarre mit einer elektrisch verstärkten Gitarre vertauschte. Die echten Folkies konnten damit nicht umgehen und es kam zu Protesten, aber es wurde über diesen anfänglichen Versuch auch neues Publikum erreicht. Der Folkrock war geboren. 

Vom Namen her kannte ich Bands wie "Fairport Convention", "Lindisfarne" und "Steeleye Span". Von Lindisfarne hatte ich vor vielen Jahren mal das Album "Fog on the Tyne" gekauft. Nick Drake, der schon in den 70er Jahren verstarb, habe ich erst vor ein paar Jahren entdeckt. 

Jetzt komme ich zu dem vielgepriesenen "Parcel of Rogues". Die Songs kommen oft als Traditionell von der Insel. Altes Liedgut im neuen Gewand. Dazu kommt die Violine, Dulcimer, Bass und Gitarre. Das gewohnte Schlagzeug ist wohl erst 1974 als Instrument bei dieser Band hinzugekommen. "Parcel of Rogues" ist 1973 entstanden. Einmal überzeugt die Sängerin Maddy Priors, die mit ihrem Glockenklaren Gesang etwas an Sally Oldfield erinnert. Es gibt sogar Passagen in den 10 Songs, die einen an Folk-Metal denken lassen. Die elektrische Gibson feuert verzerrte Passagen ab, das man sich in einer anderen Musik wähnt. Auf "Robbery With Violins" darf sogar der Bass wummern. Ein Folkrock, zu dem man stampfen kann. 

Tim Hart (Dulcimer, Gitarre, Vocals)
Rick Kemp (Bass, Vocals)
Bob Johson (Gitarre, Vocals)
Peter Knight (Violin, Viola, Mandolin, Paino, Harmonium, Vocals)
Maddy Priors (vocals)

Ich habe das schöne Exemplar als Vinyl erstanden. Keinerlei Gebrauchsspuren sind an dem Exemplar zu sehen.